Film-Realitäten reloaded 4: Spiel ohne Grenzen – die Qual der Wahl

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Hier kommt jetzt der vierte und (vorerst) letzte Teil der Filmrealitäten-Reihe. Es geht darum, wie man erkennt, ob man im falschen Film ist – wie man daraus aussteigt – und wie man die Parameter für die Filme festlegt, die man wirklich gerne drehen möchte.

Viel Spaß damit! 🙂

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 in welchem Film Möchtest du sein?

Okay. Was machen wir denn zuerst? Ich hab da noch ne Frage zu diesen Filmgeschichten auch. [Wir hatten eigentlich was anderes aufnehmen wollen.]

(amüsiert) Ah ja? (lacht) Dann stell die doch einfach.

Und zwar hast du einerseits halt gesagt, so, wenn man einen Film im Kopf dreht, dann kann man sich das ja auch genauso machen wie man will, und die Leute müssen so antworten, wie man das denen vorgibt, und in Wirklichkeit passiert das dann meistens ganz anders, und deswegen ist das keine gute Idee. Und dann hast du aber gesagt in bezug auf die Filme, die man fürs Leben dreht: „Alles, was du willst, ist möglich in deinem Geist.“ Und im Bewußtsein läßt sich alles realisieren. Und es wäre nicht wie Hollywood, daß man sagt, okay, dies und das läßt sich nicht machen und so. Also einmal ist es nicht gut, daß man alles machen kann, und einmal geht es dann doch, oder wie? Oder soll man so­gar sich das so manifestieren, wie man das haben will?

[lacht) Ja, nun. Das sind zwei trotzdem ganz ganz unterschiedliche Sachen. Das eine ist ja, daß du ei­ner Situation, die bereits manifest ist, versuchst auszuweichen, indem du dir da irgendwelche blühen­den Phantasien dadrüber machst, wie du das gerne hättest. Und das andere ist, daß du dich hin­setzt und mal überlegst: Wie willst du denn dein Leben eigentlich überhaupt haben? Was soll denn da drin sein? Was ist es, was du für dein Leben für einen Film drehen willst? Und vielleicht stellst du fest, wenn du das dir anguckst, daß du die ganze Zeit im falschen Film gewesen bist! Ja? Daß du irgendwie Reality TV oder sowas gedreht hast, und in Wirklichkeit wolltest du ei­gentlich einen Abenteuerfilm ma­chen oder so. Oder daß du einen Film gedreht hast über die Slums von Sao Paulo, und eigentlich woll­test du viel lieber „Fluch der Karibik“ machen. Und wenn du das mal merkst, dann erst kannst du das ja ändern. Wenn du ja noch nicht mal merkst, du bist im falschen Film, dann wird das einfach immer sich weiter fortsetzen, und du wirst dich wundern, warum du in deinem Leben nicht wirklich glücklich bist. Weil es halt nicht der Film ist (lacht), den du eigentlich drehen wolltest! Ganz einfach. Weil du dir vielleicht eingeredet hast, oder dir hast einre­den lassen, daß es besser wäre, was Realistisches zu ma­chen und kein Fantasy oder so zum Bei­spiel, obwohl du das viel lieber gemacht hättest.

Und deswegen. Das dient halt in dem Fall halt grade nicht der Flucht vor irgendwelchen Gegebenhei­ten, oder der Flucht in irgendeine schöne Phantasiewelt, sondern das dient dem, daß du um dich her­um wirklich das erschaffen kannst, was du da sehen willst. Und dann brauchst du nämlich keine Er­satzphantasien dir überhaupt mehr zu machen, weil dann nämlich genau das um dich rum ist, was du haben willst! Da brauchst du nicht zu fliehen, da brauchst du auch keinen Ersatz oder so, da brauchst du auch kein Fernsehen mehr (lacht) oder so, sondern dein Leben ist dann das, wovon du immer wolltest, daß es das wär. Und ich meine, dafür (lacht fröhlich) lohnt es sich dann doch, oder?

Und dafür mußt du aber eine Entscheidung treffen, nicht? Du mußt dir überlegen: Was ist es für ein Film, den ich drehen will, und wie kann ich das machen? Und bin ich hier überhaupt am richtigen Dre­hort, zum Beispiel? Was brauche ich für Schauspieler? Vielleicht auch überhaupt erstmal das Dreh­buch so umändern, daß es zu deiner Idee paßt. Und wenn du merkst, du bist dabei, noch ir­gendwelche Zei­len zu sprechen noch aus dem alten Drehbuch, dann schnell aufwachen und sagen: „Hey, das ist doch überhaupt gar nicht mein Text hier, Mann! Wo bin ich denn, in welchem Film?“ Ja?

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Wie man einen Fernseher ausmacht

Jaaa, okay. Danke! Und Frage Nummer zwei, die ich zu dem Thema noch hatte – weil du hast ge­sagt: Sobald man den Fernseher ausmacht, ist der Film nicht mehr da. Nicht?

Jahaaa.

So – wie mache ich denn den Fernseher aus? (lacht)

Wie – du weißt nicht, wie man einen Fernseher ausmacht? (lacht) Das kann ich nicht glauben!

Komm, verarsch mich nicht, ey. Bei einem richtigen Fernseher weiß ich das natürlich, aber jetzt so in dieser Metapher. Sagen wir mal, ich hab immer diese Kontrolldramen aufgeführt, oder immer Angst vor Kontrolle gehabt und immer diesen Film gedreht. Und jetzt möchte ich halt den nicht mehr se­hen. Jetzt möchte ich einen anderen Film. So, wie mache ich denn das, daß das dann aufhört?

Ja, indem du einfach aufhörst, Energie da reinzustecken, Mann. Guck, wenn du jetzt einen Krimi guckst, und du fängst in diesem Krimi einfach an, dich zu langweilen. Immer das gleiche. Immer die­se dämlichen Kommissare, die da irgendwo in der Gegend rumtapern und immer einen Mörder su­chen, und dann immer die Hinterbliebenen des Mordopfers, und irgendwann be­schließt du einfach, daß du da keinen Bock mehr drauf hast. So, dann bedarf es erstmal deiner Ent­scheidung, daß du das nicht mehr sehen willst. Zweitens bedarf es deiner Entscheidung, was du statt dessen möch­test. Und drit­tens bedarf es einfach dann des Umschaltens oder Ausschaltens. Ja? Daß du entweder in ein Pro­gramm jumpst, das dir viel besser gefällt, wo vielleicht ein Piratenfilm ist oder Babylon 5 oder irgend­was, was dir halt wirklich Spaß macht. Oder daß du es halt ganz aus­machst und guckst, was um dich rum ist. Das kannst du auch tun.

Was würde das denn bedeuten, so auf eine Real-Ebene übertragen, wenn ich das ausmache? Heißt, das, man stirbt? Oder ist das dann auch nur ein Film, das, was du erlebst, wenn du stirbst, oder …?

Nee, du mußt dafür nicht unbedingt (lacht) deine zeitliche Existenz aufgeben, sondern du mußt nur eine gewisse Art der Wahrnehmung aufgeben, die dich in dem Film gefangen hält. Und dann fängst du an zu erkennen, aus was eigentlich diese Filmelemente überhaupt bestehen. Du fängst an, be­stimmte Dinge als Kulissen zu erkennen. Du fängst an zu sehen, wer die Leute, die da spielen, wirk­lich sind. Also du siehst dann halt nicht mehr da den ollen Piraten Jack Sparrow, sondern du siehst, daß das John­ny Depp ist, um jetzt mal auf der Metaphernebene zu bleiben.

Ja, aber ich möchte ja mal raus aus der Metaphernebene. Und was würde denn das dann bedeuten, wenn man das überträgt?

Na, es würde bedeuten – sagen wir mal, du hast das Kontrolldrama da gespielt, nicht? So, jetzt willst du das nicht mehr. Irgendjemand hat in deinem Kontrolldrama die Rolle des Kontrolleurs übernom­men. Es war eine Rolle. So. Jetzt beendest du den Dreh, oder du beendest auch das Angucken die­ses Filmes. Dann kannst du sehen, wer dieses Wesen ist, ganz abseits von der Rolle, die er für dich ge­spielt hat. Und das konntest du vorher nicht, weil du zu sehr dringesteckt hast. Nicht? Das ist die­ses Drehbuch, ihr agiert das aus, du bist dann, was weiß ich, das Opfer der Kontrolle, er ist der Kontrol­leur. Jetzt ist der Dreh halt zu Ende, dann geht ihr nach Hause. Oder ihr geht dann irgendwo noch in eine Kneipe einen trinken zusammen. Dann kannst du dich mit dem unterhalten, und dann bist du nicht das Opfer, und er ist nicht der Kontrolleur, sondern ihr seid einfach nur zwei Leute, die sich un­terhalten. Und wer seid ihr dann, wenn ihr nicht mehr diese Rollen spielt? Das kannst du dann erken­nen.

(Pause)

Und dann kannst du noch eins weiter gehen und sagen: Okay, wir spielen jetzt den Film: Zwei Schau­spieler gehen zusammen einen trinken, ja? (lacht) Ist auch ein Film. Wenn wir diesen Film auch noch beenden, was ist dann noch übrig? Ja? Das geht dann … du kannst immer noch eine Ebe­ne tiefer ge­hen damit.

Puh! Also du meinst, um jetzt ein anderes Programm einzuschalten, genügt es … oder auch um alle Programme ganz auszuschalten, genügt es, eine Entscheidung zu treffen, daß man jetzt diesen Film da oft genug gesehen hat und was anderes möchte?

Ja, wie machst du es denn? Wenn du abends fernsiehst – okay, du guckst nicht viel Fernsehen -, aber mal angenommen. Und du guckst was, und du stellst irgendwie fest, daß dich das langweilt. Viel­leicht hast du es dir anders vorgestellt. Vielleicht haben dir alle erzählt, wie toll „Matrix“ ist. Und dann guckst du „Matrix“, und nach einer Viertelstunde sagst du: „Äääh, der Film, der geht mir auf den Keks. Ich mag das nicht. Ich möchte was anderes.“ Ja, was machst du denn dann? Vielleicht konsul­tierst du dein Programm und guckst, was an dem Abend noch ist. Und wie wählst du denn dann aus, was du statt dessen gucken willst?

Naaa … phhhh … so, wie du das immer sagst. Also wenn ich merke, daß ich irgendwie grinse, wenn ich irgendwas Bestimmtes sehe. Also was weiß ich – vielleicht ist es ein Film mit Errol Flynn, oder ir­gendwas, was ich immer schon mal gucken wollte und nie dazu gekommen bin. Oder … also wenn ich halt merke, da ist kein Interesse – wenn ich halt nur sehe, da ist nur der Musikantenstadl und die ARD-Abendschau oder Spätnachrichten und irgendwie noch Sport und Wimbledon und all so’n Zeug, das mich nicht interessiert, dann mache ich das halt wirklich ganz aus dann, nicht.

Und wenn ich merke, da ist was, was mich interessiert, oder was weiß ich, vielleicht gibt’s nen Mari­lyn Monroe-Film, wo ich weiß, daß ich da was zu lachen kriege und mich da amüsieren kann, dann nehme ich halt das.

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Definiere deine eigene Realität

Ja. Und genauso machst du das da auch. Ganz einfach. Guck, jetzt hast du dann … was weiß ich … schon wieder irgendwelche Gedanken an S. und die Ausbildung und dies und das. Und da mußt du einfach nur bemerken – das ist wichtig! – du mußt bemerken, daß das nicht der Film ist, den du sehen wolltest. Weil sonst bleibst du da drin hängen. Das ist genau wie mit richtigem Fernse­hen. Wenn du nicht merkst, daß „Matrix“ dich eigentlich gar nicht interessiert, dann guckst du dir den vielleicht bis zu Ende an. (lacht) Das kann passieren! Glaub’s mir. Du guckst den vielleicht, weil dir zehntausend Leute erzählt haben, wie geil der ist. Und du merkst deswegen nicht, weil diese Kriti­kermeinung halt so überwältigend positiv war, merkst du nicht, daß das gar nicht das ist, was dich vom Hocker reißt! Ja? Und dann guckst du den bis zu Ende, und dann wunderst du dich hinterher, warum du dich so blöd fühlst. Weil du nicht gemerkt hast, daß das nicht der Film war, auf den du Bock hattest.

So. Das mußt du merken. Das ist das Allerwichtigste. Daß, wenn du was erschaffst – auch in deinem Geist schon – mußt du merken, ob das das ist, was dich wirklich vom Hocker haut, was du wirklich spannend findest oder lustig findest, oder was dich begeistert. Und wenn es das nicht ist, dann schal­test du um. Dann sagst du: „Hey – das langweilt mich! Ich hab da keinen Bock drauf.“ Das mußt du tun. Und dann überlegst du: „Worauf hätte ich denn Bock? Was würde mir denn mal richtig Spaß ma­chen?“ Und dann guckst du, was da kommt. Und das machst du dann. (lacht) Und das ist eigent­lich alles (lacht), was du tun mußt. Aber das mußt du tun. Weil, wie gesagt, sonst bleibst du in einer Rea­lität hängen, die es für dich nicht ist, weil du nicht gemerkt hast, daß es die für dich nicht ist. Weil dir tausend Leute erzählt haben, daß das so geil ist.

Das ist wie mit Australien. Tau­send Leute er­zählen dir, wie geil es in Australien ist, und du fährst hin und erlebst den Absturz dei­nes Lebens dort. Nicht? Es ist nicht für jeden das gleiche relevant oder interessant. Und du mußt rausfinden, was es für dich ist. Und wenn’s das nur für dich ist und für sonst niemand auf der Welt, ganz egal – steh dazu. Steh dazu, daß du was anderes willst, als was zehntausende Millionen andere Leute wol­len. Wenn die alle Ma-o-am wollen, und du willst Thai Curry, ja, dann laß die doch Ma-o-am essen. Du mußt das doch nicht auch essen deswegen. (lacht) Mußt du doch nicht.

Na, darum ging’s ja jetzt auch nicht, daß ich mir jetzt irgendwas …

(unterbricht) … doch, genau darum geht’s: daß du dir Dinge hast einreden lassen, Realitäts-Sichtweis­en hast einreden lassen, dir deine eigenen Sachen hast ausreden lassen, weil du in einem bestimm­ten Alter auch das Gefühl hattest, diese Leute, die haben die Macht, die bestimmen dar­über, was Wirklichkeit ist, die wissen mehr darüber, was Wirklichkeit ist, als was du weißt. Du hast diesen Leu­ten geglaubt. Jetzt nimm – deine – Macht – zurück, und definiere du, was für dich deine Realität ist. Laß dir das nicht von anderen Leuten definieren. Die mögen ihre Realität definieren, wie sie wol­len. Das ist ihr gutes schöpferisches Recht, nicht. Das sind auch alles schöpferische Wesen, die ihre Reali­tät erschaffen. Aber laß dir nicht deine Realität von denen erschaffen! Mach die selber! Ja? Das ist der Punkt!

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Wenn du nicht da bist, passieren die Dinge ohne dich

Okay. Erstmal danke. Und dann war noch was, wo ich dich unterbrochen hatte, als wir letztes Mal dar­über sprachen mit den Filmen. Wo du gesagt hast: Das Filmedrehen im Kopf bringt mich aus mei­ner Filmrealität raus und so.

Ja. Aber ich meine, darüber ist eigentlich auch im Prinzip alles gesagt da in dem, was ich dir schon er­zählt habe. Daß, wenn du zuviel Filme drehst im Kopf, daß du dann nicht mehr merkst, was um dich rum abgeht, und daß du dann natürlich auch keinen Einfluß darauf nehmen kannst. Und das wie­derum hindert dich, wirklich deinen Film da zu drehen für dein Leben. Wenn du nicht vorhanden bist da in deiner Realität, dann passieren die Dinge ohne dich. Muß einfach mal so kraß gesagt wer­den. (lacht) Wenn du nicht da bist, wenn du nicht sagen kannst: „Hey – ich möchte das jetzt aber so ha­ben, und ich beeinflusse das jetzt dahingehend, und ich gebe da den und den Input. Oder wenn ich merke, die Dinge nehmen eine Wendung, die mir nicht gefällt, dann begebe ich mich da raus“ oder so, ja? Wenn du nicht da bist, dann kannst du diese Dinge nicht tun. Wenn du in irgend­einer Phanta­siewelt bist oder so. Phantasiewelten können schön sein. Das habe ich nicht gesagt, nicht. Aber was halt eben passiert, ist, daß du nicht schnallst, was um dich herum passiert. Und das kann oft viel span­nender sein, nicht? Also es passieren ja nicht um dich herum jetzt nur langweilige Dinge oder Sachen, die du nicht willst oder so. Sondern dir entgehen ja dann auch Sachen, die für dich sogar ultraspan­nend sein könnten, weil du nicht da bist. Die du in deinen tollen Abenteuerfilm, den du drehen woll­test, mit ein­bauen kannst! Die entgehen dir dann ja auch.

Und da mußt du halt gucken dann, nicht. Weil, wenn du deine Wahrnehmung immer weiter erwei­terst und vertiefst, dann, wie gesagt, fängst du an, auch Dinge wahrzunehmen, die weit, weit über diese übliche Konsensrealität hinausgehen und die dann vielleicht viel interessanter sein können als irgend­eine Phantasiewelt, die du dir bauen könntest.

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Spiel ohne Grenzen

Was weiß ich, also jetzt mal als ein etwas hin­kendes Beispiel: Phantasiewelt ist, wie wenn du nach Disneyland gehst, und dann spielst du da Pirat oder so, während in Wirklichkeit, wenn du offen ge­nug wärst, du vielleicht Weltraumreisen machen könntest und andere Zivilisationen besuchen, was viel spannender wäre, als in einer vorgegebenen Fantasywelt nach vorgegebenen Regeln vorgegebene Abenteuer (lacht) zu erleben, nicht. Weil das geht doch immer über bestimmte Limits nicht hin­aus, was dann da möglich ist. Und du kannst aber unbegrenzt sein, wenn du das für dich energeti­sierst, nicht, wenn du das willst. Dann brauchst du nicht nach eingegrenzten Regeln zu spielen. Dann hast du ein Spielfeld, das geht bis ins Unendliche. Dann kannst du alles machen.

Und da stellt sich dann halt nur die Frage: Wenn man wirklich unbegrenzte Mittel hat und ein unbe­grenztes Spielfeld, was möchte man denn von dem, was man dann da zur Verfügung hat, über­haupt umsetzen? Und das ist dann wieder eine Schwierigkeit, die man hat, nicht – die Auswahl, das: Was will ich denn dann eigentlich damit machen? Denn die begrenzten Spiele, die funktionieren im­mer nur auf einer Basis,wo halt ein bestimmtes Regelwerk existiert, und außerhalb dieser Regeln kann man nicht agieren. Und gerade durch die Begrenzung entsteht dann sozusagen – wenn du bestimm­te Sachen nicht machen darfst, oder nur unter bestimmten Umständen machen darfst -, dann ent­steht die Span­nung halt dadurch, wie du das, was du machen willst, trotz dem, was du nicht darfst, immer noch ir­gendwie hinkriegen kannst, nicht? (lacht) Das ist das Spiel in der Begrenzung.

Das Spiel in der Grenzenlosigkeit – es gab mal diese Sendung, kannst du dich noch erinnern, als du klein warst: „Spiel ohne Grenzen“. Natürlich war das ein begrenztes Spiel, aber es hat trotzdem Spaß gemacht, nicht? Aber dieses hier ist jetzt wirklich ein Spiel ohne Grenzen. Und da ist die Frage nicht: Wie kann ich trotz der Begrenzung irgendwie das Spielziel erreichen? Sondern die Schwierigkeit be­steht darin: Erstens mal gibt es kein vorgegebenes Spielziel, sondern du mußt dir überlegen, was du da erschaffen willst, was dich genug interessiert, daß du sehen willst, daß das kommt. Und dann: Wie bringst du diese Komponenten dann zusammen?

Das kann einen erstmal erschlagen, wenn man das nicht gewöhnt ist. Wenn man nur die Begrenzung gewöhnt ist, dann kann einen das erschlagen, wenn man auf einmal sieht: Also im Prinzip kannst du alles machen, nicht. Dann fragst du dich ja erstmal: „Äh … okay, ich kann alles machen, aber – was will ich denn überhaupt? (lacht) Ja? Ist es das denn überhaupt noch, was ich irgendwie früher dach­te? Jetzt gibt’s die und die und die Möglichkeiten, mit denen habe ich gar nicht gerechnet. Ja? Und jetzt könnte man da ja noch ganz andere Sachen damit machen, als was ich mir früher im­mer gedacht habe.

Vielleicht wollte ich früher immer einen Piraten­film drehen. Aber jetzt sehe ich, daß ich da noch ganz andere Möglichkeiten hab, die NIE zur Verfü­gung gestanden haben bis jetzt! Und jetzt bin ich erstmal irgendwie ein bißchen platt, weil jetzt muß ich erstmal überlegen: Was kann man denn damit überhaupt alles anstellen? Denn ich will ja nicht mit den grenzenlosen Möglich­keiten dann wieder nur die alten begrenzten Filme drehen. So. Wie kann ich das denn dann – was wär’s denn dann über­haupt? Weil, ich meine, „Star Wars“ ist ja langweilig. Das ist ja im Prinzip nur das Erdenspiel vom Krieg noch mal in den Weltraum verlegt. Das ist doch öde. Ist kein neuer Film. Das Spielfeld ist ein bißchen größer, aber die Parameter sind die gleichen. Jetzt hast du neue Parame­ter. Was machst du damit?

Und es ist vollkommen verständlich und vollkommen natürlich und vollkommen normal, daß man da erstmal eine Weile braucht, bis man sich an diese Aussichten etwas … soweit gewöhnt hat, daß man ein bißchen überhaupt anfangen kann, damit was zu machen. Das dauert etwas. Und da solltest du dich nicht irgendwie jetzt schlecht fühlen, weil du noch eine Weile brauchst oder so, sondern einfach wissen, daß das ganz normal ist und daß sich dann schon (lacht) nach einer Weile, wo man sich das betrachtet hat, die Handlungsfähigkeit und das Interesse und so auch wieder einstellt und auch Ide­en kommen werden, wie du denn dann damit weitermachen willst.

Okay. Ja, danke!

Gern geschehen.

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Text © Zarah Zyankali 2007, Foto © Zarah Zyankali 2014. Bitte diesen Text nur verlinken oder rebloggen, nicht woanders hin kopieren! Danke.

Film-Realitäten 3 – Visualisierungen und der Film deines Lebens

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Weiter geht es mit den Film-Realitäten.

Zum Hintergrund dieses Textes: Ich suchte ja schon immer nach dem idealen Partner und war eigentlich ständig in irgend jemanden verliebt, von dem ich dachte, der wäre es jetzt – mein Traumpartner oder Seelengefährte oder was auch immer. 😉 Als ich mit meinem Höheren Selbst dieses Channeling machte, war ich auch mal wieder sterblich verliebt und wollte darüber natürlich unbedingt mehr wissen. Deshalb ist das Beispiel hier in diesem Text, wie man sich eine glückliche Beziehung erschafft. Aber es läßt sich natürlich auch genauso gut auf alles andere anwenden.

Die letzten Abschnitte über die Meta-Ebene kann man sich immer wieder mal zu Gemüte führen … ich bin nach all den Jahren immer noch dabei, mein Gehirn darum zu wickeln. 😉

Viel Spaß beim Lesen!

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Filmedrehen im Kopf: Eskapistische Visionen

Okay, und zwar wollte ich noch wissen, mit den Filmen. Weil du hast – einerseits sagst du, Filme drehen im Kopf ist Scheiße (YKW schenkt mir einen ironischen Blick: Wann soll ich das denn gesagt haben?), oder bringt einen halt aus dem Hier und Jetzt. Und an­dererseits sagst du aber auch, die ganze Realität ist einfach nur ein großes Filmstudio, wo je­der seinen Film dreht, wie er halt Bock hat. Und manche drehen halt – was weiß ich -: Die guten Lichtarbeiter retten die Erde, und andere drehen: Ogott, die Zeiten sind schlecht, und es gibt keine Jobs, und die dritten drehen einen Liebesfilm und die vierten Actionfil­me oder was auch immer. Ja? Also das kann ich noch nicht so ganz miteinander vereinba­ren, wenn du einerseits sagst, die ganze physische Realität ist einfach nur ein großes Filmstudio, und dreh doch besser die Filme, auf die du Bock hast. Und anderer­seits sagst du aber eigentlich, man soll GAR KEINE Filme drehen. Kannst du mir dazu mehr sagen?

Ja klar (lacht) kann ich dir dazu mehr sagen. Es ist halt nur die Frage, was du wissen willst. (mehr Lachen)

Na, das hab ich doch gesagt, was ich wissen will. Ist jetzt Filmedrehen unausweichlich, weil man sowieso in einem großen Filmstudio sich befindet und es nur die Frage ist, ob man den Film bewußt dreht oder unbewußt? Oder sollte man auf das ganze Filmedrehen weitestgehend verzichten?

Okay, das ist jetzt konkreter. Also: Das Filmedrehen im Kopf bringt dich aus der Wahrnehmung von dem, was in deiner Filmrealität jetzt gerade vor sich geht. Ja?

Naja, es gibt doch zum Beispiel Leute, die benutzen das. Also die drehen einen Film in ih­rem Kopf davon, wie sie wollen, was ihre Realität ist, um diese Realität dann so zu er­schaffen. Was man halt eben Visualisieren oder Affirmationen oder sowas nennt.

Das ist noch mal ein Sonderfall. Das normale Filmedrehen im Kopf ist eine reine Fluchtreaktion, wo man sich in eine angenehmere Realität begibt, die man auch vollkomm­en kontrolliert, um nicht dem ausgesetzt zu sein, was passieren könnte, was man nicht kontrollieren kann und wovon man irgendwo unterschwellig das Gefühl hat, das könnte vielleicht nicht ganz so angenehm sein wie das, was man sich da selber ausdenken kann. Das Filmedrehen im Kopf, um eine bestimmte ausgewählte Realität zu erschaffen, hat ähnliche Konnotationen, ist aber zumindest ein bewußter Akt, was das andere halt eben nicht ist, sondern da driftest du einfach nur so rein.

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Kreatives Visualisieren als bewußter Schöpfungsakt

Das heißt also, wenn du hingehst und sagst, du möchtest, sagen wir mal, eine dich erfüllende Beziehung erschaffen, dann mußt du dir ja schon deine Gedanken machen, wie die sein soll. Das ist ein bewußter Akt der Schöpfung. Das heißt, du mußt da ja auch Be­reiche mit einbeziehen, die jetzt in irgendwelche romantischen Liebesphantasien nicht unbedingt reinkommen, wie zum Beispiel: Wie soll euer Alltag sich gestalten? Geht ihr gemeinsam zum Bei­spiel auf irgendwelche Konzerte? Wovon lebt ihr? Lebt ihr zusam­men, oder lebt ihr in ge­trennten Wohnungen? Reist ihr zu­sammen? Habt ihr zum Beispiel ein gemeinsames Be­rufsleben, oder macht ihr getrennte Sachen? Wenn ja, welche?

Ja? Das heißt, in eine solche Visualisierung mußt du schon gewisse Dinge der sogenann­ten Konsensrealität mit einfließen lassen, die in einen reinen Film, der nur dazu dient, dir die unangenehmeren Aspekte der Konsensrealität zu ersparen, nicht unbedingt einfließen. Das heißt, wenn du dir vorstellst, wie ihr euch in die Arme sinkt und ewige Liebe schwört oder was auch immer, ja? (grinst) – dann kommt da vielleicht nicht unbedingt drin vor, in dieser Vision, daß es Dinge geben könnte, die Konfliktpotential beinhalten, und wie löst ihr diese Konflikte? Zum Beispiel. Löst ihr die über­haupt? Oder laßt ihr die unterschwellig vor sich hinköcheln, bis es dann wirklich knallt? Oder führen diese Konflik­te letzten Endes zum Auflösen der Beziehung? Ja? All diese Dinge kommen da drin nicht vor. Genau wie natürlich in einem klassischen Lie­besfilm sowas nicht vorkommt, sondern da geht es nur darum, wie man die Hindernisse überwindet, bis die beiden sich dann end­lich kriegen. Aber wie es danach weitergeht, das interessiert kein Schwein mehr. Haupt­sache, die haben sich dann. Das ist schon in dem Tucholsky-Gedicht ganz schön be­schrieben. (lacht)

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Die Schöpfung muß sich frei entfalten können

Das heißt: In einen bewußten Akt der Schöpfung, in eine Visualisierung, die du zum Zwe­cke des Erschaffens einer bestimmten Realität dir vorstellst oder dir auch zusammen­stellst aus bestimmten Elementen, fließen viel mehr Elemente ein, die in eine rein eska­pistische Vision einfach nicht passen würden. Das ist schon mal die eine Sache. Dann ist es aber trotzdem immer noch so, wenn du sagst: „Ich will genau das erschaffen, und das soll so und so sein“, daß du damit den Raum nimmst für Dinge, die sich ereignen könn­ten, wenn du nicht so festgefügte Vorstellungen davon hättest.

Es ist gut, eine Idee zu haben. Das ist richtig. Aber zum Beispiel hast du ja bei Bärbel Mohr gelesen, daß sie dann eine 25-Punkte-Liste hatte davon, wie der Typ sein soll, mit dem sie gerne zusam­men wäre. Und dann lernte sie prompt jemand kennen, bei dem alle 25 Punkte zutrafen, und trotzdem (lacht) hat das mit den beiden einfach nicht hingehauen. Ja? So kann es gehen, wenn man diese schöpferische Visualisierung an­wendet, weil die manchmal ein­fach zu starr ist. Weil da einfach kein Raum ist für Frei­heit, dafür, daß die Dinge sich auf eine organische Weise entfalten.

Und natürlich ist es so, daß, wenn du dir deinen Traumpartner vorstellst, wie er sein soll – dann verhinderst du oft geradezu, daß du den Menschen treffen kannst, der wirklich zu dir passen würde. Sagen wir mal, du sagst, der Typ soll Anfang Dreißig sein, eine lange Mähne haben und Gitarrist in einer Rockband sein. Aber der Typ, der wirk­lich zu dir pas­sen würde, ist vielleicht Mitte 50, hat von Musik keinen blassen Dunst (lacht) und erfüllt auch sonst nicht dein Klischee vom perfekten Lover oder so, ja?

So. Wenn du dir jetzt manifestierst, daß du diesen Rockmusiker triffst, dann läufst du an dem Typen vorbei, der es vielleicht wirklich sein könnte, mit dem du glücklich sein könn­test. Du kannst natürlich sagen: „Okay, ich erschaffe mir jetzt einfach, glücklich zu sein und vollkommen akzeptiert in einer Beziehung, die mich vollkommen erfüllt und in der wir uns beide gemeinsam entfalten können, und zwar besser als wir das je­der für sich al­leine könnten“. Das kannst du machen. Aber wenn deine Vorstellungen, die du in die Vi­sualisierung einfließen läßt, zu detailliert sind, dann kann einfach viel­leicht nicht mehr das passieren, was passieren könnte, wenn du da offener für andere Sachen wärst. Denn die Bestellungen müssen dir ja so ausgeliefert werden, wie du sie halt eben auch aufgegeben hast. Und du kriegst dann so lange vielleicht die Sachen, die nicht zu dir passen, bis du irgendwann sagst:“So, jetzt reicht’s mir! Ich merke einfach, das, was ich glaube, was mich glücklich machen würde, das macht mich gar nicht glücklich. Mach du mal!“

Und dann kann dann vielleicht wirklich das zu dir kommen, was es wirklich ist, wenn du dich dafür öffnest. Und oftmals ist es so, daß die Öffnung wirklich erst dann erfolgt, wenn man eine ganze Latte an nicht funktionierenden Bestellungen irgendwie abgearbeitet hat. (lacht)

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Der Film deines Lebens

So. Das war der eine Punkt – der Unterschied zwischen Filmen im Kopf, in die du einfach driftest oder die du dir selber auf schöpferische Weise halt erschaffst, kompilierst, oder wie auch immer. Jetzt noch mal zu den Filmen, die du für dein Leben drehst. Das ist, sa­gen wir mal, sowas wie ein Betrachtungswinkel. Das heißt, du bist ja immer, in deinem Leben – du hast immer einen begrenzten Blickwinkel. Das ist einfach so. Du könntest sonst in einer physischen Existenz gar nicht sein. Die Fülle an Informationen würde dich erschlagen. Und du hast dich ja auch in diese Inkarnation hineinbegeben, weil du eine bestimmte Erfahrung genau aus diesem Blickwinkel machen wolltest. Das heißt, das ist schon ganz okay so.

Aber jetzt ist es innerhalb dieser persönlichen Betrachtungsweise noch mal so, daß du unterschiedliche Sachen machen kannst. Du kannst innerhalb dieses Lebens einen Film drehen, der sich vollkommen in der Konsensrealität abspielt – was weiß ich, zum Beispiel: „Ewiger Loser arbeitet sich aus dem Sumpf und hat dann doch Erfolg“, oder so. Oder du könntest einen Film gehen, bei dem es darum geht: „Jemand, der sich immer für einen Menschen hielt, entdeckt auf einmal, daß er ein ganz anderes Wesen ist, findet daraufhin ähnliche Wesen und erschafft mit denen eine neue Realität.“ Das wäre eine an­dere Möglichkeit. Oder du könntest auch einen Film drehen mit dem The­ma: „In der Kon­sensrealität zutiefst verankerter Mensch erweitert sein Bewußtsein und erkennt schließ­lich, daß alles Wahrgenommene Illusion ist und daß dahinter nur die eine Wirklichkeit existiert.“ Das alles ist innerhalb dieser einen Lebenszeit eine denkbare Option eines Fil­mes, den du drehen könntest. Das heißt, du hast da schon unterschiedliche Möglichkei­ten, was du machen kannst. Es bleibt natürlich ein Film. (lacht) Das muß dir immer klar sein.

Nur ist es halt da auch wieder so, genau wie mit den Visualisierungen oder den Filmen, in die du driftest, kannst du auch auf dieser Ebene dich entweder in die Dinge reinschlid­dern lassen und dann immer wieder das gleiche erschaffen – denn die unbe­wußt erschaf­fenen Filme haben eine Tendenz, immer wieder dieselben Themen zu wiederholen -, oder du kannst sagen: „Okay, da es halt nun mal so ist, daß ich so­wieso einen Film er­schaffe, egal, was ich mache, kann ich das doch genauso gut auch so machen, daß ich selber da­bei Spaß habe und etwas erschaffe, was mir dann halt auch eben nachher Spaß machen würde anzugucken“ oder so, ja? Damit bist du dann schon sozusagen auf der Ebene der Visualisierung, wo du sagst: Okay, ich schliddere jetzt nicht mehr immer in die gleichen Manifestationen, sondern ich halte mal einen Moment inne und überlege: Was für einen Film will ich hier eigentlich drehen? Und ist das, was ich bis jetzt gedreht habe … paßt das denn dazu?

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Die Lange Nacht der Monsterfilme

Dann gibt es natürlich noch die Meta-Ebene. Das heißt, du machst den Film ganz aus und guckst dich mal in dem Kino um, was da ist. Oder wenn wir jetzt die Metapher des Film­studios nehmen, dann, wenn der Dreh zu Ende ist, guckst du dich halt mal um, und dann siehst du einfach ein Studio, und da sind diese ganzen Kameras und Kulissen und Requi­siten, und was man da alles so hat. Ja? Das heißt, du kannst ja, als dieser Regisseur, kannst du dich entweder auf diese Handlung konzentrieren. das, was du machen willst. Oder du kannst gucken: Was steht denn hier in diesem Studio überhaupt rum? Was ist diese Realität, mittels deren ich überhaupt diese Illusion erschaffe? Wie sieht die aus?

Oder als Kinobesucher, als sozusagen Rezipient des fertigen Filmes dann hinterher, kannst du sagen: Okay, ich war jetzt die ganze Nacht in der Langen Nacht der Monster­filme. (lacht) Und jetzt sind mir die Augen etwas verquollen, und ich stehe auf, und was ist da um mich rum? Da ist einfach nur ein Raum, da sind ein Haufen Stühle, da sind ein paar andere Leute, die auch schon etwas müde aussehen (lacht), und wenn ich jetzt da rausgehe, gibt es irgendwo eine Theke, wo ich nen Kaffee krie­gen kann. (lacht) Und das ist die Realität. Die Monster sind einfach nur Bilder ge­wesen, die dich er­schreckt haben und die aber letzten Endes nicht wirklich existieren.

Laß es uns jetzt mal dabei belassen, okay? Wir können später noch mal darüber re­den.

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Text © Zarah Zyankali 2007, Foto © Zarah Zyankali 2015. Bitte diesen Text nur verlinken oder rebloggen, nicht woanders hin kopieren! Danke.

Film-Realitäten reloaded 2

Weiter geht’s mit den Gesprächen mit meinem Höheren Selbst

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Es gibt keine Kontrolle im Universum

[…] Du hast immer Angst, sobald du nur ein kleines bißchen die Kontrolle aufgibst, wür­dest du Tür und Tor öffnen für Wesen, die dich kontrollieren wollen. Also Kontrolle ist so­zusagen Geistrolle auf beiden Seiten. [Anm. Eine Geistrolle ist eine Energie, die sich im Feld befindet, die aber niemand für sich beanspruchen will.] Entweder du hast sie, oder wenn du sie nicht hast, muß jemand anders sie haben. Und das ist dann in deiner Vorstellung im­mer jemand, der es mit dir gar nicht gut meint. Und da könntest du auch noch mal tiefer reingehen, in das Thema, denn das hat auch mit diesem Mangel an Vertrauen zu tun. […]

Guck noch mal, wo diese Kontrollvorstellungen herkommen. Das würde ich empfeh­len. Das ist ein ganzer Themenkomplex: Existenzangst – Mangel an Vertrauen – Man­gel an Fülle – umgeben sein von Leuten, die einen nicht verstehen – eventuell auch verfolgt sein – bestraft sein – in ständiger Angst leben – und wenn einen Leute gut be­handeln, dann ist es nie ohne Hintergedanken. Das ist ein ganzes Konglomerat von Vorstellungen, die alle zusammenhängen.

Und ist da auch die Wurzel, also dieses Im-Universum-nicht-geborgen-Sein und so?

Ja, natürlich! Denn wenn du geborgen bist im Universum, hast du keine Angst, vor gar nichts, und du weißt auch, daß nichts und niemand dich kontrollieren kann. Wie soll er das denn machen? Du bist FREI! Du kannst deine Freiheit abgeben, aber es gibt nichts, was dich gegen deinen Willen zu irgendetwas beeinflussen kann. Das EXISTIERT NICHT! Und in dem Moment, wo du das Gefühl hast, von etwas außerhalb deiner selbst kontrolliert zu werden, hast du ja schon eine Dualität aufgemacht, denn du und das Kontrollierende sind EINS! So. Und du projizierst es außerhalb von dir in irgendeine Ge­stalt rein, oder auch in irgendeine Gruppe.

Es ist aber etwas, was zu dir GEHÖRT. Du kontrollierst, und dann hast du Angst, kontrolliert zu werden, wenn du die Kontrolle losläßt. Und dieses ganze Kontrollding ist etwas, was du dir eigentlich (lacht) wirklich nur selber ausgedacht hast, und weiter gar nichts. Ja? Es existiert keine Kontrolle im Universum! Nicht auf essentiellen Ebe­nen. Was existiert, ist eine Illusion von Kontrolle. Und sobald diese Kontrollillusion aufgelöst ist, ist da nichts mehr außer Freiheit. Ja? DAS GIBT ES NICHT. Ich muß es einfach mal in aller Deutlichkeit so sagen.

Es gibt natürlich immer wieder – hat es immer wieder gegeben – Wesenheiten, die sich Dramen inszenieren, wo sie von anderen Wesenheiten geknechtet, gefoltert, kon­trolliert, gequält, verfolgt und weiß der Henker was werden. DAS gibt es. Das ist, wie wenn du abends deinen Fernseher anmachst, und dann siehst du einen Film, wo Leute … was weiß ich … vor ihren Feinden fliehen oder vor einem Monster, oder wo Leute in den Knast kommen oder gefoltert oder ausgepeitscht werden oder sonstwas, und sich dann aus ir­gendwelchen solchen Lagen halt befreien müssen oder ihren Verfolgern entkommen.

So. In dem Moment, wo du diesen Fernseher ausmachst, ist dieser Film nicht mehr da. Und der hat auch nie in Wirklichkeit existiert, sondern das sind alles gestellte Sze­nen mit Schauspielern und irgendwelchen Autos, mit Auto-Verfolgungsjagden und was weiß ich, Hubschraubern und Waffen. Und das ist alles irgendwo in Hollywood produ­ziert worden, und es hat alle diese Menschen, also diese Wesen, die in diesen Filmen irgendwelche Rol­len spielen, hat es NIE GEGEBEN! Das hat sich jemand ausgedacht, der hat das in Szene gesetzt, er hat es produziert, er hat es abgedreht, er hat es in die Kinos gebracht – oder sie -, und dann gibt es halt Leute, die sich von sowas halt gerne den Abend ver­schönern lassen, wenn mir auch nicht wirklich klar ist, was da dran jetzt so schön sein soll. Aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

So. Also es gibt eine Illusion dessen. Und die ist nichts weiter als so ein Fernsehfilm. In dem Moment, wo du den Knopf betätigst, FÄLLT DIE ILLUSION IN SICH ZUSAM­MEN. Habe ich mich klar ausgedrückt?

Äh … ja.

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Du bist der Regisseur deiner Filme

Das heißt: Die Vorstellung, von einer Wesenheit außerhalb deiner selbst oder auch ei­ner Gruppe von Wesenheiten außerhalb deiner selbst kontrolliert zu werden, Dinge zu tun, die du nicht zu tun wünschst, das ist ein Film, den du gedreht hast. Und da du der Regis­seur von all diesem bist, kannst du genausogut auch einen anderen Film drehen. Und dazu mußt du halt erstmal begreifen, daß das hier alles ein Riesen-Film­studio ist. Und du bist ein Regisseur, du kannst da machen, was du willst. Du kannst den Herrn der Ringe drehen, du kannst Lethal Weapon 3 drehen, du kannst Dumm und Dümmer drehen, oder Pretty Woman, oder From Dusk Till Dawn, oder was im­mer du willst.

Oder du kannst den Film drehen „Außerirdische greifen die Erde an“, oder „Außerirdische kommen, um die Erde zu retten und die guten Lichtarbeiter zu evakuieren“ (lacht) oder weiß der Henker was. Ich meine, wir sprachen bereits darüber. All diese Filme kannst du drehen, und zwar nur mit deinem Bewußtsein. Und du kannst auch den Film drehen „Seelengefährten treffen sich und verlieben sich unrettbar“. (lacht) And li­ved happily ever after. Oder retten dann den Planeten oder … ja? (kringelt sich vor La­chen) Es ist al­les ein großer Witz und weiter gar nichts. Und wenn du das ka­piert hast, dann hörst du nie mehr auf zu lachen. NIE MEHR! Denn dann siehst du nämlich, daß es nicht wirklich etwas gibt, weshalb man irgendwie besorgt sein müßte. Du drehst all die­se Filme gemäß deinen Vorgaben. Denn es gibt nicht diese Be­schränkungen wie in Hollywood, wo man sagt: „Also das kriegen wir aber vom Studio nicht finanziert“ und „Diese Special Effects, die können wir nicht machen'“, und so, sondern du kannst das alles machen hier, ja? Was immer du willst, ist möglich in dei­nem Geist.

Und deswegen würde ich dir empfehlen, wenn du das ja jetzt schon weißt: du bist Regis­seur deiner eigenen Filme – dann dreh doch die Filme, in denen du dich wohlfühlst, oder wo du gerne drin mitspielen würdest auch. Dreh doch nicht einen Film „Außerir­dische Wesen üben mind control über dein Gehirn aus“ (lacht) oder … Ich meine, das könnte eventuell spannend sein, sowas zu drehen. Das will ich nicht gesagt ha­ben. Aber möch­test du denn wirklich gerne in sowas der Hauptdarsteller sein? (lacht) […]

Ich frag mich sowieso, in was für einem Film ich bin […].

Na, das Drehen fällt natürlich weit leichter, wenn man ungefähr eine Ahnung hat, was das Thema ist. (lacht) Daran leiden ja schlechte Filme, daß sie immer versuchen, fünf Handlungsstränge, die überhaupt gar nicht zusammenpassen, dann noch irgendwie in Verbindung zu bringen. Und dann machen sie einen Thriller, aber irgendwo muß ja auch noch eine Liebesgeschichte rein, und eventuell sollte auch noch etwas Ethno-Kitsch nicht fehlen, und blablabla, und schließlich ist das Ganze nicht Fisch, nicht Fleisch, und der Be­trachter geht aus dem Kino und fragt sich: „Was wollte mir der Re­gisseur jetzt damit sa­gen?“

Na, ich lebe ja mein Leben nicht, weil ich irgendjemandem damit eine Message verbraten will … Ich meine, wenn sich jemand langweilt, mein Leben zu betrachten, kann er ja gerne zappen und irgendwo hingehen, wo es spannender ist. […]

Na, ich lebe ja mein Leben nicht, weil ich irgendjemandem damit eine Message verbraten will … Ich meine, wenn sich jemand langweilt, mein Leben zu betrachten, kann er ja gerne zappen und irgendwo hingehen, wo es spannender ist. […]

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Text © Zarah Zyankali 2007, Foto © Zarah Zyankali 2016. Bitte diesen Text nur verlinken oder rebloggen, nicht an andere Orte kopieren. Danke! ❤

Film-Realitäten reloaded 1

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Willkommen! Dies ist der erste Teil einer Reihe von Channelings, die ich im Jahre 2007 mit meinem Höheren Selbst über das Thema „Film-Realitäten“ machte. Ich hatte damals gerade erst angefangen zu channeln und liebte es, mein Höheres Selbst mit allen möglichen Fragen zu löchern. Zu der Zeit war ich gerade frisch verliebt und befand mich die meiste Zeit über in blühenden Phantasien, wie der Angeschwärmte und ich uns in die Arme sinken und einander ewige Liebe schwören würden … was natürlich der Präsenz im Hier & Jetzt nicht gerade förderlich war.  Aus dieser meiner unseligen Angewohnheit entspannen sich die folgenden Gespräche über Meditation und wie man es schafft, aus den Gedankenfilmen draußen zu bleiben … was dann zu längeren Ausführungen über die Realität als Film führte.

Viel Spaß damit! Ich hoffe, du schaffst es, immer zu merken, wenn du dich im falschen Film befindet, und dann rigoros den Aus-Knopf zu betätigen!

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Meditation:

Im Hier & Jetzt präsent sein

(…) es wäre sehr von Nutzen, die Fähigkeit zu trainieren (amüsiert), wahrzunehmen, was es wirklich ist, was du da machst und was dabei abläuft.

Ja, toll. Und wie mache ich das?

Ja. Regelmäßige Meditation wäre zum Beispiel eine Methode. Und das machst du dann genau wie bei H. [Meditationslehrer], nämlich einfach nur beobachten. Und die Beobach­tung, wenn du einfach rein auf der physischen Ebene anfängst erstmal, auch wenn es dir vielleicht zu­erst banal erscheint, aber einfach zu beobachten, ob jetzt dein klei­ner Zeh zuckt oder dein Auge zuckt oder dir die Nase juckt oder sonstwas, ja? Wenn du bei einer neutralen Beobachterhaltung bleibst, dann wird diese Beobach­tung sich vertiefen, und dann wirst du mehr und mehr wahrnehmen können. Und je nachdem, wie es dir gelingt, bei dem Beobachten zu bleiben und nicht in Gedanken abzudriften, könnte es relativ schnell sich vertiefen. Also probier es einfach mal aus. Einfach sitzen und beobachten, weiter gar nichts. Du kannst auch deinen Atem beob­achten, aber praktischer ist es ei­gentlich wirk­lich, zu sitzen und zu gucken, was in dei­ne Wahrnehmung tritt. Und du brauchst auch nicht vorher einen Wahrnehmungska­nal auszuwählen, du könntest aber auch beschließen, wahrzunehmen, wann Kanalwech­sel auftreten, und ob da vielleicht ein Muster sich zeigt.

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Schwierigkeiten bei der Meditation:

Filme drehen im Kopf

Also ich stelle halt fest bei dem Meditieren, daß es halt doch unglaublich schwer ist, nicht in die Gedanken abzudriften bzw. daß das irgendwie so einen Sog entwickelt. Und auf einmal ist man wieder drinne und hat überhaupt nicht bemerkt, wie es pas­siert ist. Und es fällt sehr schwer, – also das ist fast wie eine Droge -, es ist schwer, von dem wegzu­gehen und zu sagen, man geht wieder zur reinen Beobachtung zurück. Vielleicht so ein bißchen wie C. mit dem Fernsehen. Und jetzt wollte ich mal fra­gen, warum das so ist. Also was da dran ist so toll, daß ich das immer wieder mache und immer wieder reinzie­hen lasse und daß es mir so schwer fällt, wieder damit auf­zuhören?

Es ist in gewisser Hinsicht tatsächlich wie eine Droge, denn es ist eine Möglichkeit, sich in eine Welt zurückzuziehen, die man ganz selbst erschaffen hat, im Geist selbst erschaffen hat. Es ist natürlich so, daß du alles, was du um dich herum siehst – auch deine Körper­empfindungen, auch die Natur um dich herum, du erschaffst das alles. Aber in dieser Hin­sicht ist es noch einmal eine Welt in der Welt, wo dann auch alles genauso reagiert, wie du dir das so vorstellst. Das heißt, es ist eine Welt, in der man über das, was passiert, die totale Kontrolle hat, und das ist in der normalen Welt nicht so. Wenn du da irgendwas sagst, kannst du nicht damit rechnen, daß der andere so reagiert, wie du das dem vor­gibst, wenn du jetzt, sagen wir mal, einen inneren Film oder eine innere Szene ablaufen läßt.

Das heißt, es ist schon so: Du machst dir einen Film, in dem alles genau so sich abspielt, wie du dir das vorstellst, wie ein Regisseur. Bei einem echten Regisseur, der versucht na­türlich auch, seine Vision umzusetzen, aber er weiß genau, daß nicht im­mer al­les sich so umsetzen läßt, wie er sich das gedacht hat – vielleicht, weil es dazu Spezialeffekte braucht, die nicht zur Verfügung stehen, oder weil er nicht die ideale Besetzung für be­stimmte Rollen finden kann, oder weil das Wetter nicht mit­spielt, die Tech­nik nicht mit­spielt, bestimmte Orte nicht zugänglich sind und was sonst der Dinge mehr sind, die halt eben verhindern, daß man das genauso umsetzen kann, wie man das sich gedacht hatte.

Das heißt, der muß auch, wenn er merkt, das geht jetzt so nicht, umdisponieren. Wäh­rend, wenn du einen Film in deinem Kopf machst, kannst du alles 100% so ha­ben, wie du dir das denkst. Und das ist natürlich die Verführungskraft dieser Szenari­en, daß du halt eben alles genauso haben kannst, wie du es auch willst. Das einzige ist halt nur: Erstens kommt es selten so, wie man sich das gedacht hat, und zweitens sind dann ja auch posi­tive Überraschungen, etwas, das du in deinem Geist zum ge­genwärtigen Zeitpunkt noch nicht erfassen kannst, das ist ja dann auch nicht mehr da drin enthalten. Und drittens ist es natürlich auch so, daß, wenn du nur das zuläßt, was du dir innerhalb einer bestimmten engen Konzeption halt eben vorstellen kannst, begrenzt du dich ja selbst, begrenzt du das, was passieren kann, und es ist auch eine subtile Ablehnung dessen, was halt so ist.

Das heißt, du könntest dir einerseits vorstellen, was jemand sagen könnte, oder du kannst aber auch erspüren, wie er wirklich denkt, was er wirklich vielleicht sagen würde. Und das sind zwei vollkommen unterschiedliche Herangehensweisen. Das eine ist das, was du wünschst, und das andere ist das, was ist. Das eine ist eine Visualisie­rung des Gewünschten, was aber oftmals viel begrenzter ist als das, was du tatsäch­lich manifestieren könntest, wenn du dich einfach mehr für die Gegebenheiten öff­nest. Und das an­dere ist eine Bejahung von dem, was jetzt da ist, und das einfach an­zunehmen und wahrzu­nehmen.

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Die Realität ist spannender als Jeder Film

Okay, also du meinst, das ist so eine Art Kontrollsucht. Das heißt, wenn ich jetzt ein­fach nur wahrnehme, kommen Dinge, die ich nicht kontrollieren kann, und deswegen gehe ich lieber in ein Szenario, wo alles genau so abläuft, wie ich das denke.

Das ist ein Teil davon. Und dann ist es halt auch so, daß ja natürlich innere Filme im­mer den Eindruck erwecken, viel spannender zu sein als das, was du um dich herum wahr­nehmen kannst. Dem ist aber nicht so. Das ist allerdings am Anfang sehr schwer zu mer­ken, weil natürlich bunte Bilder – wenn du jetzt ins Kino gehst, sind die bunten Bilder auf der Kinoleinwand unendlich viel spannender, als wenn du jetzt nur siehst, da ist ein Raum mit einem Haufen Stühle und eine Leinwand, eine leere, und ein Projektor.

Naja, das ist doch aber auch so, oder? Ich meine, wenn du einen spannenden Film hast, das ist doch interessanter, als sich einen Haufen Stuhlreihen anzugucken.

(lacht) Ja, genau! Daraus beziehen ja genau diese Gedankenspiele ihre Anziehungskraft, daß du das denkst. (lacht) Nur der Unterschied ist halt der: Der Stuhl, in dem Sinne, ist echt, und der Film ist nur eine Projektion. Und deswegen könntest du von ei­ner anderen Warte aus durchaus sagen, daß der Stuhl viel spannender ist, denn der hat Substanz, und der Film, das sind halt nur Bilder. Und es ist halt eben zur Zeit noch so, daß du das noch nicht so ganz einsehen kannst, weil für dich ein Stuhl ein­fach nicht so spannend erstmal wirkt. Wenn du dich aber mit dem verbinden könntest und dafür of­fen werden könntest, für das, was der wirklich ist, statt dem, was du mit deinem Willen erzeugst, was da sein soll, dann könntest du recht spannende Entde­ckungen machen.

Bloß dazu bedarf es eines gewissen Durchhaltevermögens, daß man halt eben wirklich immer wieder am Anfang sagt: „Ich kehre aus dem Gedankenfilm zurück in meine jetzige Realität, in meine Präsenz im Hier und Jetzt, und ich beobachte, was passiert.“ Und es ist ja jetzt so: Sagen wir mal, du sitzt im Kino, und deine Aufmerksamkeit ist von ei­nem Film total gefesselt – dann würdest du nicht unbedingt sofort merken, wenn in die­sem Kino, sagen wir mal, ein Feuer ausbricht. Du würdest nicht merken, ob der Typ ne­ben dir dich interessiert betrachtet. Du würdest nicht merken, was um dich her­um pas­siert, weil du so gebannt auf die Leinwand starrst. So ein Zustand kann natür­lich auch seine Vorzü­ge manchmal haben, wenn man wirklich total fokus­siert ist auf die eine Sa­che. Aber du bemerkst dann einfach nicht mehr, was um dich herum vor sich geht.

Und wenn du dir jetzt immer wieder ins Gedächtnis rufst, daß du das Beobachten übst, damit du im Hier und Jetzt sein kannst, damit du im Hier und Jetzt wahrnehmen und handeln kannst – wenn du das jetzt übst, wenn du hier zuhause sitzt, dann ist vielleicht das, was deiner Wahrnehmung sich zeigt, erstmal banal, nicht so spannend – wobei das immer der Kritiker ist, der das sagt, nicht? Aber es ist ja auch nicht span­nend, Liegestützen zu machen. Aber du machst es für einen Zweck, nämlich daß dei­ne Arme gekräftigt werden. Und wenn du dann deine Liegestützen immer brav ge­macht hast, sind deine Arme irgendwann so stark, daß du dann auch schwerere Sa­chen heben kannst zum Beispiel, oder Klimmzüge machen kannst, oder vielleicht auch auf eine Klettertour in den Bergen gehen kannst, weil das deinen Körper jetzt nicht mehr überfordert.

Und genauso, wenn du das Präsentsein übst, dann sind das natürlich erstmal nur so Troc­kenübungen. Aber wenn du in einer ruhigen Situation zuhause im Hier und Jetzt präsent sein kannst über, sagen wir mal, einen Zeitraum von wenigstens zehn, fünfzehn Minu­ten, der sich natürlich dann auch noch erweitern kann, je mehr du das halt eben trai­nierst, dann ist es dir auch, wenn du draußen bist und eine Situation ist, die nicht so übersichtlich ist, wo viele Sachen gleichzeitig ablaufen, auf die du achten mußt oder die sich deiner Wahrnehmung aufdrängen können im gleichen Moment, ist es für dich leich­ter, diesen Beobachter einzuschalten und auch da präsent zu sein und zu fühlen: Was ist jetzt gerade wichtig? Was nehme ich gerade wahr? Was nehme ich in mir wahr? Was nehme ich um mich herum wahr?

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Filme im Kopf verhindern die klare Wahrnehmung

Wenn du dich aber gewohnheitsmäßig in die Filme reinziehen läßt, passiert folgendes: Erstens, daß du natürlich nicht mehr so viele Signale von außen oder auch innen mitkriegst. Das heißt, du kriegst nicht so viele Informationen über die Situation und wie du in der handeln könntest, wie das sonst der Fall wäre, wenn du schon diese Fähigkeit etwas trainiert hättest. Und zweitens wirst du dann auch in der Situation oftmals dir so einen Film erschaffen und den über die Situation drüberlegen. Das heißt, du nimmst nicht mehr wahr, was da ist, sondern das, was du da drauf projiziert hast, was ja dann oftmals auch Interferenzen erschaffen kann, wenn die Leute, mit denen du es zu tun hast, ir­gendwie selbst nicht bewußt genug sind, um das wahrzunehmen und das dann auch zu sagen.

Und aus allen diesen Gründen, die du dir ja auch immer noch mal ins Bewußtsein rufen kannst, ist es gut, auch wenn das zuerst mal einen recht profanen und nicht sonderlich aufregenden Eindruck macht, das wirklich zu trainieren, einfach hier zu bleiben, egal wie spannend die Filme sein mögen, die dein Geist sich da erschaffen könnte. Und so nach und nach wirst du dann aber auch merken, daß du Dinge wahrnimmst, die dann auf ein­mal vielleicht viel spannender sind als irgendein Film, den du dir ausdenken könntest. Da ist halt, sagen wir mal, eine gewisse Durststrecke zu bewältigen, bevor sich dieser Effekt einstellt.

Das heißt, du mußt einfach bei der Stange bleiben und immer wieder – egal, und wenn du auch zehn Minuten erstmal deinen Gedanken verfallen bist, irgendwann kommt der Punkt, wo du es merkst. Und dann gehst du wieder zurück in die Wahrneh­mung. Und das machst du dauernd. Und du machst es immer wieder. Und du machst es so lange, bis diese Zeiträume, wo du weg bist, kürzer werden. Und dann werden die noch kürzer. Und zu dem Zeitpunkt gibt es dann vielleicht schon einen Teil deines Geistes, der sagt: „So sehr interessieren mich diese Filme dann auch nicht. Ich möchte lieber hier sein.“ Und wenn du das hast, dann hast du sozusagen eine innere Motivation, damit weiterzumachen. Du mußt dich dann nicht mehr disziplinieren, son­dern du stellst dann fest, daß du das auch selber gar nicht mehr so doll findest mit den Filmen und den Gedanken, weil es irgendwie immer das gleiche ist. Hm? Es ist immer das gleiche! (grinst) Ist dir schon aufgefallen, nicht? Und das kann einem ja dann irgendwann auch mal ein bißchen langweilig werden, oder?

Während, wenn du im Hier und Jetzt bist, ist der Moment immer frisch und neu, und du kannst den auf eine frische und neue Weise erfahren. Und das macht auf die Dauer gesehen dann doch viel mehr Spaß, als ewig im Kino zu hocken und sich immer wie­der die gleichen Filme reinzuziehen, meinst du nicht auch?

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Meditationspraxis für jeden Tag

Okay. Also einfach die Durststrecke irgendwie durchstehen und das so lange machen, bis die Zeiträume kürzer werden.

Ja, genau. Setz dich einfach schon mal hin mit der bewußten Absicht, das so zu tun, und wenn du dann merkst, du schweifst wieder ab, dann holst du dich zurück. Und dann holst du dich wieder zurück. Und dann holst du dich wieder zurück. Bis es dir zu den Ohren rauskommt. Und es ist am Anfang gut, es auf einen überschaubaren Zeitraum zu begrenzen. Sagen wir mal, du sagst, du setzt dich wirklich hin für fünfzehn Minuten. Und nach fünfzehn Minuten brichst du ab, egal wo du dann bist. Und dann machst du wieder was anderes, und irgendwann setzt du dich wieder hin für fünfzehn Minuten. Denn sonst passiert es halt, daß sozusagen die Spannkraft des Geistes doch dann irgendwann erlahmt am Anfang, wenn die Übung noch nicht so da ist, und daß dann die Zeiträume, wo man sich verliert, eher länger werden. Das heißt, es ist schon gut, das auf einen bestimmten Zeitraum zu begrenzen. Wenn du merkst, daß es leichter geht, kannst du dann den Zeitraum länger machen. Aber am Anfang würde ich sagen, eine Viertelstunde ist genug. Und dann beobachte einfach, was passiert.

Und sich auch nicht selbst verurteilen, wenn man dann doch wieder zurückfällt, son­dern beobachten und sagen: „Okay – ich will jetzt nur beobachten. Und alles, was die­ser Absicht nicht entspricht, das halte ich jetzt draußen.“ Und dann wirst du merken, daß du auch schon mit einer ganz anderen Haltung in die Übung reingehst, wenn du vorher diese Absicht fomulierst. Und denk dran, was S. [Workshopleiter] gesagt hat: Es bedarf ei­ner Mischung aus Lockerheit und Entschlossenheit. Also wenn du zu verkrampft bist, haut es nicht hin, aber wenn du es zu sehr schleifenläßt, dann bist du auf einmal wieder in der schönsten Filmedreherei und bist halt nicht mehr bei der Sa­che. Das heißt, du brauchst ein Span­nungsverhältnis zwischen diesen beiden Geistes­zuständen. Und das kann man trainieren. Und das üben wir jetzt.

calligraphy divider goldText © Zarah Zyankali 2007, Foto © Zarah Zyankali 2015. Bitte diesen Text nur verlinken oder rebloggen, nicht an andere Orte kopieren. Danke. ❤