Bei Angriffen durchlässig bleiben

Dies ist ein Auszug aus einem längeren Gespräch mit meinem Höheren Selbst von irgendwann 2007 (das genaue Datum weiß ich jetzt nicht mehr). Meine Frage war gewesen: Wie soll man reagieren, wenn von anderen Leuten Angriffe kommen? Irgendwie schien ich damit zu rechnen, daß welche kommen würden, obwohl gar nichts dergleichen vorgefallen war.

Jetzt, aus einer Distanz von über 10 Jahren, kann ich sagen, daß er mir damals nicht erzählt hat, wie unglaublich schwer es ist, diesen Grad an Durchlässigkeit zu erreichen. So locker-flockig, wie er es hier darstellt, gehtKam es nämlich keineswegs. Eigentlich bräuchten wir dazu mal ein Follow-up-Gespräch …

Ich wüßte ehrlich gesagt nicht, warum das für dich ein Problem sein sollte. Denn die Leute sehen, was sie denken, und sie denken, was auch ihre persönlichen Vorurteile oft sind. Und dadurch wird die Wahrnehmung beeinflußt, um es mal neutral zu sagen. Und dadurch sehen sie dann im Prinzip in dir ihre eigene Spiegelung. Und wenn je­mand sein eigenes Spiegelbild sieht und dann sagt: „Iiih, du bist häßlich, du gefällst mir nicht!“ – dann ist das wohl dessen Problem, oder? (lacht)

Ja, bloß wenn er dich dann angreift, weil er denkt, du bist das …?

Du bist es aber nicht. Und wenn du dieser Spiegel sein und bleiben kannst und einfach nur reflektieren, was auf dich auftrifft, dann gehen diese Dinge durch dich durch. Wenn du dir das nicht zu Herzen nimmst, wenn du einfach mitfühlend sehen kannst, daß dieser Mensch mit sich selber kämpft, nicht mit dir, und ihm dieses Mitgefühl einfach zur Verfügung stellen kannst und wissen, daß er gar nicht dich meint – dann hast du kein Problem! Das … ah, ich will nicht sagen, das prallt an dir ab, sondern das geht halt durch dich durch! Du kannst es aufnehmen, du kannst es durch dich durch­lassen.

Bloß in dem Moment, wo du zumachst und einen Widerstand dagegen kriegst, dann hast du es. Ja? Du mußt dir das so vorstellen wie … sagen wir mal, du bist ganz of­fen, ganz durchlässig, etwas geht durch dich durch, dann geht das vorne rein und hin­ten wieder raus, es hat dich irgendwie gar nicht jetzt verletzen können, es ist einfach durchgegangen. Wenn das aber vorne in dich reingeht, und du machst zu, dann kann es nicht hinten wieder rauskommen. Logisch? Logisch. Es kann nicht hinten wieder rauskommen, das heißt, es steckt in dir fest, und da hast du es dann halt eben. Und da macht es dir natürlich dann auch Schmerzen, nicht?

Und deswegen ist das Beste, was du immer machen kannst, wenn dich Leute angrei­fen, zu wissen, daß sie sich selbst angreifen in deiner Gestalt, in dem Moment, wo du neutral bleiben kannst. Und dann kannst du ihnen helfen, mit sich selber halt zu kämpfen und zu sehen, daß sie (lacht) eigentlich gegen sich selber nicht gewinnen können. Manche Leute sehen das dann und andere halt nicht. Die kämpfen dann halt auf ewig weiter, und das ist zwar traurig, aber in gewissem Sinne eben auch ihre Wahl, denn sie könnten es ja sehen, was sie da eigentlich tun, und haben sich davor verschlossen. Und die mußt du dann einfach lassen. Und wende dich deinen eigenen Sachen zu. Kämpf du nicht mit denen dann auch noch. Die haben schon genug zu tun.

Ja, aber wie ist es mit all den Leuten, die halt auch dachten, daß das so ist, und dann doch diese Leute, die in dir einen Gegner sehen, dann kommen und dir Probleme machen – auch juristische Probleme?

Das zeugt immer noch von einer dualistischen Sichtweise, diese Frage, denn es kann dir niemand ein Problem machen. Nur du kannst dir ein Problem machen. Du kannst zulassen, daß du ein Problem manifestierst. Denn wenn du dieses Problem nicht ent­stehen lassen willst, dann kannst du ganz einfach sehen: Hier, da und dort kannst du angreifen, und dann entsteht dieses Problem gar nicht erst. Wie diese Tasse, die vom Tisch herunterrutscht.* Du siehst das dann rechtzeitig, du streckst die Hand aus, du nimmst die Tasse weg, und nichts ist passiert. Nur wenn du kämpfst – sagen wir mal, dieser Tisch fängt an zu vibrieren, und du fängst jetzt an, gegen diesen Tisch zu kämpfen, damit er ruhig wird, dann wird wahrscheinlich noch viel eher passieren, daß die Tasse herunterfällt. Aber so streckst du einfach die Hand aus, nimmst die Tasse weg, und dann kann der Tisch so viel wackeln, wie er will, das macht dann gar nichts mehr. *

*ein Beispiel aus „Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst“ von Thaddeus Golas

Text © Zarah Zyankali 2007, Foto © Zarah Zyankali 2014. Bitte diesen Text nur verlinken oder rebloggen, NICHT woanders hinkopieren! Vielen Dank!

Ein Gedanke zu “Bei Angriffen durchlässig bleiben

  1. Elke schreibt:

    Liebe Zarah,

    hab von Herzen DANK für das Teilen deines Beitrages… Interessant, dass du ihn bereits von 10 Jahren geschrieben hast… sehr inspirierend für mich drüber nachzufühlen!!! 😉 DANKE dir dafür!!

    Weißt du, was ich gerade noch interessanter für MICH persönlich finde… ich las diesen Beitrag in der TAT völlig neutral und WUSSTE genau, wovon du schreibst und über welche Herausforderungen du berichtest… GEÜHLT „arbeite“ ich schon erst unbewusst, dann SEHR BEWUSST mein … ( sagen wir halbes, ach nein, so sage ich es lieber nicht, sonst wäre es ja schon bald vorbei, lach, lach) … Leben mit dieser Neutralität und in der Mitte bleiben … fühle auch JETZT wahrlich die RICHITGKEIT und inzwischen auch immer mehr die LEICHTIGKEIT und MEINEN Weg darin…

    … und es FREUTE mich gerade SEHR deinen Beitrag zu lesen!!!

    Mein, sagen wir „Trainingspartner“ – sprich SCHEINBARER „Angreifer“ ist und war seit 33 Jahren mein Partner an meiner Seite… HUH, und WENN wir nicht verheiratet gewesen wären und ich meine liebste Freundin an meiner Seite gehabt hätte… grins, grins… DANN wäre ich vermutlich schon längst über alle Berge und woanders… doch IRGENDETWAS leises sagte immer wieder IN MIR bleib, mach weiter.!!! Du bist nicht allein!!..
    Ich wusste irgend jemanden musste ich verlassen… wusste aber nicht wen oder was… das es letztlich meine Arbeitsstelle war, die ich verlassen sollte… das „erfuhr“ ich erst vor ca. 3 Jahren…

    Selbst bei vielen Beiträgen, die ich im Internet lese… weiß ich oft nicht wovon da überhaupt die Rede ist… vieles klingt so kompliziert… Sehr lange Zeit wusste ich allerdings nicht, WARUM ich das so empfinde… letztlich IST ALLES LIEBE und ein Ausdruck dessen… und ich glaube, je authentischer wir jeder werden, desto weniger wird es vielleicht auch „interessant“ oder vielleicht auch von Wichtigkeit sein, ob und wann sich welches Portal öffnet… 😉
    Hmmm KEINE Ahnung, ob das an dem so ist… doch weiß ein KIND wann da was ist, geschweigen denn, WAS das ist??? ES IST EINFACH ganz natürlich MIT DEM WAS IST… und ich glaube mehr denn je, finde ich gerade auch mein eigenes Inneres Kind wieder, kann es an die Hand nehmen, es umarmen und JA!!! sagen zu ALLEM WAS IST…

    Unser menschlicher Verstand möchte immer irgendeine Erklärung haben, warum und wieso etwas so und nicht anders ist… so und dann weiß er das… und DANN??? … gut, dann ist es interessant und solange es mir beim INNEREN Wachstum hilfreich ist… dann ist es auch GUT und RICHTIG so… irgendwann erübrigt sich jedoch ALLES… und wir können wahrlich MIT DEM SEIN, was gerade ist… können es mit staunenden Kinderaugen (egal wie alt wir sind) anschauen und sagen, SUPER, kann ich damit spielen oder was kann ich damit machen, was mir FREUDE bereitet???!!!

    Ich schrieb dir, liebe Zarah auf deinem Blog, Zarah´s Abenteuer neulich einen kleinen Beitrag wegen meiner „Augengeschichte“… und nach wie vor, lasse ich mich darauf ein, in einer Art kindlichem Vertrauen, dass ich OHNE Brille klar und deutlich sehen kann… 😉

    Wenn wir ALLE EINS SIND… dann GIBT es einfach auch KEINE Angreifer mehr…
    Die Unterscheidungsfähigkeit, was ist meins und was nicht, ist nicht leicht zu lernen und sicher, zeigen mir meine Augen, dass ich auch noch was nicht sehen kann oder will oder was weiß ich… (vielleicht hat sich das meine Seele auch so vorgenommen… ) doch BIN ICH MIT DEM… lasse es einfach SO SEIN… lasse es los und VERTRAUE darauf, dass ich genau in MEINER Geschwindigkeit dorthin geführt und geleitet werde, wo ich GERADE JETZT SEIN soll…

    Ich bin inzwischen SO was von dankbar, diesen Partner an meiner Seite zu wissen… sicher eine völlig untypische Partnerschaft, wie man/Frau sich das so vorgestellt hat… doch sie hat mich genau da hingeführt, wo ich JETZT BIN…

    … die Anerkennung unser Individualität, der Andersartigkeit des Gegenübers, sprich in dem Falle des Partners, als Teil der Gemeinschaft / Ehe, also als kleiner Teil des Ganzen…. Wir haben BEIDE den inneren und äußeren Kampf aufgegeben… wir akzeptieren, sind authentisch dabei… Erleben so wunderbare Gemeinsamkeiten… so viel Fröhlichkeit und Freude und doch lassen wir den/die anderen genauso SEIN, wo wie jeder ist… und ES GIBT JEDER in dieser Beziehung SEIN BESTES!…

    NICHT mehr eingreifen, NICHT mehr die Lektion (oder Erfahrung) des anderen beeinflussen…
    … sondern ALLES SEIN LASSEN WIE ES IST… Veränderungen sind immer da… auch Tage, Zeiten, wo jeder mit sich selbst „knuspert“ … WENN Mann/Frau dann bereit ist, fragen wir, klären wir oder sagen einfach, wie es gerade IN UNS aussieht oder auch sagen eben einfach NICHTS… und sind wir mal „sauer“, na dann fühlen wir das, OHNE dem anderen oder sich selbst eine „Schuld“ dafür zu geben… das GEFÜHL ist einfach in dem Moment da… doch das geht auch wieder! 😉
    Hätte ich früher NIE „gedacht“, dass das SO geht, lach, lach!!

    Inzwischen ziehen wir beide meist solche Situationen an, wo wir gemeinsame Freude haben, oder wo wir Freude, Verständnis, Mitgefühl schenken können und so, bedingungslose Liebe als ganz kleine Fußstapfen hinterlassen… OHNE dabei wahrlich was zu „TUN“… der oft SEHR mühsame Weg, der hinter uns liegt, hat sich wahrlich gelohnt und unser Lohn ist eine tiefe LIEBE, die einfach ist was sie ist… LIEBE, eben anders als ER-WARTET! 😉 …

    Ich danke dir sehr für deine Inspiration das JETZT zu schreiben liebe Zarah! 😉

    Herzensgrüße und ALLES LIEBE in deinen Tag
    Elke

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