Die Holodeck-Realität und das Leiden als Illusion

In letzter Zeit kommt mal wieder das Thema hoch, wie real diese Realität hier eigentlich ist. Daher habe ich auch mal wieder alte Channelings ausgegraben, in denen es um diese Frage geht. Wer die „Film-Realitäten“ gut fand, wird mit dem Holodeck sicher keine Probleme haben. Wer meint, daß diese Sichtweise nur eine Verdrängung des Leidens bedeutet, wird mit dem Text wahrscheinlich eher wenig anfangen können. Also – ihr seid gewarnt! 😉 Wobei ich sagen muß, dass ich es selbst auch immer noch nicht einfach finde, über die holographische Realität hinauszublicken …

Die Holodeck-Realität und das Leiden als Illusion

29.4.2014

Die Hathoren haben ja irgendwann mal gesagt: “It is possible to live in heaven while others are living in torment. Ultimately, it is only a matter of choice.” Also du kannst im Himmel auf Erden leben, während andere in der Hölle sind, und es kommt halt nur drauf an, was du wählst. Und dann hab ich mal gefragt: Wenn man jetzt sein Bewußtsein so erweitert, daß man sich dann als Eins wahrnimmt, dann fühlt man ja auch das Leiden von den Wesen, die halt leiden. Das ist ja dann auch ein Teil von dir. Also kann man ja nicht sagen: „Oh, ich sitze hier in meinem schönen Himmel, und von dem Leiden kriege ich nichts mit.“ Das geht ja eigentlich nur so lange, wie man noch ein Gefühl von Getrenntheit aufrechterhält – oder nicht?

Und er [mein höheres Selbst] meinte daraufhin, es wäre anders, denn wenn du dich als das Ganze wahrnimmst, dann wärst du mit keinem von den einzelnen Teilen mehr identifiziert. Dann bist du nicht mehr im Himmel, du bis ein t auch nicht in der Hölle, du bist auch nicht in irgendeiner von diesen Erfahrungen mehr drin, sondern du bist dann das, was all diese Erfahrungen im Prinzip hervorbringt. Habe ich das richtig verstanden?

(lacht) Ja.

Und du hast erzählt vom Holodeck. Daß das eigentlich alles im Prinzip ein Riesen-Holodeck ist, und in dem Moment, wo du sowas wie Leiden noch ernst nimmst, hättest du das eigentlich noch nicht richtig begriffen oder so. Also die ganzen Buddhisten sind eigentlich Idioten, weil sie das Leiden als eine Tatsache verstehen, oder wie?

(lacht) Solange du noch irgendwas als ne Tatsache verstehst und nicht als ne Projektion deines eigenen Geistes, bist du auf dem Holzweg, ja. Und das hat der Buddha aber auch gesagt. Leiden und Kämpfe und aber auch die schönen Dinge – das ist alles Illusion! Und es ist alles dein Holodeck, auf dem du das kreierst, was du da kreieren möchtest.

[Mikrofonstörung] Scheiße! Das kreiere ich mir irgendwie.

(lacht)

Warte mal … ich muß das irgendwo dran festmachen. Aber nicht an meinen Klamotten. [Mikrofon-Rumgestöpsel und Gekräckel] Ja, das Mikrofon hat nen Wackelkontakt. Jetzt habe ich das mal befestigt. Und, ja. Also das Holodeck.

Ja. In dem Moment, wo du zum Universellen Bewußtsein erwachst, dann siehst du ja, daß das alles Projektionen sind deines eigenen Geistes. Nämlich deines Geistes, der alles umfaßt, diese ganzen Manifestationen alle. Und wenn du dann siehst, daß in dieser gesamten Projektion, die du erschaffen hast, die Illusion von Leiden existiert, dann bist ja nicht du es, der leidet.

Oder doch. Also …

Nein! Weil du siehst ja, daß es illusorisch ist. Du durchschaust es ja. Du bist ja nicht mehr drin gefangen. Verstehst du?

Ja, aber solange die Teile von mir da noch drin gefangen sind, dann ist ja irgendwie ein Stück von mir auch drin, oder nicht?

Ja, das Stück von dir, das sich damit identifiziert, das ist drin. Das ist richtig. Aber dein universeller Geist, der die Dinge betrachtet, der die Dinge hervorbringt und auch wieder auflöst, der ist nicht drin gefangen, und der leidet nicht und macht auch sonst nichts damit.

Aber ich dachte, der Universelle Geist bringt die Dinge hervor, um sie zu erfahren?

Er erfährt sie in den einzelnen Wesen, die er erschafft, die ja eigentlich nicht wirklich einzelne Wesen sind – genau wie eine Zelle in deinem Körper kein Einzelwesen ist, sondern sozusagen ein kleines Stück eines größeren Organismus darstellt. Das ist ja nicht getrennt. Aber diese Einzel-, vermeintlichen Einzelwesen, die machen Erfahrungen. Und diese Erfahrungen, die kannst du dir von da, wo du dein gesamtes Selbst bist, in Ruhe angucken einfach.

Ach so – wir machen die Filme für sozusagen den Universal Mind oder wie, damit er gucken kann?

(lacht) Ja, was bist denn du auf der Ebene, wo du diesen Film erschaffst, wenn du ihn nicht bewußt erschaffst?

(verwirrt) Äh, Moment – was willst du jetzt wissen?

(lacht herzlich) Du hast gesagt: „Wir machen die Filme.“ Wer sind denn „wir“? „Wir“ sind kleine Teile von dem Ganzen, und das Ganze ist das, was überhaupt die Erfahrung erst erschafft. Und in dem Moment, wo du sie erschaffst, bist du nicht mehr das Opfer davon, wie ich auch schon an anderer Stelle mal gesagt hab, ja? Nur wenn du sie unbewußt erschaffst, dann kannst du eine Illusion erfahren, ein Opfer von irgendetwas zu sein.

Uff! Nja.

Ja! Der Buddha zog aus, um eine Lösung zu finden, wie man das Leiden besiegen kann und die Krankheit und das Alter und den Tod. Und die Lösung, die er gefunden hat, bestand darin, zu erkennen, daß das alles Illusion ist! Und in dem Moment, wo du das erkennst, bist du frei davon. Und dann gibt’s natürlich andere Teile von dir, die noch nicht frei davon sind. Aber in dem Moment, wo du es er in kennst, löst sich für dich in dem Bewußtsein, in dem du dann bist, all das auf. All das, was sich noch damit identifiziert.

[weitere Mikrofonstörungen] So. In welchen Bewußtseinszustand muß ich mich begeben, damit das für mich ne Illusion ist?

(lacht) In diesem Bewußtseinszustand möchtest du dann gar nicht mehr irgendwas aufnehmen oder channeln, weil du das dann ja sowieso weißt. Weil du bist es ja dann. Du bist das allumfassende Bewußtsein, aus dem alles strömt. So. Und da hat vielleicht an einer Stelle ein Teil von dir ein Problem mit einem elektronischen Gerät, und woanders haben Teile von dir Hunger und wissen nicht, wo sie was zu essen herkriegen, und an einer dritten Stelle haben Leute mehr zu essen, als gesund für sie ist, und an einer vierten Stelle sitzen Leute vielleicht einfach in der Sonne, lassen sich’s gut gehen – und das sind alles Teile von dir. Das sind alles Erfahrungen, die du durch diese Wesen machst. Aber du bist nicht derjenige, der leidet! Das ist der Punkt. Das bist nicht du.

Na, wer ist es denn dann?

Das ist extrem schwer zu erklären, weil … im Prinzip muß man als allererstes sagen, daß Leiden als solches nicht wirklich existiert, weil das gesamte Framework, in dem die Illusion von Leiden existiert, nicht wirklich real ist.

Aber gut, wenn … sagen wir mal, ich bin auf diesem Holodeck, und da gibt es sowas wie Leiden.

Ja, dann ist es deswegen da, weil du das eingegeben hast. Weil dein Holodeck reagiert auf das, was du da einprogrammierst. Auf nichts sonst.

Ja, gut. Ich hab das irgendwann mal eingegeben, daß dort dieser Planet ist, und auf dem existiert sowas wie eine Illusion von Leiden, die aber in dem Moment real erscheint, in dem man sich da reinbegibt.

Das kannst du so sagen, ja.

Und ich hab diese Programmierung für mein Holodeck gemacht, um mal zu gucken, was da rauskommt, wenn ich so eine Sache erschaff.

Genau. Und jetzt siehst du, was rauskommt. (lacht)

Ja. Und sagen wir mal, daß mir das jetzt nicht mehr gefällt, was da rausgekommen ist. Und wenn ich das programmiert hab, kann ich das ja dann auch umprogrammieren.

Richtig. Du kannst es auch ausmachen, nicht? Du kannst sagen: „Okay, Holodeck-Session beendet. Ich geh raus, ich mach was anderes.“

Was mach ich denn dann, wenn ich kein Holodeck mehr hab, außerhalb dessen?

Du kannst natürlich ne neue Session anfangen mit anderen Programmierungen. Oder du kannst die Sache ganz bleibenlassen. Du kannst dich einfach in dein unendliches Bewußtsein ausdehnen, das keine Manifestationen braucht.

Das ist ja langweilig.

(lacht) Nö, das muß gar nicht langweilig sein. Guck, wenn du hier rausgehst und dich in die Sonne setzt – mußt du irgendwas tun? Mußt du irgendwas erschaffen? Du kannst es dir einfach so gutgehen lassen. Du mußt nichts tun.

Ja, aber ich hab ja hier die Manifestationen um mich rum: die Bäume und die Vögel und die Sonne und all das. Das ist ja schon da. Das brauch ich ja nicht mehr selber erschaffen, sondern das ist ja schon da.

Nee. Das ist deswegen da, weil dein Bewußtsein das erschafft! In dem Moment, wo du auf-hörst zu erschaffen, ist es nicht mehr da. Das ist nur jetzt deine Sichtweise, daß das schon da wär und du gehst jetzt raus. Aber so ist es nicht.

(verblüfft) Wie jetzt? Der Baum da, der ist doch da!

(lacht) Ja. Innerhalb dieses Frameworks, wo du ein Mensch bist und da die Erde ist und die Bäume und der Himmel und so, da ist das alles real. Genau wie du vorhin gesagt hast: Du gehst in dein Holodeck rein, und in dem Moment, wo du mal drinne bist, sind die Dinge real für dich, ja. Aber nur solange du in diesem Framework dich drin befindest, erschafft sozusagen die Programmierung deines Decks, was eine Erweiterung oder extension deines Bewußtseins ist, diese Dinge, die du wahrnimmst, als wären sie bereits da. Ja? Und es erschafft auch sozusagen die Illusion von etwas, was wächst oder erst entsteht oder noch kommt, ja?

Das ist wie ein Riesen-Computerprogramm. Da kannst du alles machen. Du kannst Zeit einprogrammieren: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Parallelzeiten, Zeitlinien, Wahrscheinlichkeiten … das kannst du alles machen. Und dann kannst du innerhalb dessen Illusionen erschaffen von, daß z.B. was wächst, blüht, wieder verwelkt, von neuem anfängt zu wachsen … Das ist wie ein Video auf Youtube, wo du siehst, wie sich so ein Blatt entfaltet oder halt wieder weggeht. Aber in Wirklichkeit ist es nur ein Video! Es ist nicht echt, Mann! Es ist ein Bildschirm, und da ist ein Bild drauf, und das verändert sich. Und das sind alles Pixel und kleine elektronische Impulse, die eine Illusion erschaffen eines Blattes oder einer Pflanze oder eines Meeres mit Delphinen drin oder was auch immer, ja? In Wirklichkeit ist das einfach nur ein Viereck auf nem Bildschirm, auf dem bestimmte Impulse die Illusion von Bildern erzeugen.

Ja, so gesehen, ja, sicher. (lacht)

Ja, und was anderes ist deine normale Realität auch nicht. Ist nur schwerer zu sehen, wenn man drin ist. (lacht)

OM. Warum ist es dann wichtig, daß ich diese Energie durch mich fließen lasse, wenn das eh alles illusionär ist?

Das ist in dem Moment wichtig, wo du beschlossen hast, eine bestimmte Holodeck-Erfahrung zu machen. In dem Moment, wo du das nicht mehr willst, kannst du es einfach vergessen. Ja. Das kannst du immer.

Ach, du verwirrst mich. Laß uns in die Sonne gehen.

(lacht)

Ja! Ich würde ungern draußen sitzen und irgendwie denken, daß das alles Illusion ist – dieser schöne Frühling und dieser wundervolle Himmel und die Kastanien, die fast überquellen von Kerzen und alles, und der Vogelgesang. Ich möchte eigentlich nicht denken, daß das irgend-wie jetzt nur ein Computerprogramm ist, in dem ich bin.

Ja, deswegen kannst du auch nicht drüber hinaus sehen – weil du möchtest, daß es real ist.

Na, was mache ich denn, wenn ich jetzt erkenne, daß das alles nur Bits und Bytes sind und so?

In dem Moment, wo du das erkennst, kannst du diese Bits und Bytes zu allem, was du willst, verschieben, manifestieren, verdichten, was auch immer. Du bist dann wie der Programmierer von dem Holodeck. Jetzt bist du wie ein Hologramm auf dem Holodeck, das denkt, daß es eine reale Person ist. Aber wenn du kapierst, daß diese Bits und Bytes – daß es wirklich nur das ist, dann bist du der Programmierer, der das umschreiben kann auch, wenn er will.

Ja, aber es macht ja keinen Spaß, wenn ich nicht mehr denke, daß es echt wäre, oder?

Ist nicht gesagt. Guck, wie viele Leute jeden Tag Computerspiele spielen, obwohl sie genau wissen, daß es nicht echt ist, die ganzen Dunkelelfen und Magier, die da drin vorkommen. Ja? Das ist ja auch nicht echt. Aber es macht ihnen anscheinend trotzdem Spaß.

Na gut, jedem Tierchen sein Pläsierchen, hm?

(lacht) Du bist auch oft genug am Computer. Wenn es dir keinen Spaß machen würde, warum machst du es dann?

Manchmal weiß ich das gar nicht so genau, ey. Gewohnheit vielleicht auch nur.

Ja, dann kannst du dich ja mal fragen: „Okay, was würde ich lieber tun? Was würde mir jetzt mehr Spaß machen?“

Ja, genau. Mir würde es jetzt mehr Spaß machen, rauszugehen.

Dann machen wir das doch.

Okay, bis später.

Text © Zarah Zyankali 2014 , Foto © Zarah Zyankali 2018. Bitte diesen Text nicht irgendwohin kopieren, sondern nur verlinken. Danke.

Film-Realitäten 3 – Visualisierungen und der Film deines Lebens

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Weiter geht es mit den Film-Realitäten.

Zum Hintergrund dieses Textes: Ich suchte ja schon immer nach dem idealen Partner und war eigentlich ständig in irgend jemanden verliebt, von dem ich dachte, der wäre es jetzt – mein Traumpartner oder Seelengefährte oder was auch immer. 😉 Als ich mit meinem Höheren Selbst dieses Channeling machte, war ich auch mal wieder sterblich verliebt und wollte darüber natürlich unbedingt mehr wissen. Deshalb ist das Beispiel hier in diesem Text, wie man sich eine glückliche Beziehung erschafft. Aber es läßt sich natürlich auch genauso gut auf alles andere anwenden.

Die letzten Abschnitte über die Meta-Ebene kann man sich immer wieder mal zu Gemüte führen … ich bin nach all den Jahren immer noch dabei, mein Gehirn darum zu wickeln. 😉

Viel Spaß beim Lesen!

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Filmedrehen im Kopf: Eskapistische Visionen

Okay, und zwar wollte ich noch wissen, mit den Filmen. Weil du hast – einerseits sagst du, Filme drehen im Kopf ist Scheiße (YKW schenkt mir einen ironischen Blick: Wann soll ich das denn gesagt haben?), oder bringt einen halt aus dem Hier und Jetzt. Und an­dererseits sagst du aber auch, die ganze Realität ist einfach nur ein großes Filmstudio, wo je­der seinen Film dreht, wie er halt Bock hat. Und manche drehen halt – was weiß ich -: Die guten Lichtarbeiter retten die Erde, und andere drehen: Ogott, die Zeiten sind schlecht, und es gibt keine Jobs, und die dritten drehen einen Liebesfilm und die vierten Actionfil­me oder was auch immer. Ja? Also das kann ich noch nicht so ganz miteinander vereinba­ren, wenn du einerseits sagst, die ganze physische Realität ist einfach nur ein großes Filmstudio, und dreh doch besser die Filme, auf die du Bock hast. Und anderer­seits sagst du aber eigentlich, man soll GAR KEINE Filme drehen. Kannst du mir dazu mehr sagen?

Ja klar (lacht) kann ich dir dazu mehr sagen. Es ist halt nur die Frage, was du wissen willst. (mehr Lachen)

Na, das hab ich doch gesagt, was ich wissen will. Ist jetzt Filmedrehen unausweichlich, weil man sowieso in einem großen Filmstudio sich befindet und es nur die Frage ist, ob man den Film bewußt dreht oder unbewußt? Oder sollte man auf das ganze Filmedrehen weitestgehend verzichten?

Okay, das ist jetzt konkreter. Also: Das Filmedrehen im Kopf bringt dich aus der Wahrnehmung von dem, was in deiner Filmrealität jetzt gerade vor sich geht. Ja?

Naja, es gibt doch zum Beispiel Leute, die benutzen das. Also die drehen einen Film in ih­rem Kopf davon, wie sie wollen, was ihre Realität ist, um diese Realität dann so zu er­schaffen. Was man halt eben Visualisieren oder Affirmationen oder sowas nennt.

Das ist noch mal ein Sonderfall. Das normale Filmedrehen im Kopf ist eine reine Fluchtreaktion, wo man sich in eine angenehmere Realität begibt, die man auch vollkomm­en kontrolliert, um nicht dem ausgesetzt zu sein, was passieren könnte, was man nicht kontrollieren kann und wovon man irgendwo unterschwellig das Gefühl hat, das könnte vielleicht nicht ganz so angenehm sein wie das, was man sich da selber ausdenken kann. Das Filmedrehen im Kopf, um eine bestimmte ausgewählte Realität zu erschaffen, hat ähnliche Konnotationen, ist aber zumindest ein bewußter Akt, was das andere halt eben nicht ist, sondern da driftest du einfach nur so rein.

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Kreatives Visualisieren als bewußter Schöpfungsakt

Das heißt also, wenn du hingehst und sagst, du möchtest, sagen wir mal, eine dich erfüllende Beziehung erschaffen, dann mußt du dir ja schon deine Gedanken machen, wie die sein soll. Das ist ein bewußter Akt der Schöpfung. Das heißt, du mußt da ja auch Be­reiche mit einbeziehen, die jetzt in irgendwelche romantischen Liebesphantasien nicht unbedingt reinkommen, wie zum Beispiel: Wie soll euer Alltag sich gestalten? Geht ihr gemeinsam zum Bei­spiel auf irgendwelche Konzerte? Wovon lebt ihr? Lebt ihr zusam­men, oder lebt ihr in ge­trennten Wohnungen? Reist ihr zu­sammen? Habt ihr zum Beispiel ein gemeinsames Be­rufsleben, oder macht ihr getrennte Sachen? Wenn ja, welche?

Ja? Das heißt, in eine solche Visualisierung mußt du schon gewisse Dinge der sogenann­ten Konsensrealität mit einfließen lassen, die in einen reinen Film, der nur dazu dient, dir die unangenehmeren Aspekte der Konsensrealität zu ersparen, nicht unbedingt einfließen. Das heißt, wenn du dir vorstellst, wie ihr euch in die Arme sinkt und ewige Liebe schwört oder was auch immer, ja? (grinst) – dann kommt da vielleicht nicht unbedingt drin vor, in dieser Vision, daß es Dinge geben könnte, die Konfliktpotential beinhalten, und wie löst ihr diese Konflikte? Zum Beispiel. Löst ihr die über­haupt? Oder laßt ihr die unterschwellig vor sich hinköcheln, bis es dann wirklich knallt? Oder führen diese Konflik­te letzten Endes zum Auflösen der Beziehung? Ja? All diese Dinge kommen da drin nicht vor. Genau wie natürlich in einem klassischen Lie­besfilm sowas nicht vorkommt, sondern da geht es nur darum, wie man die Hindernisse überwindet, bis die beiden sich dann end­lich kriegen. Aber wie es danach weitergeht, das interessiert kein Schwein mehr. Haupt­sache, die haben sich dann. Das ist schon in dem Tucholsky-Gedicht ganz schön be­schrieben. (lacht)

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Die Schöpfung muß sich frei entfalten können

Das heißt: In einen bewußten Akt der Schöpfung, in eine Visualisierung, die du zum Zwe­cke des Erschaffens einer bestimmten Realität dir vorstellst oder dir auch zusammen­stellst aus bestimmten Elementen, fließen viel mehr Elemente ein, die in eine rein eska­pistische Vision einfach nicht passen würden. Das ist schon mal die eine Sache. Dann ist es aber trotzdem immer noch so, wenn du sagst: „Ich will genau das erschaffen, und das soll so und so sein“, daß du damit den Raum nimmst für Dinge, die sich ereignen könn­ten, wenn du nicht so festgefügte Vorstellungen davon hättest.

Es ist gut, eine Idee zu haben. Das ist richtig. Aber zum Beispiel hast du ja bei Bärbel Mohr gelesen, daß sie dann eine 25-Punkte-Liste hatte davon, wie der Typ sein soll, mit dem sie gerne zusam­men wäre. Und dann lernte sie prompt jemand kennen, bei dem alle 25 Punkte zutrafen, und trotzdem (lacht) hat das mit den beiden einfach nicht hingehauen. Ja? So kann es gehen, wenn man diese schöpferische Visualisierung an­wendet, weil die manchmal ein­fach zu starr ist. Weil da einfach kein Raum ist für Frei­heit, dafür, daß die Dinge sich auf eine organische Weise entfalten.

Und natürlich ist es so, daß, wenn du dir deinen Traumpartner vorstellst, wie er sein soll – dann verhinderst du oft geradezu, daß du den Menschen treffen kannst, der wirklich zu dir passen würde. Sagen wir mal, du sagst, der Typ soll Anfang Dreißig sein, eine lange Mähne haben und Gitarrist in einer Rockband sein. Aber der Typ, der wirk­lich zu dir pas­sen würde, ist vielleicht Mitte 50, hat von Musik keinen blassen Dunst (lacht) und erfüllt auch sonst nicht dein Klischee vom perfekten Lover oder so, ja?

So. Wenn du dir jetzt manifestierst, daß du diesen Rockmusiker triffst, dann läufst du an dem Typen vorbei, der es vielleicht wirklich sein könnte, mit dem du glücklich sein könn­test. Du kannst natürlich sagen: „Okay, ich erschaffe mir jetzt einfach, glücklich zu sein und vollkommen akzeptiert in einer Beziehung, die mich vollkommen erfüllt und in der wir uns beide gemeinsam entfalten können, und zwar besser als wir das je­der für sich al­leine könnten“. Das kannst du machen. Aber wenn deine Vorstellungen, die du in die Vi­sualisierung einfließen läßt, zu detailliert sind, dann kann einfach viel­leicht nicht mehr das passieren, was passieren könnte, wenn du da offener für andere Sachen wärst. Denn die Bestellungen müssen dir ja so ausgeliefert werden, wie du sie halt eben auch aufgegeben hast. Und du kriegst dann so lange vielleicht die Sachen, die nicht zu dir passen, bis du irgendwann sagst:“So, jetzt reicht’s mir! Ich merke einfach, das, was ich glaube, was mich glücklich machen würde, das macht mich gar nicht glücklich. Mach du mal!“

Und dann kann dann vielleicht wirklich das zu dir kommen, was es wirklich ist, wenn du dich dafür öffnest. Und oftmals ist es so, daß die Öffnung wirklich erst dann erfolgt, wenn man eine ganze Latte an nicht funktionierenden Bestellungen irgendwie abgearbeitet hat. (lacht)

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Der Film deines Lebens

So. Das war der eine Punkt – der Unterschied zwischen Filmen im Kopf, in die du einfach driftest oder die du dir selber auf schöpferische Weise halt erschaffst, kompilierst, oder wie auch immer. Jetzt noch mal zu den Filmen, die du für dein Leben drehst. Das ist, sa­gen wir mal, sowas wie ein Betrachtungswinkel. Das heißt, du bist ja immer, in deinem Leben – du hast immer einen begrenzten Blickwinkel. Das ist einfach so. Du könntest sonst in einer physischen Existenz gar nicht sein. Die Fülle an Informationen würde dich erschlagen. Und du hast dich ja auch in diese Inkarnation hineinbegeben, weil du eine bestimmte Erfahrung genau aus diesem Blickwinkel machen wolltest. Das heißt, das ist schon ganz okay so.

Aber jetzt ist es innerhalb dieser persönlichen Betrachtungsweise noch mal so, daß du unterschiedliche Sachen machen kannst. Du kannst innerhalb dieses Lebens einen Film drehen, der sich vollkommen in der Konsensrealität abspielt – was weiß ich, zum Beispiel: „Ewiger Loser arbeitet sich aus dem Sumpf und hat dann doch Erfolg“, oder so. Oder du könntest einen Film gehen, bei dem es darum geht: „Jemand, der sich immer für einen Menschen hielt, entdeckt auf einmal, daß er ein ganz anderes Wesen ist, findet daraufhin ähnliche Wesen und erschafft mit denen eine neue Realität.“ Das wäre eine an­dere Möglichkeit. Oder du könntest auch einen Film drehen mit dem The­ma: „In der Kon­sensrealität zutiefst verankerter Mensch erweitert sein Bewußtsein und erkennt schließ­lich, daß alles Wahrgenommene Illusion ist und daß dahinter nur die eine Wirklichkeit existiert.“ Das alles ist innerhalb dieser einen Lebenszeit eine denkbare Option eines Fil­mes, den du drehen könntest. Das heißt, du hast da schon unterschiedliche Möglichkei­ten, was du machen kannst. Es bleibt natürlich ein Film. (lacht) Das muß dir immer klar sein.

Nur ist es halt da auch wieder so, genau wie mit den Visualisierungen oder den Filmen, in die du driftest, kannst du auch auf dieser Ebene dich entweder in die Dinge reinschlid­dern lassen und dann immer wieder das gleiche erschaffen – denn die unbe­wußt erschaf­fenen Filme haben eine Tendenz, immer wieder dieselben Themen zu wiederholen -, oder du kannst sagen: „Okay, da es halt nun mal so ist, daß ich so­wieso einen Film er­schaffe, egal, was ich mache, kann ich das doch genauso gut auch so machen, daß ich selber da­bei Spaß habe und etwas erschaffe, was mir dann halt auch eben nachher Spaß machen würde anzugucken“ oder so, ja? Damit bist du dann schon sozusagen auf der Ebene der Visualisierung, wo du sagst: Okay, ich schliddere jetzt nicht mehr immer in die gleichen Manifestationen, sondern ich halte mal einen Moment inne und überlege: Was für einen Film will ich hier eigentlich drehen? Und ist das, was ich bis jetzt gedreht habe … paßt das denn dazu?

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Die Lange Nacht der Monsterfilme

Dann gibt es natürlich noch die Meta-Ebene. Das heißt, du machst den Film ganz aus und guckst dich mal in dem Kino um, was da ist. Oder wenn wir jetzt die Metapher des Film­studios nehmen, dann, wenn der Dreh zu Ende ist, guckst du dich halt mal um, und dann siehst du einfach ein Studio, und da sind diese ganzen Kameras und Kulissen und Requi­siten, und was man da alles so hat. Ja? Das heißt, du kannst ja, als dieser Regisseur, kannst du dich entweder auf diese Handlung konzentrieren. das, was du machen willst. Oder du kannst gucken: Was steht denn hier in diesem Studio überhaupt rum? Was ist diese Realität, mittels deren ich überhaupt diese Illusion erschaffe? Wie sieht die aus?

Oder als Kinobesucher, als sozusagen Rezipient des fertigen Filmes dann hinterher, kannst du sagen: Okay, ich war jetzt die ganze Nacht in der Langen Nacht der Monster­filme. (lacht) Und jetzt sind mir die Augen etwas verquollen, und ich stehe auf, und was ist da um mich rum? Da ist einfach nur ein Raum, da sind ein Haufen Stühle, da sind ein paar andere Leute, die auch schon etwas müde aussehen (lacht), und wenn ich jetzt da rausgehe, gibt es irgendwo eine Theke, wo ich nen Kaffee krie­gen kann. (lacht) Und das ist die Realität. Die Monster sind einfach nur Bilder ge­wesen, die dich er­schreckt haben und die aber letzten Endes nicht wirklich existieren.

Laß es uns jetzt mal dabei belassen, okay? Wir können später noch mal darüber re­den.

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Text © Zarah Zyankali 2007, Foto © Zarah Zyankali 2015. Bitte diesen Text nur verlinken oder rebloggen, nicht woanders hin kopieren! Danke.