Indischer Swami: Das Wichtigste ist dein Wunsch, frei zu sein

Manchmal begegnen einem Wesen, die alles in Frage stellen, was man schon gelernt zu haben glaubte. Als ich, durch diverse Lektüre inspiriert, nach Antwort auf meine Fragen bezüglich Erleuchtung und Manifestation suchte, meldete sich ein indischer Meister, der meinte, Manifestation sei gar nicht wichtig, da alles, was man innerhalb der Weltillusion erschaffe, ja ebenfalls Illusion sei. Wichtig sei allein der Wunsch, frei von all dem zu sein.

Dieses Gespräch fand vor über einem Jahr statt, und ich spiele immer noch in der Illusion. Genau genommen hat sich da in den zehn Jahren seit den „Filmrealitäten“-Channelings nicht viel geändert. Schon damals war mir ein spannender Film lieber, als mir einen Haufen Stuhlreihen anzugucken. Ob ich also in diesem Leben noch erleuchtet werde, wage ich eher zu bezweifeln. 😉

Aber ich wäre super interessiert an euren Kommentaren, falls ihr welche habt.

Viel Spaß mit dem Text!

Wenn man erleuchtet ist, kann man dann alles manifestieren?

Ich kontemplierte über das Thema (lacht), ob die Erleuchtung einen in den Stand versetzt, Dinge einfach so manifestieren zu können, oder ob sie das nicht tut. Weil ich hab einerseits hier ein Buch, das heißt. „Die Meister des Fernen Ostens“ oder „Das Leben der Meister des Fernen Ostens“, und da trifft er Leute, die ständig Brot und Essen quasi aus der Luft manifestieren. Noch nicht mal wie Jesus, der ja noch zwei Brote und drei Fische irgendwie hatte, sondern die manifestieren das ohne alles. So. Und dann wiederum … und sie sagen nämlich auch, wenn du das Christusleben führst, dann wird das für dich ein ganz normaler Zustand, daß du das machen kannst. Und dann hast du nie wieder ein Problem, das Lebensnotwendige zu haben. Und dann gehen sie auch von Ort zu Ort, und überall sind tolle Unterkünfte, und das Essen steht immer gleich auf den Tisch, und man braucht für nichts irgendwas zu tun – sogar in der Wüste Gobi. 🙂

Und dann wiederum – also ich hab das ja schon stark angezweifelt, ob das wirklich ein Erlebnisbericht ist oder etwas, was der Typ sich einfach ausgedacht hat, weil er eben seine Jesus-Geschichten an die Leute bringen wollte und so ein paar Wunder dafür ja immer ganz praktisch sind. Da sind die Leute ja immer gleich interessiert so.

So. Und auf der anderen Seite las ich heute einen Bericht von einem Typ, der also so per Satsang und Meditation und so wirklich die Erleuchtung erlangte. Und dann wollte er Satsang-Lehrer werden, oder spiritueller Lehrer. Aber er mußte feststellen, daß nicht genug Leute Interesse hatten, und die, die Interesse hatten, die hatten kein Geld, sodaß er schließlich gezwungen war, nach einem Jahr – oder er dachte, daß er gezwungen ist – also jedenfalls nach einem Jahr hat er die Sache fallenlassen und sich nen Job gesucht.

So. Meine Frage war: Wenn er doch erleuchtet ist, und wenn doch die Erleuchtung dich in den Stand setzt, Dinge aus der hohlen Hand zu manifestieren, sodaß du nie mehr wieder irgendwie für Geld arbeiten mußt oder so, ja (lacht) – steht so in dem Buch mit den Meistern des Fernen Ostens! –, wieso konnte er das denn dann nicht?

Und das, was mir vorhin schon so ansatzweise geflüstert wurde, war: Weil er dafür das alte System benutzen wollte. Er wollte seine Erkenntnisse aus der Erleuchtung für Geld verkaufen, während aber eigentlich die Erleuchtung ihm hätte sagen müssen, daß alles aus dieser einen Substanz besteht, und daß du aus dieser einen Substanz alles, alles machen kannst, was du willst! Und das hätte er benutzen müssen, dieses Wissen, um direkt das zu erschaffen, was er haben wollte, statt es zu verkaufen, Sitzungen zu geben und Satsangs anzubieten. Das wär gar nicht nötig gewesen.

Interview mit dem Swami:

Die Leute wollen erleuchtet werden, um ihrem Leiden zu entkommen

Okay, das war jetzt das, was ich dazu schon in Erfahrung bringen konnte. Und als ich noch so darüber rumsinnierte, hat sich jetzt irgendwie scheinbar ein indischer Meister hier eingeschaltet, der mir darüber interessante Dinge – oder vielleicht auch nicht so interessante Dinge – berichten will aus seiner Sicht. Und ich übergebe ihn hiermit das Wort (lacht) nach dieser langen Einleitung.

Ja, sagt er, ihr habt immer sehr lange Einleitungen.

Ach, immer nicht. Nur damit eben klar ist, wie ich dazu kam, deine Bekanntschaft zu machen, und um welches Thema es eigentlich geht.

Jetzt fängt er erst mal an, mir Energie zu senden – warte. (Pause) Und dann schickt er mir so Bilder – so unterschiedliche Bilder. Ich weiß aber nicht, ob die nicht doch aus meinem eigenen Fundus kommen von was ich gelesen habe. Das eine, was er mir schickt, ist das Wurzelchakra. Das Wurzelchakra, wenn du einmal dieses Chakra ganz gemeistert hast, dann hast du keine Angst mehr vor dem Tod, und du hast auch keine Probleme mit Überleben in irgendeiner Form, weil diese Energie dann quasi … ah, er sagt: „Wenn du es nicht gemeistert hast, dann beherrscht dich diese Energie, und wenn du sie gemeistert hast, dann dient sie dir.” Aha.

Genau. Wenn du sie nicht gemeistert hast, dann wirst du ständig halt am Arbeiten sein und am Überlegen: „Wie kann ich genug zum Leben haben?“ und so. Und wenn du sie gemeistert hast, das heißt wirklich, du hast keine Angst mehr vor dem Tod, weil du weißt, daß dein Leben ewig ist. Du weißt das dann in jeder Zelle von dir.

Und das ist, was die heutigen Schüler, die heutigen nach Erleuchtung Suchenden, könnte man sagen – ja, „Adepten“ ist ein Wort, das er nicht möchte –, was die gerne überspringen. Die wollen immer gleich die Ergebnisse vorwegnehmen. Und deswegen ist ihr Erwachen dann eben auch nicht … ja, was schickt er mir? Nicht tief genug und auch nicht … ja, tiefgreifend. Also das ist noch mal anders als tief. Wie kann ich das beschreiben? Es geht nicht bis ganz unten hin, könnte man sagen, bis wirklich in die DNS, bis in die tiefsten Gründe deines Seins. Es ist mehr so oberflächlich.

Genau. Weil der heutige Suchende, der will hauptsächlich seine Probleme lösen und seinen Leiden entkommen. Er sucht nicht wirklich nach Erkenntnis, er sucht nicht wirklich nach Befreiung. Das ist aber die Motivation, die du haben mußt, um wirklich … wirklich frei zu werden, ja! Da geben sich die Leute mit so einer oberflächlichen Erfahrung dann zufrieden und damit, daß sie auf einmal das Leben als unmittelbar erfahren. Das ist ja auch schön, aber das ist doch noch lange nicht alles. Da geht es noch weiter – noch viel, viel weiter!

Und da hören die Leute auf, weil sie denken, das war’s jetzt schon. Und das liegt oftmals leider daran, daß sie keinen Lehrer haben, oder einen selbst nur halb erwachten Lehrer. Weil jeder kann sich heute hinsetzen und Satsang geben. Es hat ja keiner ein Ding, einen Stempel, den er braucht, um das machen zu können oder so, ja. Oder es gibt auch kein Prüfungskomitee, das guckt, wie tief deine Erleuchtung ist. Die Zenleute, die haben das, ja. Aber bei den Leuten, die zu Satsangs gehen, und vielleicht zu Satsangs von Leuten, die selber eben nicht vollständig erwacht sind, dann werden auch sie dieses unvollständige Erwachen schon für das Ganze halten. Und dann hören sie auf! Und da wird es ja eigentlich erst richtig interessant, da, wo diese Leute aufhören.

Ja gut, da bin ich ja überhaupt noch weit von entfernt. Ich hab nie ein Erleuchtungserlebnis gehabt. Also noch nicht mal das hab ich geschafft. (lacht)

Wenn das nicht deine Absicht ist, dann brauchst du dich auch nicht wundern, wenn du dann diese Absicht auch nicht erreichst. Aber die Leute, die es machen und die die Absicht haben, die haben oftmals eben eine – hm, sagen wir mal, wie ich schon eben angemerkt habe, eine eher negative Absicht. Sie wollen etwas entkommen. Sie wollen etwas weghaben. Sie wollen ihr Leiden weghaben – ihr Leiden an der Welt, ihre Probleme, ihren Streß. Und das ist nicht die Motivation, die dich bis zu der wirklichen Befreiung führt. Weil du wirst dann aufhören, wenn du aufhörst zu leiden. Dann wirst du aufhören, weiter zu suchen, weiter zu forschen, weiter zu gehen mit deinem Bewußtsein. Wenn du sagen kannst: „ich bin frei“, dann bist du frei. Aber die Leute wollen nur frei von Leiden werden. Frei von Beziehungsproblemen, frei von Geldproblemen, frei von all den Dingen, die sie plagen. Ja, das kann man auch! Aber das ist nicht – wie gesagt, das ist nicht, was dich motiviert, weiter und weiter und weiter zu gehen.

Warum willst du die Erleuchtung?

Und was eben auch noch oft leider dazukommt, ist, daß viele sehr begierig darauf sind, sich eben selbst schon als einen fertigen Meister betrachten zu können und dann ihre – ähem! – halbgaren Wahrheiten (lacht) anderen Leuten geben zu können, ja? Nicht wissend, daß sie nichts weitergeben als ihre eigene Unwissenheit und vielleicht auch den eigenen Weg und ihre Erfahrungen, was sie ja machen können. Aber das … so werden deine Leute, die zu dir kommen, auch nicht frei, weil du es ja auch schon selber nicht bist! Und wenn das deine Motivation ist, das überhaupt zu machen, daß du dann irgendwie dieser Guru für andere sein willst, dann solltest du dich erst recht fragen: Warum willst du überhaupt die Erleuchtung? Warum willst du die Befreiung? Willst du bloß mehr Geld verdienen? Das kannst du auch anders schaffen. Das ist nicht der Weg dahin.

Erst wenn tief, tief in dir der Wunsch brennt, diese Befreiung zu erlangen, dann bist du wirklich auf den Weg. Und dann kannst du auch so weit kommen, ja. Es ist noch nicht mal ein Irgendwohin-Kommen, ja? Nur ist es schwierig, in normaler Sprache darüber zu sprechen. Aber erst dann, wenn dich NICHTS mehr interessiert, nur noch das, dann hast du die richtige Motivation dafür. Und dann interessiert dich nicht mehr, wie viel Geld du verdienst, dann interessiert dich nicht mehr, wie viele Follower du auf Facebook hast, und dann interessiert dich auch nicht, ob du deine bisher gemachten Erfahrungen in irgendwelchen Satsangs irgendwelchen Leuten erzählen kannst. Das interessiert dich dann ALLES nicht mehr. Alles, was du dann noch willst, ist wirklich die Befreiung.

Und du selbst kannst dir die Frage beantworten: Ist das bei mir so? Oder nicht? Ja? Und wenn’s nicht so ist – mach dir keine Vorwürfe, aber mach dir auch keine Illusionen. Dann hast du hier vielleicht noch ein paar andere Dinge, die du vorher machen willst, ja?

[Störung durch permanentes Sirenengeheul] Warte mal eben. Das nervt mich zu sehr. (Pause)

Ja. Das muss das einzige sein, was dich überhaupt noch interessiert. Und dann hast du die Motivation, dann hast du die Energie, dann hast du auch das Durchhaltevermögen – weil du es nicht mehr in andere Sachen reinsteckst, die nebensächlich sind dafür! Die meisten Leute kommen nicht hin, weil sie in zig anderen Aktivitäten drinstecken, sowohl mentale als auch physische Aktivitäten, ja? Wenn du überlegst, wie du Marketing machst, damit du deine Satsangs an den Mann bringst, hast du keine Zeit mehr für die Befreiung. Ja? Wenn du acht Stunden am Tag arbeitest und dann platt bist, hast du auch keine Zeit mehr für die Befreiung, und vor allem keine Energie! (fängt Gedanken von mir auf, daß das doch Leute schon geschafft haben) Es ist möglich, ja. Es ist möglich, einen Acht-Stunden-Job zu machen UND zu erwachen. Aber das bedeutet, du mußt diese acht Stunden VOLL präsent sein, in jeder Sekunde, und immer wissen, daß es alles Illusion ist und daß auch dein Gedanke, Geld zu brauchen, um leben zu können, ebenfalls Illusion ist. All dieses ganze Zeug ist alles Illusion! Und wenn dir das noch nicht mal klar ist, würde ich sagen, du bist nicht wach.

Na, er sagt, er hat jetzt dieses ganz normale Leben, und das macht ihn auch glücklich.

Ja, das kann er ja! Ich gönne es ihm von Herzen. Aber das ist nicht wach sein. Das ist nicht frei sein. Und wirklich wach und frei wirst du erst, wenn das alles ist, was du überhaupt noch willst im Leben, wenn du alles andere verbrannt hast. All deine Jobgeschichten, deine Beziehungsgeschichten, deine Überlebensängste, deine Machtgeschichten – alles, was dich da noch irgendwie in dieser Illusion drin hält. Das ist nämlich eigentlich der Punkt. Wenn du ne Obsession mit Macht hast, wenn du Beziehungsgeschichten hast, wenn du Geldthemen hast – all diese ganzen Sachen, die halten dich in der Illusion.

Und deswegen musst du sie auflösen, nicht, damit du ein besseres Leben führen kannst. Damit du von dieser Illusion FREI wirst! FREI!!! Damit du durchsehen kannst und sehen: Es hat nie, nie gestimmt! Es war keine Realität, zu keinem Zeitpunkt! Es gibt noch nicht mal etwas, was man Zeit nennen könnte! Es ist immer, immer DEINE Illusion gewesen, die du selbst gebaut hast. Und in dem Moment, wo du das wirklich, wirklich erkennst – dann kannst du frei davon sein. Weil dann ist das auch nichts anderes als das Kino, wo du drin sitzt, und du WEISST, daß es ein Film ist. Ja? Du bezahlst dann Eintritt, dann gehst du hin, guckst den Film an, du weißt aber die ganze Zeit, es ist ein Film. Das weiß der normale Mensch, der ein Leben führt hier auf Erden, meistens nicht. Er denkt, das wär alles real. Frei bist du dann, wenn du weißt, daß nichts davon real ist und daß auch du nichts davon zu einem Problem machst.

Die Motivation, die du haben musst

Ja, und ist es denn dann so, daß man, wenn man so frei geworden ist, wie du sagst – kann man dann die Dinge aus der Luft manifestieren? Oder wie lebst du dann? Also das Leben nach der Befreiung ist ja auch ne interessante Sache mal zu erforschen. Okay, vielleicht bin ich sowieso noch gar nicht der Mensch, der berechtigt ist, diese Frage zu stellen. Weil diese Motivation, die du gerade aufgerufen hast, die besitze ich ja gar nicht. Ich wäre ja schon froh, wenn ich hier meine Heilarbeit machen kann und damit genug Geld verdiene. Aber das ist ja nicht die Motivation, frei zu werden. Das ist einfach nur die Motivation, ein Leben zu haben, wo man Menschen helfen kann und dabei eben auch selber ein gutes Leben haben.

So – wenn ich dir jetzt sagen würde, daß das alles, alles auch Illusion ist? Es gibt niemand, dem geholfen werden müßte – niemand! Natürlich kannst du in dieser Illusion spielen, solange du willst …

Aber du hast gesagt vorhin, man müßte, wenn man sich da auf dem Weg begibt, erst mal diese Chakren durcharbeiten, damit man dann eben die Angst vor dem Tod verliert und so. Ist das dann nicht auch alles Illusion?

(lacht herzlich) Letzten Endes ja. Letzten Endes brauchst du gar nichts zu machen, außer wach werden. Aber die meisten Leute erwachen nicht einfach so. Und es gibt aber auch unterschiedliche Wege. Es gibt Leute, die haben nen Unfall, fallen ins Koma, sind sechs Wochen bewußtlos, kommen dann aus dem Koma und sind wach. Und es gibt auch Leute, die viele und lange Jahre meditieren oder Kundalini-Yoga machen und dann erwachen. Das ist immer auch, was der betreffende Mensch sich für einen Weg aussucht, oder was er glaubt, was nötig ist dafür. Und wie tief und wie stark seine Motivation tatsächlich ist. Davon hängt das unter anderem ab. Letzten Endes brauchst du es eigentlich nicht wirklich, weil sowieso alles Illusion ist. Du kannst auch zu deinem Lieblings-Gott beten, daß er dich von der Illusion befreit.

Ach, und der macht das dann, ja?

Wenn du das tief genug glauben kannst, ja – auch wenn du es dann im Prinzip selbst erschaffst –, dann kannst du dir damit deine eigene Befreiung auch erschaffen, ja. Letzten Endes bist das alles du! Auch die Gottheit, zu der du betest, bist auch du. Auch ich, der ich jetzt mit dir spreche, bin auch du. Weil es gibt – nichts – anderes. Ja? (leise) Es gibt nichts anderes. Aber die Frage ist halt: Willst du das wirklich wissen? Oder willst du weiter da auf dem Spielplatz verbleiben, wo du Geldprobleme und Beziehungsprobleme lösen kannst und all das? (lacht leise)

(erschüttert) Oh Mann!

Ja, da kommen wir nämlich dann an den Punkt, nicht. Warum willst du das? Damit du dich endlich mal was wert fühlen kannst. Und warum willst du das? Weil du denkst, daß du nichts wert bist, wenn du nicht irgendwas Nützliches tust, oder wenn du nicht genug Geld verdienst, oder wenn du nicht was leistest, oder wenn du nicht am Aufstieg mitarbeitest, ja, bist du nichts wert. Das ist, was du denkst. Deswegen machst du all diese Dinge.

Na, was hältst du denn dann von diesen Aufstiegsbemühungen? Ist das dann auch alles Quatsch? Sollten wir einfach singen und fröhlich sein und es uns gut gehen lassen, und vielleicht werden wir irgendwann erleuchtet, vielleicht auch nicht – ja, und ob in Syrien Krieg ist, interessiert ja keinen, weil es eh alles Illusion ist?

(lacht heftig) Es ist Illusion, ja. Auch Kriege sind Illusion. Auch das ganze Leiden ist Illusion. Alles, was du hier siehst.

Also was empfiehlst du denn dann? Man sollte sich’s gut gehen lassen und seine Spielchen spielen, und wenn man wach werden will, dann wird man sich auf den Weg begeben? Und ob die Menschheit als Kollektiv erwacht, ist auch nicht so wichtig, oder wie?

Wenn sie als Kollektiv erwachen, dann werden alle diese Spiele nicht mehr sein – weil dann nämlich alle begreifen, daß das immer Blödsinn war. Okay., dann kannst du noch Spiele spielen, weil sie dir Spaß machen, aber nicht mehr, weil du das noch irgendwie für ne Realität hältst.

Aha. Okay. Das muß ich jetzt glaube ich erst mal sacken lassen.

(lacht leise) Das denke ich mir, ja.

Aber du hörst dich an wie einer von meinen üblichen Verdächtigen, nicht wie ein indischer Yogi.

Vielleicht sind ja unter deinen üblichen Verdächtigen auch ein paar indische Yogis. Hast du darüber mal nachgedacht?

Bis jetzt noch nicht, nee. Ich dachte immer, das sind alles Galactics.

Ja und? Können die nicht als indische Yogis hier gewesen sein?

Doch, doch, sicher. Aber eine Galactic-Identität ist ja dann irgendwie auch hinfällig, weil das ja alles sowieso Illusion ist.

Richtig! Genau das. Es spielt keine Rolle mehr. Und dann kannst du anfangen, das Spiel zu genießen oder aufhören, zu spielen, und einfach nur noch wach sein.

Mhm. Okay. Also wenn ich das möchte, sagst du, dann müßte ich erst mal diese entsprechende Motivation entwickeln, wo ich nichts anderes mehr will, richtig?

Ja. Das ist die Grundvoraussetzung, daß du das hast oder entwickeln kannst auf dem Weg, ja. Nicht jeder hat das schon gleich, wenn er anfängt. Aber irgendwann, wenn es dir wirklich ernst ist, dann wirst du es entweder haben, oder du wirst aufhören. Und wenn du nur die Erleuchtung verfolgt hast, gesucht hast, um deine menschlichen persönlichen Probleme zu lösen, dann wirst du irgendwann aufhören – irgendwann vor dem, was eigentlich wirklich deine Befreiung hätte sein können. (lacht)

Ja, du bist echt auch so ein Scherzkeks!

(er lacht sich weg) Nee! Ich bin einfach nur jemand, der sich keine Illusionen mehr macht. Und deswegen kann ich sehen, wie die Dinge wirklich sind. Und deswegen kann ich auch sehen, daß viele Leute jegliche Motivation haben, nur nicht die einzige, die eigentlich wirklich dich ans Ziel bringt. Ja? Aber es macht nichts. Letzten Endes ist es eh egal. Wenn diese Leute das Spiel spielen wollen „Ich strebe nach Erleuchtung“, dann sollen sie das halt eben tun. Und vielleicht wird es ihnen ja wirklich sogar was bringen – nur vielleicht nicht das, was sie selbst denken.

OM mani padme hum!

(lacht) Ich denke, es reicht erst mal.

Ja, das glaube ich auch. (Lacht) Ich danke dir vielmals für die sehr bedenkenswerten Ansätze hier. Und vielleicht kann ich mich ja noch mal an dich wenden, wenn ich das alles etwas habe sacken lassen. Geht das?

Ja sicher. Immer.

Und wie rufe ich dich dann? Den Swami, mit dem ich gesprochen habe, oder …?

Von mir aus kannst du mich Swami rufen, ja.

Das Wichtigste ist dein Wunsch, frei zu sein

Okay. Hmmm … aber noch so eine ganz dämliche Frage vielleicht zum Schluß?

Ja?

Dann wäre ja aus deiner Sichtweise das, was ich hier mache mit Sacred Activations und irgendwie versuchen, damit den Lebensunterhalt zu bestreiten – das würdest du ja dann wahrscheinlich völlig irrelevant finden, oder nicht ratsam, oder wie auch immer, ja.

(lacht) Das ist, wie ich dir gesagt habe: Wenn du weiter in den Spielen spielen willst und das für real halten, dann steht dir das völlig frei. Aber es ist nicht real. Und es ist nie real gewesen. Und es wird auch nicht realer davon, dass du es dir noch weiterhin vormachst. Ja? Das ist, was ich dazu sage. Und welche Entscheidung du triffst, innerhalb deiner Illusion, das (lacht) – ja, einmal spielt es nicht wirklich eine Rolle, aber andererseits gibt es nur wirklich eine Entscheidung, die dich wirklich frei machen kann – nämlich, daß du diese Freiheit wählst und daß du nichts anderes … von nichts anderem dich ablenken lässt davon. Daß du nichts anderes wichtiger oder von höherer Priorität für dich findest, ja? Das ist das einzige – die einzige Entscheidung, die wirklich, wirklich zählt. Und was du sonst machst, ja – hab Spaß damit, wenn du in der Illusion spielen willst, ja. Aber auch das Satsang-Spiel, und auch das Erleuchtungs- und „Ich strebe nach Erleuchtung“-Spiel ist auch nur ein Spiel in der Illusion, was viele Leute einfach nicht begreifen.

Ach, du meinst, man braucht gar nicht all die Meditationen und das?

Das einzige, was du brauchst, ist, daß du es wirklich willst. Und wenn du es wirklich willst, dann wird dich alles, was du machst, dahin bringen. Und wenn du es nicht wirklich willst, dann wird nichts, was du machst, dich dorthin bringen. Weil es geht ja nicht um irgendetwas, das du tust.

Und warum machen die Leute dann Yoga und das alles?

(lacht)

Wenn das einen da doch nicht hinbringt?

Wenn du mit dieser Intensität Yoga machst, mit diesem Wunsch, frei zu werden – dann hilft’s! Ja? Aber mit der gleichen Intensität könntest du auch Bilder malen oder Lieder singen oder sonst was. Es muß nicht Yoga sein. Das einzig Wichtige ist dein Wunsch, frei zu sein. Und wenn du den hast, und wenn du ihn festhältst, und wenn du ihn weiter verfolgst, dann bringt er dich in deine Freiheit. Aber du darfst nicht denken, daß Geld oder Liebe oder Macht oder irgendetwas wichtiger ist als das. Weil in dem Moment, dann kommst du von deinem Weg ab. Dann wirst du die Macht verfolgen und das Geld und die Liebe und die schönen Konsumgüter, die es heute so gibt, ja – und nicht mehr deine Freiheit. Und damit möchte ich dich für heute verlassen, mit diesem Gedanken.

Danke! (lacht) Ich danke dir vielmals. Ich werde das bestimmt noch öfter anhören.

Das hoffe ich. Vielleicht wird es jedes Mal ein kleines bißchen tiefer sacken. Das würde mich sehr freuen.

Mhm. Gibt es doch noch was, was dich freut außer deiner Freiheit, ja? (lacht)

Ja! Wenn andere Leute auch frei sind, das freut mich ebenfalls. Wobei auch „andere Leute“ ne Illusion sind, ja? Aber jeder, der aus der Illusion aufwacht, fügt auch zu meiner Freiheit was hinzu. Ja? Sieh es mal so.

Ah, okay.

Und deshalb – wenn das dazu beiträgt, daß du deine Freiheit verfolgst und nicht mehr irgendwelchen Bullshit, dann war dieser Abend nicht umsonst. (lacht)

Scherzkeks! Okay, ich danke dir. Ich beende jetzt diese Aufnahme.

Bis vielleicht bald – wer weiß?

Text © Zarah Zyankali 2017, Foto © Zarah Zyankali 2014. Wenn ihr diesen Text teilen wollt, bitte nur verlinken oder rebloggen, nicht woanders reinkopieren. Danke!

Film-Realitäten 3 – Visualisierungen und der Film deines Lebens

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Weiter geht es mit den Film-Realitäten.

Zum Hintergrund dieses Textes: Ich suchte ja schon immer nach dem idealen Partner und war eigentlich ständig in irgend jemanden verliebt, von dem ich dachte, der wäre es jetzt – mein Traumpartner oder Seelengefährte oder was auch immer. 😉 Als ich mit meinem Höheren Selbst dieses Channeling machte, war ich auch mal wieder sterblich verliebt und wollte darüber natürlich unbedingt mehr wissen. Deshalb ist das Beispiel hier in diesem Text, wie man sich eine glückliche Beziehung erschafft. Aber es läßt sich natürlich auch genauso gut auf alles andere anwenden.

Die letzten Abschnitte über die Meta-Ebene kann man sich immer wieder mal zu Gemüte führen … ich bin nach all den Jahren immer noch dabei, mein Gehirn darum zu wickeln. 😉

Viel Spaß beim Lesen!

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Filmedrehen im Kopf: Eskapistische Visionen

Okay, und zwar wollte ich noch wissen, mit den Filmen. Weil du hast – einerseits sagst du, Filme drehen im Kopf ist Scheiße (YKW schenkt mir einen ironischen Blick: Wann soll ich das denn gesagt haben?), oder bringt einen halt aus dem Hier und Jetzt. Und an­dererseits sagst du aber auch, die ganze Realität ist einfach nur ein großes Filmstudio, wo je­der seinen Film dreht, wie er halt Bock hat. Und manche drehen halt – was weiß ich -: Die guten Lichtarbeiter retten die Erde, und andere drehen: Ogott, die Zeiten sind schlecht, und es gibt keine Jobs, und die dritten drehen einen Liebesfilm und die vierten Actionfil­me oder was auch immer. Ja? Also das kann ich noch nicht so ganz miteinander vereinba­ren, wenn du einerseits sagst, die ganze physische Realität ist einfach nur ein großes Filmstudio, und dreh doch besser die Filme, auf die du Bock hast. Und anderer­seits sagst du aber eigentlich, man soll GAR KEINE Filme drehen. Kannst du mir dazu mehr sagen?

Ja klar (lacht) kann ich dir dazu mehr sagen. Es ist halt nur die Frage, was du wissen willst. (mehr Lachen)

Na, das hab ich doch gesagt, was ich wissen will. Ist jetzt Filmedrehen unausweichlich, weil man sowieso in einem großen Filmstudio sich befindet und es nur die Frage ist, ob man den Film bewußt dreht oder unbewußt? Oder sollte man auf das ganze Filmedrehen weitestgehend verzichten?

Okay, das ist jetzt konkreter. Also: Das Filmedrehen im Kopf bringt dich aus der Wahrnehmung von dem, was in deiner Filmrealität jetzt gerade vor sich geht. Ja?

Naja, es gibt doch zum Beispiel Leute, die benutzen das. Also die drehen einen Film in ih­rem Kopf davon, wie sie wollen, was ihre Realität ist, um diese Realität dann so zu er­schaffen. Was man halt eben Visualisieren oder Affirmationen oder sowas nennt.

Das ist noch mal ein Sonderfall. Das normale Filmedrehen im Kopf ist eine reine Fluchtreaktion, wo man sich in eine angenehmere Realität begibt, die man auch vollkomm­en kontrolliert, um nicht dem ausgesetzt zu sein, was passieren könnte, was man nicht kontrollieren kann und wovon man irgendwo unterschwellig das Gefühl hat, das könnte vielleicht nicht ganz so angenehm sein wie das, was man sich da selber ausdenken kann. Das Filmedrehen im Kopf, um eine bestimmte ausgewählte Realität zu erschaffen, hat ähnliche Konnotationen, ist aber zumindest ein bewußter Akt, was das andere halt eben nicht ist, sondern da driftest du einfach nur so rein.

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Kreatives Visualisieren als bewußter Schöpfungsakt

Das heißt also, wenn du hingehst und sagst, du möchtest, sagen wir mal, eine dich erfüllende Beziehung erschaffen, dann mußt du dir ja schon deine Gedanken machen, wie die sein soll. Das ist ein bewußter Akt der Schöpfung. Das heißt, du mußt da ja auch Be­reiche mit einbeziehen, die jetzt in irgendwelche romantischen Liebesphantasien nicht unbedingt reinkommen, wie zum Beispiel: Wie soll euer Alltag sich gestalten? Geht ihr gemeinsam zum Bei­spiel auf irgendwelche Konzerte? Wovon lebt ihr? Lebt ihr zusam­men, oder lebt ihr in ge­trennten Wohnungen? Reist ihr zu­sammen? Habt ihr zum Beispiel ein gemeinsames Be­rufsleben, oder macht ihr getrennte Sachen? Wenn ja, welche?

Ja? Das heißt, in eine solche Visualisierung mußt du schon gewisse Dinge der sogenann­ten Konsensrealität mit einfließen lassen, die in einen reinen Film, der nur dazu dient, dir die unangenehmeren Aspekte der Konsensrealität zu ersparen, nicht unbedingt einfließen. Das heißt, wenn du dir vorstellst, wie ihr euch in die Arme sinkt und ewige Liebe schwört oder was auch immer, ja? (grinst) – dann kommt da vielleicht nicht unbedingt drin vor, in dieser Vision, daß es Dinge geben könnte, die Konfliktpotential beinhalten, und wie löst ihr diese Konflikte? Zum Beispiel. Löst ihr die über­haupt? Oder laßt ihr die unterschwellig vor sich hinköcheln, bis es dann wirklich knallt? Oder führen diese Konflik­te letzten Endes zum Auflösen der Beziehung? Ja? All diese Dinge kommen da drin nicht vor. Genau wie natürlich in einem klassischen Lie­besfilm sowas nicht vorkommt, sondern da geht es nur darum, wie man die Hindernisse überwindet, bis die beiden sich dann end­lich kriegen. Aber wie es danach weitergeht, das interessiert kein Schwein mehr. Haupt­sache, die haben sich dann. Das ist schon in dem Tucholsky-Gedicht ganz schön be­schrieben. (lacht)

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Die Schöpfung muß sich frei entfalten können

Das heißt: In einen bewußten Akt der Schöpfung, in eine Visualisierung, die du zum Zwe­cke des Erschaffens einer bestimmten Realität dir vorstellst oder dir auch zusammen­stellst aus bestimmten Elementen, fließen viel mehr Elemente ein, die in eine rein eska­pistische Vision einfach nicht passen würden. Das ist schon mal die eine Sache. Dann ist es aber trotzdem immer noch so, wenn du sagst: „Ich will genau das erschaffen, und das soll so und so sein“, daß du damit den Raum nimmst für Dinge, die sich ereignen könn­ten, wenn du nicht so festgefügte Vorstellungen davon hättest.

Es ist gut, eine Idee zu haben. Das ist richtig. Aber zum Beispiel hast du ja bei Bärbel Mohr gelesen, daß sie dann eine 25-Punkte-Liste hatte davon, wie der Typ sein soll, mit dem sie gerne zusam­men wäre. Und dann lernte sie prompt jemand kennen, bei dem alle 25 Punkte zutrafen, und trotzdem (lacht) hat das mit den beiden einfach nicht hingehauen. Ja? So kann es gehen, wenn man diese schöpferische Visualisierung an­wendet, weil die manchmal ein­fach zu starr ist. Weil da einfach kein Raum ist für Frei­heit, dafür, daß die Dinge sich auf eine organische Weise entfalten.

Und natürlich ist es so, daß, wenn du dir deinen Traumpartner vorstellst, wie er sein soll – dann verhinderst du oft geradezu, daß du den Menschen treffen kannst, der wirklich zu dir passen würde. Sagen wir mal, du sagst, der Typ soll Anfang Dreißig sein, eine lange Mähne haben und Gitarrist in einer Rockband sein. Aber der Typ, der wirk­lich zu dir pas­sen würde, ist vielleicht Mitte 50, hat von Musik keinen blassen Dunst (lacht) und erfüllt auch sonst nicht dein Klischee vom perfekten Lover oder so, ja?

So. Wenn du dir jetzt manifestierst, daß du diesen Rockmusiker triffst, dann läufst du an dem Typen vorbei, der es vielleicht wirklich sein könnte, mit dem du glücklich sein könn­test. Du kannst natürlich sagen: „Okay, ich erschaffe mir jetzt einfach, glücklich zu sein und vollkommen akzeptiert in einer Beziehung, die mich vollkommen erfüllt und in der wir uns beide gemeinsam entfalten können, und zwar besser als wir das je­der für sich al­leine könnten“. Das kannst du machen. Aber wenn deine Vorstellungen, die du in die Vi­sualisierung einfließen läßt, zu detailliert sind, dann kann einfach viel­leicht nicht mehr das passieren, was passieren könnte, wenn du da offener für andere Sachen wärst. Denn die Bestellungen müssen dir ja so ausgeliefert werden, wie du sie halt eben auch aufgegeben hast. Und du kriegst dann so lange vielleicht die Sachen, die nicht zu dir passen, bis du irgendwann sagst:“So, jetzt reicht’s mir! Ich merke einfach, das, was ich glaube, was mich glücklich machen würde, das macht mich gar nicht glücklich. Mach du mal!“

Und dann kann dann vielleicht wirklich das zu dir kommen, was es wirklich ist, wenn du dich dafür öffnest. Und oftmals ist es so, daß die Öffnung wirklich erst dann erfolgt, wenn man eine ganze Latte an nicht funktionierenden Bestellungen irgendwie abgearbeitet hat. (lacht)

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Der Film deines Lebens

So. Das war der eine Punkt – der Unterschied zwischen Filmen im Kopf, in die du einfach driftest oder die du dir selber auf schöpferische Weise halt erschaffst, kompilierst, oder wie auch immer. Jetzt noch mal zu den Filmen, die du für dein Leben drehst. Das ist, sa­gen wir mal, sowas wie ein Betrachtungswinkel. Das heißt, du bist ja immer, in deinem Leben – du hast immer einen begrenzten Blickwinkel. Das ist einfach so. Du könntest sonst in einer physischen Existenz gar nicht sein. Die Fülle an Informationen würde dich erschlagen. Und du hast dich ja auch in diese Inkarnation hineinbegeben, weil du eine bestimmte Erfahrung genau aus diesem Blickwinkel machen wolltest. Das heißt, das ist schon ganz okay so.

Aber jetzt ist es innerhalb dieser persönlichen Betrachtungsweise noch mal so, daß du unterschiedliche Sachen machen kannst. Du kannst innerhalb dieses Lebens einen Film drehen, der sich vollkommen in der Konsensrealität abspielt – was weiß ich, zum Beispiel: „Ewiger Loser arbeitet sich aus dem Sumpf und hat dann doch Erfolg“, oder so. Oder du könntest einen Film gehen, bei dem es darum geht: „Jemand, der sich immer für einen Menschen hielt, entdeckt auf einmal, daß er ein ganz anderes Wesen ist, findet daraufhin ähnliche Wesen und erschafft mit denen eine neue Realität.“ Das wäre eine an­dere Möglichkeit. Oder du könntest auch einen Film drehen mit dem The­ma: „In der Kon­sensrealität zutiefst verankerter Mensch erweitert sein Bewußtsein und erkennt schließ­lich, daß alles Wahrgenommene Illusion ist und daß dahinter nur die eine Wirklichkeit existiert.“ Das alles ist innerhalb dieser einen Lebenszeit eine denkbare Option eines Fil­mes, den du drehen könntest. Das heißt, du hast da schon unterschiedliche Möglichkei­ten, was du machen kannst. Es bleibt natürlich ein Film. (lacht) Das muß dir immer klar sein.

Nur ist es halt da auch wieder so, genau wie mit den Visualisierungen oder den Filmen, in die du driftest, kannst du auch auf dieser Ebene dich entweder in die Dinge reinschlid­dern lassen und dann immer wieder das gleiche erschaffen – denn die unbe­wußt erschaf­fenen Filme haben eine Tendenz, immer wieder dieselben Themen zu wiederholen -, oder du kannst sagen: „Okay, da es halt nun mal so ist, daß ich so­wieso einen Film er­schaffe, egal, was ich mache, kann ich das doch genauso gut auch so machen, daß ich selber da­bei Spaß habe und etwas erschaffe, was mir dann halt auch eben nachher Spaß machen würde anzugucken“ oder so, ja? Damit bist du dann schon sozusagen auf der Ebene der Visualisierung, wo du sagst: Okay, ich schliddere jetzt nicht mehr immer in die gleichen Manifestationen, sondern ich halte mal einen Moment inne und überlege: Was für einen Film will ich hier eigentlich drehen? Und ist das, was ich bis jetzt gedreht habe … paßt das denn dazu?

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Die Lange Nacht der Monsterfilme

Dann gibt es natürlich noch die Meta-Ebene. Das heißt, du machst den Film ganz aus und guckst dich mal in dem Kino um, was da ist. Oder wenn wir jetzt die Metapher des Film­studios nehmen, dann, wenn der Dreh zu Ende ist, guckst du dich halt mal um, und dann siehst du einfach ein Studio, und da sind diese ganzen Kameras und Kulissen und Requi­siten, und was man da alles so hat. Ja? Das heißt, du kannst ja, als dieser Regisseur, kannst du dich entweder auf diese Handlung konzentrieren. das, was du machen willst. Oder du kannst gucken: Was steht denn hier in diesem Studio überhaupt rum? Was ist diese Realität, mittels deren ich überhaupt diese Illusion erschaffe? Wie sieht die aus?

Oder als Kinobesucher, als sozusagen Rezipient des fertigen Filmes dann hinterher, kannst du sagen: Okay, ich war jetzt die ganze Nacht in der Langen Nacht der Monster­filme. (lacht) Und jetzt sind mir die Augen etwas verquollen, und ich stehe auf, und was ist da um mich rum? Da ist einfach nur ein Raum, da sind ein Haufen Stühle, da sind ein paar andere Leute, die auch schon etwas müde aussehen (lacht), und wenn ich jetzt da rausgehe, gibt es irgendwo eine Theke, wo ich nen Kaffee krie­gen kann. (lacht) Und das ist die Realität. Die Monster sind einfach nur Bilder ge­wesen, die dich er­schreckt haben und die aber letzten Endes nicht wirklich existieren.

Laß es uns jetzt mal dabei belassen, okay? Wir können später noch mal darüber re­den.

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Text © Zarah Zyankali 2007, Foto © Zarah Zyankali 2015. Bitte diesen Text nur verlinken oder rebloggen, nicht woanders hin kopieren! Danke.