Indischer Swami: Das Wichtigste ist dein Wunsch, frei zu sein

Manchmal begegnen einem Wesen, die alles in Frage stellen, was man schon gelernt zu haben glaubte. Als ich, durch diverse Lektüre inspiriert, nach Antwort auf meine Fragen bezüglich Erleuchtung und Manifestation suchte, meldete sich ein indischer Meister, der meinte, Manifestation sei gar nicht wichtig, da alles, was man innerhalb der Weltillusion erschaffe, ja ebenfalls Illusion sei. Wichtig sei allein der Wunsch, frei von all dem zu sein.

Dieses Gespräch fand vor über einem Jahr statt, und ich spiele immer noch in der Illusion. Genau genommen hat sich da in den zehn Jahren seit den „Filmrealitäten“-Channelings nicht viel geändert. Schon damals war mir ein spannender Film lieber, als mir einen Haufen Stuhlreihen anzugucken. Ob ich also in diesem Leben noch erleuchtet werde, wage ich eher zu bezweifeln. 😉

Aber ich wäre super interessiert an euren Kommentaren, falls ihr welche habt.

Viel Spaß mit dem Text!

Wenn man erleuchtet ist, kann man dann alles manifestieren?

Ich kontemplierte über das Thema (lacht), ob die Erleuchtung einen in den Stand versetzt, Dinge einfach so manifestieren zu können, oder ob sie das nicht tut. Weil ich hab einerseits hier ein Buch, das heißt. „Die Meister des Fernen Ostens“ oder „Das Leben der Meister des Fernen Ostens“, und da trifft er Leute, die ständig Brot und Essen quasi aus der Luft manifestieren. Noch nicht mal wie Jesus, der ja noch zwei Brote und drei Fische irgendwie hatte, sondern die manifestieren das ohne alles. So. Und dann wiederum … und sie sagen nämlich auch, wenn du das Christusleben führst, dann wird das für dich ein ganz normaler Zustand, daß du das machen kannst. Und dann hast du nie wieder ein Problem, das Lebensnotwendige zu haben. Und dann gehen sie auch von Ort zu Ort, und überall sind tolle Unterkünfte, und das Essen steht immer gleich auf den Tisch, und man braucht für nichts irgendwas zu tun – sogar in der Wüste Gobi. 🙂

Und dann wiederum – also ich hab das ja schon stark angezweifelt, ob das wirklich ein Erlebnisbericht ist oder etwas, was der Typ sich einfach ausgedacht hat, weil er eben seine Jesus-Geschichten an die Leute bringen wollte und so ein paar Wunder dafür ja immer ganz praktisch sind. Da sind die Leute ja immer gleich interessiert so.

So. Und auf der anderen Seite las ich heute einen Bericht von einem Typ, der also so per Satsang und Meditation und so wirklich die Erleuchtung erlangte. Und dann wollte er Satsang-Lehrer werden, oder spiritueller Lehrer. Aber er mußte feststellen, daß nicht genug Leute Interesse hatten, und die, die Interesse hatten, die hatten kein Geld, sodaß er schließlich gezwungen war, nach einem Jahr – oder er dachte, daß er gezwungen ist – also jedenfalls nach einem Jahr hat er die Sache fallenlassen und sich nen Job gesucht.

So. Meine Frage war: Wenn er doch erleuchtet ist, und wenn doch die Erleuchtung dich in den Stand setzt, Dinge aus der hohlen Hand zu manifestieren, sodaß du nie mehr wieder irgendwie für Geld arbeiten mußt oder so, ja (lacht) – steht so in dem Buch mit den Meistern des Fernen Ostens! –, wieso konnte er das denn dann nicht?

Und das, was mir vorhin schon so ansatzweise geflüstert wurde, war: Weil er dafür das alte System benutzen wollte. Er wollte seine Erkenntnisse aus der Erleuchtung für Geld verkaufen, während aber eigentlich die Erleuchtung ihm hätte sagen müssen, daß alles aus dieser einen Substanz besteht, und daß du aus dieser einen Substanz alles, alles machen kannst, was du willst! Und das hätte er benutzen müssen, dieses Wissen, um direkt das zu erschaffen, was er haben wollte, statt es zu verkaufen, Sitzungen zu geben und Satsangs anzubieten. Das wär gar nicht nötig gewesen.

Interview mit dem Swami:

Die Leute wollen erleuchtet werden, um ihrem Leiden zu entkommen

Okay, das war jetzt das, was ich dazu schon in Erfahrung bringen konnte. Und als ich noch so darüber rumsinnierte, hat sich jetzt irgendwie scheinbar ein indischer Meister hier eingeschaltet, der mir darüber interessante Dinge – oder vielleicht auch nicht so interessante Dinge – berichten will aus seiner Sicht. Und ich übergebe ihn hiermit das Wort (lacht) nach dieser langen Einleitung.

Ja, sagt er, ihr habt immer sehr lange Einleitungen.

Ach, immer nicht. Nur damit eben klar ist, wie ich dazu kam, deine Bekanntschaft zu machen, und um welches Thema es eigentlich geht.

Jetzt fängt er erst mal an, mir Energie zu senden – warte. (Pause) Und dann schickt er mir so Bilder – so unterschiedliche Bilder. Ich weiß aber nicht, ob die nicht doch aus meinem eigenen Fundus kommen von was ich gelesen habe. Das eine, was er mir schickt, ist das Wurzelchakra. Das Wurzelchakra, wenn du einmal dieses Chakra ganz gemeistert hast, dann hast du keine Angst mehr vor dem Tod, und du hast auch keine Probleme mit Überleben in irgendeiner Form, weil diese Energie dann quasi … ah, er sagt: „Wenn du es nicht gemeistert hast, dann beherrscht dich diese Energie, und wenn du sie gemeistert hast, dann dient sie dir.” Aha.

Genau. Wenn du sie nicht gemeistert hast, dann wirst du ständig halt am Arbeiten sein und am Überlegen: „Wie kann ich genug zum Leben haben?“ und so. Und wenn du sie gemeistert hast, das heißt wirklich, du hast keine Angst mehr vor dem Tod, weil du weißt, daß dein Leben ewig ist. Du weißt das dann in jeder Zelle von dir.

Und das ist, was die heutigen Schüler, die heutigen nach Erleuchtung Suchenden, könnte man sagen – ja, „Adepten“ ist ein Wort, das er nicht möchte –, was die gerne überspringen. Die wollen immer gleich die Ergebnisse vorwegnehmen. Und deswegen ist ihr Erwachen dann eben auch nicht … ja, was schickt er mir? Nicht tief genug und auch nicht … ja, tiefgreifend. Also das ist noch mal anders als tief. Wie kann ich das beschreiben? Es geht nicht bis ganz unten hin, könnte man sagen, bis wirklich in die DNS, bis in die tiefsten Gründe deines Seins. Es ist mehr so oberflächlich.

Genau. Weil der heutige Suchende, der will hauptsächlich seine Probleme lösen und seinen Leiden entkommen. Er sucht nicht wirklich nach Erkenntnis, er sucht nicht wirklich nach Befreiung. Das ist aber die Motivation, die du haben mußt, um wirklich … wirklich frei zu werden, ja! Da geben sich die Leute mit so einer oberflächlichen Erfahrung dann zufrieden und damit, daß sie auf einmal das Leben als unmittelbar erfahren. Das ist ja auch schön, aber das ist doch noch lange nicht alles. Da geht es noch weiter – noch viel, viel weiter!

Und da hören die Leute auf, weil sie denken, das war’s jetzt schon. Und das liegt oftmals leider daran, daß sie keinen Lehrer haben, oder einen selbst nur halb erwachten Lehrer. Weil jeder kann sich heute hinsetzen und Satsang geben. Es hat ja keiner ein Ding, einen Stempel, den er braucht, um das machen zu können oder so, ja. Oder es gibt auch kein Prüfungskomitee, das guckt, wie tief deine Erleuchtung ist. Die Zenleute, die haben das, ja. Aber bei den Leuten, die zu Satsangs gehen, und vielleicht zu Satsangs von Leuten, die selber eben nicht vollständig erwacht sind, dann werden auch sie dieses unvollständige Erwachen schon für das Ganze halten. Und dann hören sie auf! Und da wird es ja eigentlich erst richtig interessant, da, wo diese Leute aufhören.

Ja gut, da bin ich ja überhaupt noch weit von entfernt. Ich hab nie ein Erleuchtungserlebnis gehabt. Also noch nicht mal das hab ich geschafft. (lacht)

Wenn das nicht deine Absicht ist, dann brauchst du dich auch nicht wundern, wenn du dann diese Absicht auch nicht erreichst. Aber die Leute, die es machen und die die Absicht haben, die haben oftmals eben eine – hm, sagen wir mal, wie ich schon eben angemerkt habe, eine eher negative Absicht. Sie wollen etwas entkommen. Sie wollen etwas weghaben. Sie wollen ihr Leiden weghaben – ihr Leiden an der Welt, ihre Probleme, ihren Streß. Und das ist nicht die Motivation, die dich bis zu der wirklichen Befreiung führt. Weil du wirst dann aufhören, wenn du aufhörst zu leiden. Dann wirst du aufhören, weiter zu suchen, weiter zu forschen, weiter zu gehen mit deinem Bewußtsein. Wenn du sagen kannst: „ich bin frei“, dann bist du frei. Aber die Leute wollen nur frei von Leiden werden. Frei von Beziehungsproblemen, frei von Geldproblemen, frei von all den Dingen, die sie plagen. Ja, das kann man auch! Aber das ist nicht – wie gesagt, das ist nicht, was dich motiviert, weiter und weiter und weiter zu gehen.

Warum willst du die Erleuchtung?

Und was eben auch noch oft leider dazukommt, ist, daß viele sehr begierig darauf sind, sich eben selbst schon als einen fertigen Meister betrachten zu können und dann ihre – ähem! – halbgaren Wahrheiten (lacht) anderen Leuten geben zu können, ja? Nicht wissend, daß sie nichts weitergeben als ihre eigene Unwissenheit und vielleicht auch den eigenen Weg und ihre Erfahrungen, was sie ja machen können. Aber das … so werden deine Leute, die zu dir kommen, auch nicht frei, weil du es ja auch schon selber nicht bist! Und wenn das deine Motivation ist, das überhaupt zu machen, daß du dann irgendwie dieser Guru für andere sein willst, dann solltest du dich erst recht fragen: Warum willst du überhaupt die Erleuchtung? Warum willst du die Befreiung? Willst du bloß mehr Geld verdienen? Das kannst du auch anders schaffen. Das ist nicht der Weg dahin.

Erst wenn tief, tief in dir der Wunsch brennt, diese Befreiung zu erlangen, dann bist du wirklich auf den Weg. Und dann kannst du auch so weit kommen, ja. Es ist noch nicht mal ein Irgendwohin-Kommen, ja? Nur ist es schwierig, in normaler Sprache darüber zu sprechen. Aber erst dann, wenn dich NICHTS mehr interessiert, nur noch das, dann hast du die richtige Motivation dafür. Und dann interessiert dich nicht mehr, wie viel Geld du verdienst, dann interessiert dich nicht mehr, wie viele Follower du auf Facebook hast, und dann interessiert dich auch nicht, ob du deine bisher gemachten Erfahrungen in irgendwelchen Satsangs irgendwelchen Leuten erzählen kannst. Das interessiert dich dann ALLES nicht mehr. Alles, was du dann noch willst, ist wirklich die Befreiung.

Und du selbst kannst dir die Frage beantworten: Ist das bei mir so? Oder nicht? Ja? Und wenn’s nicht so ist – mach dir keine Vorwürfe, aber mach dir auch keine Illusionen. Dann hast du hier vielleicht noch ein paar andere Dinge, die du vorher machen willst, ja?

[Störung durch permanentes Sirenengeheul] Warte mal eben. Das nervt mich zu sehr. (Pause)

Ja. Das muss das einzige sein, was dich überhaupt noch interessiert. Und dann hast du die Motivation, dann hast du die Energie, dann hast du auch das Durchhaltevermögen – weil du es nicht mehr in andere Sachen reinsteckst, die nebensächlich sind dafür! Die meisten Leute kommen nicht hin, weil sie in zig anderen Aktivitäten drinstecken, sowohl mentale als auch physische Aktivitäten, ja? Wenn du überlegst, wie du Marketing machst, damit du deine Satsangs an den Mann bringst, hast du keine Zeit mehr für die Befreiung. Ja? Wenn du acht Stunden am Tag arbeitest und dann platt bist, hast du auch keine Zeit mehr für die Befreiung, und vor allem keine Energie! (fängt Gedanken von mir auf, daß das doch Leute schon geschafft haben) Es ist möglich, ja. Es ist möglich, einen Acht-Stunden-Job zu machen UND zu erwachen. Aber das bedeutet, du mußt diese acht Stunden VOLL präsent sein, in jeder Sekunde, und immer wissen, daß es alles Illusion ist und daß auch dein Gedanke, Geld zu brauchen, um leben zu können, ebenfalls Illusion ist. All dieses ganze Zeug ist alles Illusion! Und wenn dir das noch nicht mal klar ist, würde ich sagen, du bist nicht wach.

Na, er sagt, er hat jetzt dieses ganz normale Leben, und das macht ihn auch glücklich.

Ja, das kann er ja! Ich gönne es ihm von Herzen. Aber das ist nicht wach sein. Das ist nicht frei sein. Und wirklich wach und frei wirst du erst, wenn das alles ist, was du überhaupt noch willst im Leben, wenn du alles andere verbrannt hast. All deine Jobgeschichten, deine Beziehungsgeschichten, deine Überlebensängste, deine Machtgeschichten – alles, was dich da noch irgendwie in dieser Illusion drin hält. Das ist nämlich eigentlich der Punkt. Wenn du ne Obsession mit Macht hast, wenn du Beziehungsgeschichten hast, wenn du Geldthemen hast – all diese ganzen Sachen, die halten dich in der Illusion.

Und deswegen musst du sie auflösen, nicht, damit du ein besseres Leben führen kannst. Damit du von dieser Illusion FREI wirst! FREI!!! Damit du durchsehen kannst und sehen: Es hat nie, nie gestimmt! Es war keine Realität, zu keinem Zeitpunkt! Es gibt noch nicht mal etwas, was man Zeit nennen könnte! Es ist immer, immer DEINE Illusion gewesen, die du selbst gebaut hast. Und in dem Moment, wo du das wirklich, wirklich erkennst – dann kannst du frei davon sein. Weil dann ist das auch nichts anderes als das Kino, wo du drin sitzt, und du WEISST, daß es ein Film ist. Ja? Du bezahlst dann Eintritt, dann gehst du hin, guckst den Film an, du weißt aber die ganze Zeit, es ist ein Film. Das weiß der normale Mensch, der ein Leben führt hier auf Erden, meistens nicht. Er denkt, das wär alles real. Frei bist du dann, wenn du weißt, daß nichts davon real ist und daß auch du nichts davon zu einem Problem machst.

Die Motivation, die du haben musst

Ja, und ist es denn dann so, daß man, wenn man so frei geworden ist, wie du sagst – kann man dann die Dinge aus der Luft manifestieren? Oder wie lebst du dann? Also das Leben nach der Befreiung ist ja auch ne interessante Sache mal zu erforschen. Okay, vielleicht bin ich sowieso noch gar nicht der Mensch, der berechtigt ist, diese Frage zu stellen. Weil diese Motivation, die du gerade aufgerufen hast, die besitze ich ja gar nicht. Ich wäre ja schon froh, wenn ich hier meine Heilarbeit machen kann und damit genug Geld verdiene. Aber das ist ja nicht die Motivation, frei zu werden. Das ist einfach nur die Motivation, ein Leben zu haben, wo man Menschen helfen kann und dabei eben auch selber ein gutes Leben haben.

So – wenn ich dir jetzt sagen würde, daß das alles, alles auch Illusion ist? Es gibt niemand, dem geholfen werden müßte – niemand! Natürlich kannst du in dieser Illusion spielen, solange du willst …

Aber du hast gesagt vorhin, man müßte, wenn man sich da auf dem Weg begibt, erst mal diese Chakren durcharbeiten, damit man dann eben die Angst vor dem Tod verliert und so. Ist das dann nicht auch alles Illusion?

(lacht herzlich) Letzten Endes ja. Letzten Endes brauchst du gar nichts zu machen, außer wach werden. Aber die meisten Leute erwachen nicht einfach so. Und es gibt aber auch unterschiedliche Wege. Es gibt Leute, die haben nen Unfall, fallen ins Koma, sind sechs Wochen bewußtlos, kommen dann aus dem Koma und sind wach. Und es gibt auch Leute, die viele und lange Jahre meditieren oder Kundalini-Yoga machen und dann erwachen. Das ist immer auch, was der betreffende Mensch sich für einen Weg aussucht, oder was er glaubt, was nötig ist dafür. Und wie tief und wie stark seine Motivation tatsächlich ist. Davon hängt das unter anderem ab. Letzten Endes brauchst du es eigentlich nicht wirklich, weil sowieso alles Illusion ist. Du kannst auch zu deinem Lieblings-Gott beten, daß er dich von der Illusion befreit.

Ach, und der macht das dann, ja?

Wenn du das tief genug glauben kannst, ja – auch wenn du es dann im Prinzip selbst erschaffst –, dann kannst du dir damit deine eigene Befreiung auch erschaffen, ja. Letzten Endes bist das alles du! Auch die Gottheit, zu der du betest, bist auch du. Auch ich, der ich jetzt mit dir spreche, bin auch du. Weil es gibt – nichts – anderes. Ja? (leise) Es gibt nichts anderes. Aber die Frage ist halt: Willst du das wirklich wissen? Oder willst du weiter da auf dem Spielplatz verbleiben, wo du Geldprobleme und Beziehungsprobleme lösen kannst und all das? (lacht leise)

(erschüttert) Oh Mann!

Ja, da kommen wir nämlich dann an den Punkt, nicht. Warum willst du das? Damit du dich endlich mal was wert fühlen kannst. Und warum willst du das? Weil du denkst, daß du nichts wert bist, wenn du nicht irgendwas Nützliches tust, oder wenn du nicht genug Geld verdienst, oder wenn du nicht was leistest, oder wenn du nicht am Aufstieg mitarbeitest, ja, bist du nichts wert. Das ist, was du denkst. Deswegen machst du all diese Dinge.

Na, was hältst du denn dann von diesen Aufstiegsbemühungen? Ist das dann auch alles Quatsch? Sollten wir einfach singen und fröhlich sein und es uns gut gehen lassen, und vielleicht werden wir irgendwann erleuchtet, vielleicht auch nicht – ja, und ob in Syrien Krieg ist, interessiert ja keinen, weil es eh alles Illusion ist?

(lacht heftig) Es ist Illusion, ja. Auch Kriege sind Illusion. Auch das ganze Leiden ist Illusion. Alles, was du hier siehst.

Also was empfiehlst du denn dann? Man sollte sich’s gut gehen lassen und seine Spielchen spielen, und wenn man wach werden will, dann wird man sich auf den Weg begeben? Und ob die Menschheit als Kollektiv erwacht, ist auch nicht so wichtig, oder wie?

Wenn sie als Kollektiv erwachen, dann werden alle diese Spiele nicht mehr sein – weil dann nämlich alle begreifen, daß das immer Blödsinn war. Okay., dann kannst du noch Spiele spielen, weil sie dir Spaß machen, aber nicht mehr, weil du das noch irgendwie für ne Realität hältst.

Aha. Okay. Das muß ich jetzt glaube ich erst mal sacken lassen.

(lacht leise) Das denke ich mir, ja.

Aber du hörst dich an wie einer von meinen üblichen Verdächtigen, nicht wie ein indischer Yogi.

Vielleicht sind ja unter deinen üblichen Verdächtigen auch ein paar indische Yogis. Hast du darüber mal nachgedacht?

Bis jetzt noch nicht, nee. Ich dachte immer, das sind alles Galactics.

Ja und? Können die nicht als indische Yogis hier gewesen sein?

Doch, doch, sicher. Aber eine Galactic-Identität ist ja dann irgendwie auch hinfällig, weil das ja alles sowieso Illusion ist.

Richtig! Genau das. Es spielt keine Rolle mehr. Und dann kannst du anfangen, das Spiel zu genießen oder aufhören, zu spielen, und einfach nur noch wach sein.

Mhm. Okay. Also wenn ich das möchte, sagst du, dann müßte ich erst mal diese entsprechende Motivation entwickeln, wo ich nichts anderes mehr will, richtig?

Ja. Das ist die Grundvoraussetzung, daß du das hast oder entwickeln kannst auf dem Weg, ja. Nicht jeder hat das schon gleich, wenn er anfängt. Aber irgendwann, wenn es dir wirklich ernst ist, dann wirst du es entweder haben, oder du wirst aufhören. Und wenn du nur die Erleuchtung verfolgt hast, gesucht hast, um deine menschlichen persönlichen Probleme zu lösen, dann wirst du irgendwann aufhören – irgendwann vor dem, was eigentlich wirklich deine Befreiung hätte sein können. (lacht)

Ja, du bist echt auch so ein Scherzkeks!

(er lacht sich weg) Nee! Ich bin einfach nur jemand, der sich keine Illusionen mehr macht. Und deswegen kann ich sehen, wie die Dinge wirklich sind. Und deswegen kann ich auch sehen, daß viele Leute jegliche Motivation haben, nur nicht die einzige, die eigentlich wirklich dich ans Ziel bringt. Ja? Aber es macht nichts. Letzten Endes ist es eh egal. Wenn diese Leute das Spiel spielen wollen „Ich strebe nach Erleuchtung“, dann sollen sie das halt eben tun. Und vielleicht wird es ihnen ja wirklich sogar was bringen – nur vielleicht nicht das, was sie selbst denken.

OM mani padme hum!

(lacht) Ich denke, es reicht erst mal.

Ja, das glaube ich auch. (Lacht) Ich danke dir vielmals für die sehr bedenkenswerten Ansätze hier. Und vielleicht kann ich mich ja noch mal an dich wenden, wenn ich das alles etwas habe sacken lassen. Geht das?

Ja sicher. Immer.

Und wie rufe ich dich dann? Den Swami, mit dem ich gesprochen habe, oder …?

Von mir aus kannst du mich Swami rufen, ja.

Das Wichtigste ist dein Wunsch, frei zu sein

Okay. Hmmm … aber noch so eine ganz dämliche Frage vielleicht zum Schluß?

Ja?

Dann wäre ja aus deiner Sichtweise das, was ich hier mache mit Sacred Activations und irgendwie versuchen, damit den Lebensunterhalt zu bestreiten – das würdest du ja dann wahrscheinlich völlig irrelevant finden, oder nicht ratsam, oder wie auch immer, ja.

(lacht) Das ist, wie ich dir gesagt habe: Wenn du weiter in den Spielen spielen willst und das für real halten, dann steht dir das völlig frei. Aber es ist nicht real. Und es ist nie real gewesen. Und es wird auch nicht realer davon, dass du es dir noch weiterhin vormachst. Ja? Das ist, was ich dazu sage. Und welche Entscheidung du triffst, innerhalb deiner Illusion, das (lacht) – ja, einmal spielt es nicht wirklich eine Rolle, aber andererseits gibt es nur wirklich eine Entscheidung, die dich wirklich frei machen kann – nämlich, daß du diese Freiheit wählst und daß du nichts anderes … von nichts anderem dich ablenken lässt davon. Daß du nichts anderes wichtiger oder von höherer Priorität für dich findest, ja? Das ist das einzige – die einzige Entscheidung, die wirklich, wirklich zählt. Und was du sonst machst, ja – hab Spaß damit, wenn du in der Illusion spielen willst, ja. Aber auch das Satsang-Spiel, und auch das Erleuchtungs- und „Ich strebe nach Erleuchtung“-Spiel ist auch nur ein Spiel in der Illusion, was viele Leute einfach nicht begreifen.

Ach, du meinst, man braucht gar nicht all die Meditationen und das?

Das einzige, was du brauchst, ist, daß du es wirklich willst. Und wenn du es wirklich willst, dann wird dich alles, was du machst, dahin bringen. Und wenn du es nicht wirklich willst, dann wird nichts, was du machst, dich dorthin bringen. Weil es geht ja nicht um irgendetwas, das du tust.

Und warum machen die Leute dann Yoga und das alles?

(lacht)

Wenn das einen da doch nicht hinbringt?

Wenn du mit dieser Intensität Yoga machst, mit diesem Wunsch, frei zu werden – dann hilft’s! Ja? Aber mit der gleichen Intensität könntest du auch Bilder malen oder Lieder singen oder sonst was. Es muß nicht Yoga sein. Das einzig Wichtige ist dein Wunsch, frei zu sein. Und wenn du den hast, und wenn du ihn festhältst, und wenn du ihn weiter verfolgst, dann bringt er dich in deine Freiheit. Aber du darfst nicht denken, daß Geld oder Liebe oder Macht oder irgendetwas wichtiger ist als das. Weil in dem Moment, dann kommst du von deinem Weg ab. Dann wirst du die Macht verfolgen und das Geld und die Liebe und die schönen Konsumgüter, die es heute so gibt, ja – und nicht mehr deine Freiheit. Und damit möchte ich dich für heute verlassen, mit diesem Gedanken.

Danke! (lacht) Ich danke dir vielmals. Ich werde das bestimmt noch öfter anhören.

Das hoffe ich. Vielleicht wird es jedes Mal ein kleines bißchen tiefer sacken. Das würde mich sehr freuen.

Mhm. Gibt es doch noch was, was dich freut außer deiner Freiheit, ja? (lacht)

Ja! Wenn andere Leute auch frei sind, das freut mich ebenfalls. Wobei auch „andere Leute“ ne Illusion sind, ja? Aber jeder, der aus der Illusion aufwacht, fügt auch zu meiner Freiheit was hinzu. Ja? Sieh es mal so.

Ah, okay.

Und deshalb – wenn das dazu beiträgt, daß du deine Freiheit verfolgst und nicht mehr irgendwelchen Bullshit, dann war dieser Abend nicht umsonst. (lacht)

Scherzkeks! Okay, ich danke dir. Ich beende jetzt diese Aufnahme.

Bis vielleicht bald – wer weiß?

Text © Zarah Zyankali 2017, Foto © Zarah Zyankali 2014. Wenn ihr diesen Text teilen wollt, bitte nur verlinken oder rebloggen, nicht woanders reinkopieren. Danke!

Die Holodeck-Realität und das Leiden als Illusion

In letzter Zeit kommt mal wieder das Thema hoch, wie real diese Realität hier eigentlich ist. Daher habe ich auch mal wieder alte Channelings ausgegraben, in denen es um diese Frage geht. Wer die „Film-Realitäten“ gut fand, wird mit dem Holodeck sicher keine Probleme haben. Wer meint, daß diese Sichtweise nur eine Verdrängung des Leidens bedeutet, wird mit dem Text wahrscheinlich eher wenig anfangen können. Also – ihr seid gewarnt! 😉 Wobei ich sagen muß, dass ich es selbst auch immer noch nicht einfach finde, über die holographische Realität hinauszublicken …

Die Holodeck-Realität und das Leiden als Illusion

29.4.2014

Die Hathoren haben ja irgendwann mal gesagt: “It is possible to live in heaven while others are living in torment. Ultimately, it is only a matter of choice.” Also du kannst im Himmel auf Erden leben, während andere in der Hölle sind, und es kommt halt nur drauf an, was du wählst. Und dann hab ich mal gefragt: Wenn man jetzt sein Bewußtsein so erweitert, daß man sich dann als Eins wahrnimmt, dann fühlt man ja auch das Leiden von den Wesen, die halt leiden. Das ist ja dann auch ein Teil von dir. Also kann man ja nicht sagen: „Oh, ich sitze hier in meinem schönen Himmel, und von dem Leiden kriege ich nichts mit.“ Das geht ja eigentlich nur so lange, wie man noch ein Gefühl von Getrenntheit aufrechterhält – oder nicht?

Und er [mein höheres Selbst] meinte daraufhin, es wäre anders, denn wenn du dich als das Ganze wahrnimmst, dann wärst du mit keinem von den einzelnen Teilen mehr identifiziert. Dann bist du nicht mehr im Himmel, du bis ein t auch nicht in der Hölle, du bist auch nicht in irgendeiner von diesen Erfahrungen mehr drin, sondern du bist dann das, was all diese Erfahrungen im Prinzip hervorbringt. Habe ich das richtig verstanden?

(lacht) Ja.

Und du hast erzählt vom Holodeck. Daß das eigentlich alles im Prinzip ein Riesen-Holodeck ist, und in dem Moment, wo du sowas wie Leiden noch ernst nimmst, hättest du das eigentlich noch nicht richtig begriffen oder so. Also die ganzen Buddhisten sind eigentlich Idioten, weil sie das Leiden als eine Tatsache verstehen, oder wie?

(lacht) Solange du noch irgendwas als ne Tatsache verstehst und nicht als ne Projektion deines eigenen Geistes, bist du auf dem Holzweg, ja. Und das hat der Buddha aber auch gesagt. Leiden und Kämpfe und aber auch die schönen Dinge – das ist alles Illusion! Und es ist alles dein Holodeck, auf dem du das kreierst, was du da kreieren möchtest.

[Mikrofonstörung] Scheiße! Das kreiere ich mir irgendwie.

(lacht)

Warte mal … ich muß das irgendwo dran festmachen. Aber nicht an meinen Klamotten. [Mikrofon-Rumgestöpsel und Gekräckel] Ja, das Mikrofon hat nen Wackelkontakt. Jetzt habe ich das mal befestigt. Und, ja. Also das Holodeck.

Ja. In dem Moment, wo du zum Universellen Bewußtsein erwachst, dann siehst du ja, daß das alles Projektionen sind deines eigenen Geistes. Nämlich deines Geistes, der alles umfaßt, diese ganzen Manifestationen alle. Und wenn du dann siehst, daß in dieser gesamten Projektion, die du erschaffen hast, die Illusion von Leiden existiert, dann bist ja nicht du es, der leidet.

Oder doch. Also …

Nein! Weil du siehst ja, daß es illusorisch ist. Du durchschaust es ja. Du bist ja nicht mehr drin gefangen. Verstehst du?

Ja, aber solange die Teile von mir da noch drin gefangen sind, dann ist ja irgendwie ein Stück von mir auch drin, oder nicht?

Ja, das Stück von dir, das sich damit identifiziert, das ist drin. Das ist richtig. Aber dein universeller Geist, der die Dinge betrachtet, der die Dinge hervorbringt und auch wieder auflöst, der ist nicht drin gefangen, und der leidet nicht und macht auch sonst nichts damit.

Aber ich dachte, der Universelle Geist bringt die Dinge hervor, um sie zu erfahren?

Er erfährt sie in den einzelnen Wesen, die er erschafft, die ja eigentlich nicht wirklich einzelne Wesen sind – genau wie eine Zelle in deinem Körper kein Einzelwesen ist, sondern sozusagen ein kleines Stück eines größeren Organismus darstellt. Das ist ja nicht getrennt. Aber diese Einzel-, vermeintlichen Einzelwesen, die machen Erfahrungen. Und diese Erfahrungen, die kannst du dir von da, wo du dein gesamtes Selbst bist, in Ruhe angucken einfach.

Ach so – wir machen die Filme für sozusagen den Universal Mind oder wie, damit er gucken kann?

(lacht) Ja, was bist denn du auf der Ebene, wo du diesen Film erschaffst, wenn du ihn nicht bewußt erschaffst?

(verwirrt) Äh, Moment – was willst du jetzt wissen?

(lacht herzlich) Du hast gesagt: „Wir machen die Filme.“ Wer sind denn „wir“? „Wir“ sind kleine Teile von dem Ganzen, und das Ganze ist das, was überhaupt die Erfahrung erst erschafft. Und in dem Moment, wo du sie erschaffst, bist du nicht mehr das Opfer davon, wie ich auch schon an anderer Stelle mal gesagt hab, ja? Nur wenn du sie unbewußt erschaffst, dann kannst du eine Illusion erfahren, ein Opfer von irgendetwas zu sein.

Uff! Nja.

Ja! Der Buddha zog aus, um eine Lösung zu finden, wie man das Leiden besiegen kann und die Krankheit und das Alter und den Tod. Und die Lösung, die er gefunden hat, bestand darin, zu erkennen, daß das alles Illusion ist! Und in dem Moment, wo du das erkennst, bist du frei davon. Und dann gibt’s natürlich andere Teile von dir, die noch nicht frei davon sind. Aber in dem Moment, wo du es er in kennst, löst sich für dich in dem Bewußtsein, in dem du dann bist, all das auf. All das, was sich noch damit identifiziert.

[weitere Mikrofonstörungen] So. In welchen Bewußtseinszustand muß ich mich begeben, damit das für mich ne Illusion ist?

(lacht) In diesem Bewußtseinszustand möchtest du dann gar nicht mehr irgendwas aufnehmen oder channeln, weil du das dann ja sowieso weißt. Weil du bist es ja dann. Du bist das allumfassende Bewußtsein, aus dem alles strömt. So. Und da hat vielleicht an einer Stelle ein Teil von dir ein Problem mit einem elektronischen Gerät, und woanders haben Teile von dir Hunger und wissen nicht, wo sie was zu essen herkriegen, und an einer dritten Stelle haben Leute mehr zu essen, als gesund für sie ist, und an einer vierten Stelle sitzen Leute vielleicht einfach in der Sonne, lassen sich’s gut gehen – und das sind alles Teile von dir. Das sind alles Erfahrungen, die du durch diese Wesen machst. Aber du bist nicht derjenige, der leidet! Das ist der Punkt. Das bist nicht du.

Na, wer ist es denn dann?

Das ist extrem schwer zu erklären, weil … im Prinzip muß man als allererstes sagen, daß Leiden als solches nicht wirklich existiert, weil das gesamte Framework, in dem die Illusion von Leiden existiert, nicht wirklich real ist.

Aber gut, wenn … sagen wir mal, ich bin auf diesem Holodeck, und da gibt es sowas wie Leiden.

Ja, dann ist es deswegen da, weil du das eingegeben hast. Weil dein Holodeck reagiert auf das, was du da einprogrammierst. Auf nichts sonst.

Ja, gut. Ich hab das irgendwann mal eingegeben, daß dort dieser Planet ist, und auf dem existiert sowas wie eine Illusion von Leiden, die aber in dem Moment real erscheint, in dem man sich da reinbegibt.

Das kannst du so sagen, ja.

Und ich hab diese Programmierung für mein Holodeck gemacht, um mal zu gucken, was da rauskommt, wenn ich so eine Sache erschaff.

Genau. Und jetzt siehst du, was rauskommt. (lacht)

Ja. Und sagen wir mal, daß mir das jetzt nicht mehr gefällt, was da rausgekommen ist. Und wenn ich das programmiert hab, kann ich das ja dann auch umprogrammieren.

Richtig. Du kannst es auch ausmachen, nicht? Du kannst sagen: „Okay, Holodeck-Session beendet. Ich geh raus, ich mach was anderes.“

Was mach ich denn dann, wenn ich kein Holodeck mehr hab, außerhalb dessen?

Du kannst natürlich ne neue Session anfangen mit anderen Programmierungen. Oder du kannst die Sache ganz bleibenlassen. Du kannst dich einfach in dein unendliches Bewußtsein ausdehnen, das keine Manifestationen braucht.

Das ist ja langweilig.

(lacht) Nö, das muß gar nicht langweilig sein. Guck, wenn du hier rausgehst und dich in die Sonne setzt – mußt du irgendwas tun? Mußt du irgendwas erschaffen? Du kannst es dir einfach so gutgehen lassen. Du mußt nichts tun.

Ja, aber ich hab ja hier die Manifestationen um mich rum: die Bäume und die Vögel und die Sonne und all das. Das ist ja schon da. Das brauch ich ja nicht mehr selber erschaffen, sondern das ist ja schon da.

Nee. Das ist deswegen da, weil dein Bewußtsein das erschafft! In dem Moment, wo du auf-hörst zu erschaffen, ist es nicht mehr da. Das ist nur jetzt deine Sichtweise, daß das schon da wär und du gehst jetzt raus. Aber so ist es nicht.

(verblüfft) Wie jetzt? Der Baum da, der ist doch da!

(lacht) Ja. Innerhalb dieses Frameworks, wo du ein Mensch bist und da die Erde ist und die Bäume und der Himmel und so, da ist das alles real. Genau wie du vorhin gesagt hast: Du gehst in dein Holodeck rein, und in dem Moment, wo du mal drinne bist, sind die Dinge real für dich, ja. Aber nur solange du in diesem Framework dich drin befindest, erschafft sozusagen die Programmierung deines Decks, was eine Erweiterung oder extension deines Bewußtseins ist, diese Dinge, die du wahrnimmst, als wären sie bereits da. Ja? Und es erschafft auch sozusagen die Illusion von etwas, was wächst oder erst entsteht oder noch kommt, ja?

Das ist wie ein Riesen-Computerprogramm. Da kannst du alles machen. Du kannst Zeit einprogrammieren: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Parallelzeiten, Zeitlinien, Wahrscheinlichkeiten … das kannst du alles machen. Und dann kannst du innerhalb dessen Illusionen erschaffen von, daß z.B. was wächst, blüht, wieder verwelkt, von neuem anfängt zu wachsen … Das ist wie ein Video auf Youtube, wo du siehst, wie sich so ein Blatt entfaltet oder halt wieder weggeht. Aber in Wirklichkeit ist es nur ein Video! Es ist nicht echt, Mann! Es ist ein Bildschirm, und da ist ein Bild drauf, und das verändert sich. Und das sind alles Pixel und kleine elektronische Impulse, die eine Illusion erschaffen eines Blattes oder einer Pflanze oder eines Meeres mit Delphinen drin oder was auch immer, ja? In Wirklichkeit ist das einfach nur ein Viereck auf nem Bildschirm, auf dem bestimmte Impulse die Illusion von Bildern erzeugen.

Ja, so gesehen, ja, sicher. (lacht)

Ja, und was anderes ist deine normale Realität auch nicht. Ist nur schwerer zu sehen, wenn man drin ist. (lacht)

OM. Warum ist es dann wichtig, daß ich diese Energie durch mich fließen lasse, wenn das eh alles illusionär ist?

Das ist in dem Moment wichtig, wo du beschlossen hast, eine bestimmte Holodeck-Erfahrung zu machen. In dem Moment, wo du das nicht mehr willst, kannst du es einfach vergessen. Ja. Das kannst du immer.

Ach, du verwirrst mich. Laß uns in die Sonne gehen.

(lacht)

Ja! Ich würde ungern draußen sitzen und irgendwie denken, daß das alles Illusion ist – dieser schöne Frühling und dieser wundervolle Himmel und die Kastanien, die fast überquellen von Kerzen und alles, und der Vogelgesang. Ich möchte eigentlich nicht denken, daß das irgend-wie jetzt nur ein Computerprogramm ist, in dem ich bin.

Ja, deswegen kannst du auch nicht drüber hinaus sehen – weil du möchtest, daß es real ist.

Na, was mache ich denn, wenn ich jetzt erkenne, daß das alles nur Bits und Bytes sind und so?

In dem Moment, wo du das erkennst, kannst du diese Bits und Bytes zu allem, was du willst, verschieben, manifestieren, verdichten, was auch immer. Du bist dann wie der Programmierer von dem Holodeck. Jetzt bist du wie ein Hologramm auf dem Holodeck, das denkt, daß es eine reale Person ist. Aber wenn du kapierst, daß diese Bits und Bytes – daß es wirklich nur das ist, dann bist du der Programmierer, der das umschreiben kann auch, wenn er will.

Ja, aber es macht ja keinen Spaß, wenn ich nicht mehr denke, daß es echt wäre, oder?

Ist nicht gesagt. Guck, wie viele Leute jeden Tag Computerspiele spielen, obwohl sie genau wissen, daß es nicht echt ist, die ganzen Dunkelelfen und Magier, die da drin vorkommen. Ja? Das ist ja auch nicht echt. Aber es macht ihnen anscheinend trotzdem Spaß.

Na gut, jedem Tierchen sein Pläsierchen, hm?

(lacht) Du bist auch oft genug am Computer. Wenn es dir keinen Spaß machen würde, warum machst du es dann?

Manchmal weiß ich das gar nicht so genau, ey. Gewohnheit vielleicht auch nur.

Ja, dann kannst du dich ja mal fragen: „Okay, was würde ich lieber tun? Was würde mir jetzt mehr Spaß machen?“

Ja, genau. Mir würde es jetzt mehr Spaß machen, rauszugehen.

Dann machen wir das doch.

Okay, bis später.

Text © Zarah Zyankali 2014 , Foto © Zarah Zyankali 2018. Bitte diesen Text nicht irgendwohin kopieren, sondern nur verlinken. Danke.

Film-Realitäten reloaded 2

Weiter geht’s mit den Gesprächen mit meinem Höheren Selbst

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Es gibt keine Kontrolle im Universum

[…] Du hast immer Angst, sobald du nur ein kleines bißchen die Kontrolle aufgibst, wür­dest du Tür und Tor öffnen für Wesen, die dich kontrollieren wollen. Also Kontrolle ist so­zusagen Geistrolle auf beiden Seiten. [Anm. Eine Geistrolle ist eine Energie, die sich im Feld befindet, die aber niemand für sich beanspruchen will.] Entweder du hast sie, oder wenn du sie nicht hast, muß jemand anders sie haben. Und das ist dann in deiner Vorstellung im­mer jemand, der es mit dir gar nicht gut meint. Und da könntest du auch noch mal tiefer reingehen, in das Thema, denn das hat auch mit diesem Mangel an Vertrauen zu tun. […]

Guck noch mal, wo diese Kontrollvorstellungen herkommen. Das würde ich empfeh­len. Das ist ein ganzer Themenkomplex: Existenzangst – Mangel an Vertrauen – Man­gel an Fülle – umgeben sein von Leuten, die einen nicht verstehen – eventuell auch verfolgt sein – bestraft sein – in ständiger Angst leben – und wenn einen Leute gut be­handeln, dann ist es nie ohne Hintergedanken. Das ist ein ganzes Konglomerat von Vorstellungen, die alle zusammenhängen.

Und ist da auch die Wurzel, also dieses Im-Universum-nicht-geborgen-Sein und so?

Ja, natürlich! Denn wenn du geborgen bist im Universum, hast du keine Angst, vor gar nichts, und du weißt auch, daß nichts und niemand dich kontrollieren kann. Wie soll er das denn machen? Du bist FREI! Du kannst deine Freiheit abgeben, aber es gibt nichts, was dich gegen deinen Willen zu irgendetwas beeinflussen kann. Das EXISTIERT NICHT! Und in dem Moment, wo du das Gefühl hast, von etwas außerhalb deiner selbst kontrolliert zu werden, hast du ja schon eine Dualität aufgemacht, denn du und das Kontrollierende sind EINS! So. Und du projizierst es außerhalb von dir in irgendeine Ge­stalt rein, oder auch in irgendeine Gruppe.

Es ist aber etwas, was zu dir GEHÖRT. Du kontrollierst, und dann hast du Angst, kontrolliert zu werden, wenn du die Kontrolle losläßt. Und dieses ganze Kontrollding ist etwas, was du dir eigentlich (lacht) wirklich nur selber ausgedacht hast, und weiter gar nichts. Ja? Es existiert keine Kontrolle im Universum! Nicht auf essentiellen Ebe­nen. Was existiert, ist eine Illusion von Kontrolle. Und sobald diese Kontrollillusion aufgelöst ist, ist da nichts mehr außer Freiheit. Ja? DAS GIBT ES NICHT. Ich muß es einfach mal in aller Deutlichkeit so sagen.

Es gibt natürlich immer wieder – hat es immer wieder gegeben – Wesenheiten, die sich Dramen inszenieren, wo sie von anderen Wesenheiten geknechtet, gefoltert, kon­trolliert, gequält, verfolgt und weiß der Henker was werden. DAS gibt es. Das ist, wie wenn du abends deinen Fernseher anmachst, und dann siehst du einen Film, wo Leute … was weiß ich … vor ihren Feinden fliehen oder vor einem Monster, oder wo Leute in den Knast kommen oder gefoltert oder ausgepeitscht werden oder sonstwas, und sich dann aus ir­gendwelchen solchen Lagen halt befreien müssen oder ihren Verfolgern entkommen.

So. In dem Moment, wo du diesen Fernseher ausmachst, ist dieser Film nicht mehr da. Und der hat auch nie in Wirklichkeit existiert, sondern das sind alles gestellte Sze­nen mit Schauspielern und irgendwelchen Autos, mit Auto-Verfolgungsjagden und was weiß ich, Hubschraubern und Waffen. Und das ist alles irgendwo in Hollywood produ­ziert worden, und es hat alle diese Menschen, also diese Wesen, die in diesen Filmen irgendwelche Rol­len spielen, hat es NIE GEGEBEN! Das hat sich jemand ausgedacht, der hat das in Szene gesetzt, er hat es produziert, er hat es abgedreht, er hat es in die Kinos gebracht – oder sie -, und dann gibt es halt Leute, die sich von sowas halt gerne den Abend ver­schönern lassen, wenn mir auch nicht wirklich klar ist, was da dran jetzt so schön sein soll. Aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

So. Also es gibt eine Illusion dessen. Und die ist nichts weiter als so ein Fernsehfilm. In dem Moment, wo du den Knopf betätigst, FÄLLT DIE ILLUSION IN SICH ZUSAM­MEN. Habe ich mich klar ausgedrückt?

Äh … ja.

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Du bist der Regisseur deiner Filme

Das heißt: Die Vorstellung, von einer Wesenheit außerhalb deiner selbst oder auch ei­ner Gruppe von Wesenheiten außerhalb deiner selbst kontrolliert zu werden, Dinge zu tun, die du nicht zu tun wünschst, das ist ein Film, den du gedreht hast. Und da du der Regis­seur von all diesem bist, kannst du genausogut auch einen anderen Film drehen. Und dazu mußt du halt erstmal begreifen, daß das hier alles ein Riesen-Film­studio ist. Und du bist ein Regisseur, du kannst da machen, was du willst. Du kannst den Herrn der Ringe drehen, du kannst Lethal Weapon 3 drehen, du kannst Dumm und Dümmer drehen, oder Pretty Woman, oder From Dusk Till Dawn, oder was im­mer du willst.

Oder du kannst den Film drehen „Außerirdische greifen die Erde an“, oder „Außerirdische kommen, um die Erde zu retten und die guten Lichtarbeiter zu evakuieren“ (lacht) oder weiß der Henker was. Ich meine, wir sprachen bereits darüber. All diese Filme kannst du drehen, und zwar nur mit deinem Bewußtsein. Und du kannst auch den Film drehen „Seelengefährten treffen sich und verlieben sich unrettbar“. (lacht) And li­ved happily ever after. Oder retten dann den Planeten oder … ja? (kringelt sich vor La­chen) Es ist al­les ein großer Witz und weiter gar nichts. Und wenn du das ka­piert hast, dann hörst du nie mehr auf zu lachen. NIE MEHR! Denn dann siehst du nämlich, daß es nicht wirklich etwas gibt, weshalb man irgendwie besorgt sein müßte. Du drehst all die­se Filme gemäß deinen Vorgaben. Denn es gibt nicht diese Be­schränkungen wie in Hollywood, wo man sagt: „Also das kriegen wir aber vom Studio nicht finanziert“ und „Diese Special Effects, die können wir nicht machen'“, und so, sondern du kannst das alles machen hier, ja? Was immer du willst, ist möglich in dei­nem Geist.

Und deswegen würde ich dir empfehlen, wenn du das ja jetzt schon weißt: du bist Regis­seur deiner eigenen Filme – dann dreh doch die Filme, in denen du dich wohlfühlst, oder wo du gerne drin mitspielen würdest auch. Dreh doch nicht einen Film „Außerir­dische Wesen üben mind control über dein Gehirn aus“ (lacht) oder … Ich meine, das könnte eventuell spannend sein, sowas zu drehen. Das will ich nicht gesagt ha­ben. Aber möch­test du denn wirklich gerne in sowas der Hauptdarsteller sein? (lacht) […]

Ich frag mich sowieso, in was für einem Film ich bin […].

Na, das Drehen fällt natürlich weit leichter, wenn man ungefähr eine Ahnung hat, was das Thema ist. (lacht) Daran leiden ja schlechte Filme, daß sie immer versuchen, fünf Handlungsstränge, die überhaupt gar nicht zusammenpassen, dann noch irgendwie in Verbindung zu bringen. Und dann machen sie einen Thriller, aber irgendwo muß ja auch noch eine Liebesgeschichte rein, und eventuell sollte auch noch etwas Ethno-Kitsch nicht fehlen, und blablabla, und schließlich ist das Ganze nicht Fisch, nicht Fleisch, und der Be­trachter geht aus dem Kino und fragt sich: „Was wollte mir der Re­gisseur jetzt damit sa­gen?“

Na, ich lebe ja mein Leben nicht, weil ich irgendjemandem damit eine Message verbraten will … Ich meine, wenn sich jemand langweilt, mein Leben zu betrachten, kann er ja gerne zappen und irgendwo hingehen, wo es spannender ist. […]

Na, ich lebe ja mein Leben nicht, weil ich irgendjemandem damit eine Message verbraten will … Ich meine, wenn sich jemand langweilt, mein Leben zu betrachten, kann er ja gerne zappen und irgendwo hingehen, wo es spannender ist. […]

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Text © Zarah Zyankali 2007, Foto © Zarah Zyankali 2016. Bitte diesen Text nur verlinken oder rebloggen, nicht an andere Orte kopieren. Danke! ❤