Interview mit einem Fuchs-Schamanen

Es ist immer noch der 15. September 2020, es ist jetzt Punkt 6 Uhr, und ich bin im Gespräch mit einem Fuchsschamanen. Und zwar kam das dadurch zustande, daß der Drache gesagt hat, uns ist dieser Glaube, daß der Körper nur so aussehen kann und sich nicht verändern kann, so eingetrichtert worden, daß selbst Leute, die mit dem Wechseln reichlich Erfahrung gesammelt haben, heutzutage glauben, daß das doch nicht mehr gehen kann.

Und da habe ich gesagt: „Wie, ich hab da Erfahrung gesammelt?“ Da sagt er: „Ja, natürlich.“ Und dann habe ich halt mal gebeten, daß Inkarnationen von mir, die damit Erfahrung haben, sich bei mir melden und mir ihre Erfahrungen mitteilen mögen. Und da kam dieser Schamane, und der hat gesagt, daß er ein Fuchsschamane ist. Und ich hab gesagt: „Kitsune?” Und da hat er gesagt, Fuchsschamanen hat es überall gegeben, nicht nur in Japan. Das weiß bloß heute hier keiner mehr. Und es gab auch Bärenschamanen, Wolfsschamanen … und dann habe ich gefragt: „Gab’s auch Adlerschamanen?“ Sagt er: „Mit Vögeln ist die Sache schwieriger, weil der gesamte Körperaufbau ein anderer ist. Aber das Prinzip beruht darauf, daß man weiß, daß man die Form wechseln kann.“

(zum Schamanen) Und dann wolltest du fortfahren …

ja, was halt auch dazugehört, ist eine gewisse Resonanz zu einem bestimmten Tier – eine innere Resonanz. Weil selbst als Mensch hast du einen gewissen Charakter, und der kommt von deinem Geist, nicht von deinem Körper. Und der ist in Resonanz mit einer bestimmten Seinsweise oder bestimmten Kraft, sodaß ein Mann z.B. die Kraft eines Bären auch als Mensch hat und deshalb mit dem Bären – mit der Bärenenergie, könntest du sagen – mehr in Resonanz ist als mit anderen … Tieren. Und … ich sag nicht gerne „Tiere“, weil das genau solche Wesen sind wie wir auch. Es hat sich halt nur so eingebürgert für euch.

Ach, ihr habt das noch nicht … ?

Nein, wir haben das nicht gesagt. Das sind Leute, genau wie wir. Da gibt’s die Fuchsleute die Wolfsleute, die Bärenleute und die (lacht) Waschbärleute. Und noch ganz viele andere, ja. Wir haben nicht „Tiere“ gesagt. Ich benutze dieses Wort nicht sehr bereitwillig, aber ich entnehme deinem Geist, daß es das ist, wie ihr das heute nennt.

Ja. Wir nennen das so. (lacht)

Aber kannst du dir vorstellen, daß Bären einfach eine Bärenfamilie sind, ein Bärenclan? Keine „Tiere“. Weil „Tier“ bedeutet, wenn ich das deinem Geist richtig entnommen habe, daß ihr der Meinung seid, daß diese Wesen ein niedrigeres Bewußtsein haben als der Mensch, oder ein geringeres Bewußtsein.

Ja. Das kommt ungefähr hin.

Und das ist nicht so. Sie haben ein anderes Bewußtsein als der Mensch, aber es ist nicht geringer. Es ist einfach nur anders. Es ist auf andere Foci ausgerichtet, auf andere Wahrnehmungen, auf andere Lebensweisen, Gefühle … es ist einfach anders. Ja. Das ist richtig. Aber es ist nicht geringer und nicht kleiner und nicht unwichtiger und auch nicht niedriger. Und das ist so, wie wir die Sache betrachtet haben … oder betrachten eigentlich immer noch, ja? Aber von deiner Warte aus betrachtet haben. Weil da, wo du bist, gibt’s uns schon lange nicht mehr, ja? (lacht) Aber es gibt uns. Es ist halt nur sozusagen zeitverschoben, könnte man sagen.

So. Und so, wie du einen Charakter hast, einen Geist, eine bestimmte Art und Weise halt, sich auszudrücken, eine bestimmte Art und Weise, zu fühlen, Ideen zu haben und so weiter – so hast du dann eine Resonanz zu einer bestimmten Familie von anderen Wesen. Und vielleicht hast du eine Bärenresonanz oder eine Fuchsresonanz oder eine Drachenresonanz, ja? Was auch immer deinen Charakter prägt, das prägt dann auch die Form, die du annimmst.

Also ich kann nicht einen Tag ein Fuchs sein und den anderen ein Bär und den dritten ein Wolf?

Wenn du das könntest, wärst du ein sehr großer Schamane, ja. Die meisten haben nur eine alternative Form, zumindest hier, wo ich lebe. Wenn du mehrere hast, bedeutet das, daß du große Kraft hast, große Fähigkeiten, große Möglichkeiten, auch noch ganz andere Erfahrungen zu machen.

Der Unterschied zwischen Reisen und Gestaltwandeln

Es gibt doch bei Terry Pratchett diese Hexe, Granny Weatherwax.

Wer ist Terry Pratchett?

Das ist jemand, der Bücher schreibt, Geschichten erzählt. Diese Geschichten werden aufgeschrieben – gedruckt. Und in diesen Geschichten kommt eine Hexe vor, und die sagt immer, sie ist “borrowing” – also sie leiht sich was aus, einen Körper.

(versteht sofort) Das ist was anderes. Reisen in einem geborgten Körper ist nicht so schwer, wie selbst deinen Körper so zu verändern, daß er diese andere Form annimmt. Ja? Das Reisen ist einfacher, und deshalb brauchst du nicht so viel Kraft, um mit verschiedenen Wesen – mit Vögeln, mit Eichhörnchen oder was auch immer – mal zu reisen, wie du bräuchtest, um jeweils diese andere Form tatsächlich anzunehmen.

Ah so, ja. Danke. Das war der Unterschied.

Ja. Ich verstehe, was du meinst. Aber es ist nicht dasselbe.

Na gut, warum reist man dann nicht einfach als Schamane, statt jetzt irgendwie so eine Verwandlung vorzunehmen? Wenn das so viel Kraft kostet?

Wenn du reist, bist du nur ein Mitfahrer, ein Beifahrer. Das Wort entnehme ich deinem Geist. Jemand, der mit jemand anders mitfährt. Du hast so gesehen über diesen Körper keine Kontrolle, aber du kannst sehen, was, sagen wir mal, dieser Rabe sieht oder dieser Fuchs sieht. Das kannst du sehen. Oder du kannst wahrnehmen, wie er Gerüche wahrnimmt. Aber wenn der sagt: „Ich gehe jetzt hier weg“, dann gehst du mit, oder du mußt den Körper verlassen und in deinen eigenen Körper zurückkehren.

Aber sagen wir mal, du hast einen Grund. Du möchtest gerne an einem bestimmten Punkt Dinge beobachten, die du in deiner Fuchsform leichter beobachten kannst, als wenn du als Mensch da reingehst, ja? Einen Fuchs wird niemand verdächtigen – sage ich mal so, ja? Außer die Leute wissen, daß es Fuchsschamanen gibt. Aber das weiß nicht jeder.

Wenn ich da als Mensch reingehe, werden sie gleich auf mich schießen zum Beispiel, ja? Wenn ich als Fuchs reingehe, wird vielleicht noch nicht mal jemand merken, daß ich überhaupt da bin, weil ich auch viel leiser und vorsichtiger sein kann.

Wenn ich jetzt von einem richtigen Fuchs, der einfach nur ein Fuchs ist und kein Schamane, den Körper borgen würde, und dieser Fuchs hat noch Sachen anderswo zu erledigen, dann geht der weg, und ich kann vielleicht die Dinge, die ich in Erfahrung bringen möchte, dann nicht mehr sehen und hören.

Ah so! Ach, wie die Füchse da in – das sind auch Bücher – in Rivers of London. Da gibt es so sprechende Füchse, und die halten sich für Spione. Und dann tun sie immer so, als wären sie in einem Spionagefilm. (lacht)

Du kannst als Fuchs ein sehr guter Spion sein, ja! Du kannst Dinge beobachten, wo du als Mensch – also z.B. ja, du kommst durch ein Kellerfenster. Das gab’s bei uns nicht. Gab keine Keller. Aber ihr habt das. Oder du kommst durch Höhleneingänge, wo ein Mensch nicht durchkäme.

Beim Kellerfenster ist nur das Problem, daß du hinterher nicht mehr rauskommst.

Das kann natürlich ein Problem sein, ja. Aber du kommst durch – also ich möchte sagen, durch Eingänge, die zu schmal sind für einen Menschen. Das hat alles große Vorteile, wenn man es machen kann.

Aber als Bär würdest du da nicht reinkommen.

Nein. Die Bärengestalt hat andere Vorteile – zum Beispiel, daß du viel, viel mehr Kraft hast. daß du andere Wahrnehmungen hast. daß Leute vor dir auch Angst kriegen, ja.

Ja, aber dann schießen sie auf dich, wenn sie Angst kriegen. Das ist doch gar nicht gut, oder?

(lacht)

Hast du gesagt.

Und wie geht das jetzt?

Ja, dann wollen wir doch mal zum Punkt kommen, wie du das dann machst mit dem Wechseln.

(lacht) Ja, das war klar, daß du das fragen wirst.

Naja nun – ich meine, das ist ja schon ein interessanter Punkt.

Im Prinzip ist es ne geistige Sache. Und das erste ist das schwerste Mal, weil du da noch nicht 100% sicher sein kannst, daß es wirklich geht. Wenn du es einmal gemacht hast, dann weißt du’s.

Ja, das stimmt wohl. Und ist das bei dir zufällig gekommen, daß du dann gemerkt hast, daß es geht, oder wie hast du das rausgefunden?

(lacht verlegen) Ich hab’s mir gewünscht. Da waren so viel Füchse. Und ich hab mir gewünscht: „Ach könnte ich doch so sein wie so ein Fuchs!“ Und dann hab ich auf einmal gemerkt, wie mein Körper sich anfing zu verändern …

(erstaunt) Von allein?

Ja. Weil der Wunsch in mir so stark war. Das war ja nicht nur wie bei dir vielleicht so ein Gedanke mal: „Ach, hätte ich gerne“ oder so, sondern das war wirklich ein starker Wunsch. Wenn du was sehr stark wünschst, dann passiert’s.

Bei mir nicht.

Ja, wenn du denkst, daß es nicht passieren kann – das ist ein Hindernis. Aber wenn du diesen Gedanken fallenlassen kannst – den Gedanken, daß das nicht passieren kann –, wenn du bereit bist, alles für möglich zu halten, dann kann das passieren. Du mußt es nur wirklich wollen. Wenn jetzt, sagen wir mal, ein Teil in dir ist, der es will, und ein Teil, der sagt: „Oh nee, ist mir zu gruselig! Was ist, wenn wir in der Mitte steckenbleiben?“ oder so, ja? (lacht) Oder was auch immer. Oder “Was passiert, wenn ich das mache und dann XYZ eintrifft?“ Irgendwas, was dir unangenehm ist. Ja? Das sind alles Zweifel, und wenn du Zweifel hast, blockiert es deine (überlegt) … ja, daß das, was du gewünscht hast, kommen kann. Du darfst einfach keinen Zweifel haben. Du mußt in dem Wunsch sein, und dann mußt du dir bildhaft vorstellen, wie es passiert. Und das stellst du dir so lange in aller Lebhaftigkeit vor, bis du merkst, daß es wirklich passiert. Und das ist eigentlich alles.

Echt? So einfach?

Ja! So einfach ist es. Wenn du glauben kannst, daß es so einfach ist. Und wenn du es einmal gemacht hast, dann hast du kein Problem mehr, weil dann weißt du, daß es geht. Ist genau wie mit allem, was du einmal gemacht hast. Wenn du einmal … ihr habt Fahrräder, ja? Am Anfang weißt du nicht, ob du auf diesem Fahrrad wirklich fahren kannst. Wenn du es einmal gemacht hast, dann weißt du, daß es geht. Und genauso ist es mit allem anderen auch.

Jetzt ist es so: Es kostet schon Energie, und deshalb mußt du überlegen, ob die Aktion, die du vorhast, diesen Energieaufwand lohnt. Du machst das nicht einfach mal so, nur weil du gerade mal Bock hast oder so, ja? Du machst es schon immer mit einer gewissen Absicht, weil du irgendwas Bestimmtes machen willst, was du in dieser Gestalt besser kannst.

Wie ist es denn eigentlich? Sagen wir mal, wenn du in die Fuchsgestalt gehst – verwandelt es sich automatisch nach einer bestimmten Zeit zurück? Könntest du theoretisch für immer drin bleiben, wenn du das möchtest? Sagen wir mal, du stellst fest: Das Leben als Fuchs gefällt mir so viel besser – da bleibe ich jetzt drin! Würde das funktionieren, oder geht das nicht?

Hm. Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Es gibt auch Dinge, die als Mensch besser sind. Also ich würde, wenn ich mehrere Möglichkeiten habe, immer beide nutzen. Insofern kann ich dir nicht sagen, ob das schon jemand gemacht hat, daß er sich verwandelte und dann drinblieb in dem Zustand. Ich kenne niemand, der es gemacht hat.

Okay. Danke.

Ob es theoretisch möglich ist … dein Bewußtsein gibt den Ausschlag. Was passieren könnte, ist, daß du vergißt, wer du bist. Daß du vergißt, daß du nicht wirklich ein Fuchs bist. Ja? Wenn du dich zu sehr von dem Fuchsbewußtsein vereinnahmen läßt, dann vergißt du, daß du noch ein Menschbewußtsein hast. Und dann steckst du drin. Dann kommst du nicht mehr zurück. Dann bist du einfach nur noch ein normaler Fuchs, der mal ein Mensch war, aber das vergessen hat. Das kommt vor, ja.

Aber gerade hast du gesagt, du kennst niemand …

ich kenne niemand, der gesagt hat: „Hey! Mir geht’s als Bär so viel besser, daß ich mich jetzt komplett verwandle.“ Aber Leute, die vergessen – das ist schon manchmal vorgekommen.

Und woher weißt du, ob der da drin blieb, weil er es vergessen hat oder weil er das wollte? Das weißt du doch dann gar nicht, oder? Er kommt doch nicht zurück.

Wenn das jemand will, würde sein Bewußtsein verbleiben. Du könntest weiter mit ihm telepathisch kommunizieren. Wenn es dann einfach wirklich nur noch ein Fuchs ist, dann hat er auch nur ein Fuchsbewußtsein.

Aber vorhin hast du gesagt, ein Fuchsbewußtsein ist nicht niedriger als ein Menschbewußtsein.

Nee, es ist nicht niedriger! Es ist halt nur ein Fuchsbewußtsein. Das hat andere Prioritäten, eine andere Art zu leben, andere Vorstellungen als der Mensch. Ja? Und deshalb, wenn dir ein Fuchs begegnet, kannst du relativ leicht – wenn du weißt, daß es Fuchsschamanen gibt natürlich, ja, was ja bei mir der Fall ist (lacht) – kannst du relativ leicht herausfinden, ob es sich um einen verwandelten Schamanen oder um einen normalen Fuchs handelt.

Ah, das kannst du feststellen? Wie machst du das denn?

Ich sag „Hallo“ zu dem, und dann gucke ich, was er antwortet. (lacht) Ganz einfach.

Ah so!

Ja. Ein Fuchs wird auf eine Fuchsart antworten, und ein Schamane wird „Hallo“ zurück sagen. Wenn das jemand ist, den ich kenne, wird er vielleicht sagen „Hey, und wie geht es dir?“

Was ist normal?

Ach, ihr hattet in der Gegend mehrere Fuchsschamanen?

Ach, wir haben alles gehabt! Ja, sicher. Es war eine andere Zeit, von dir aus betrachtet. Es IST eine andere … ach … Zeit! Arrgh! Für mich ist das die Welt. Für mich existiert keine andere Zeit. Außer daß ich jetzt mit dir spreche und sehe, daß da eine andere Zeit ist. Ja? Aber diese Welt, in der ich lebe, ist – ja, sagen wir es so – ist extrem anders, als die Welt, die du kennst. Es gibt mehr Magie. Es gibt mehr Dinge, die du heute als unmöglich betrachten würdest. Und diese Dinge sind NORMAL! Verstehst du? Ist normal! Das ist nichts Besonderes!

Aber gerade hast du gesagt, es gibt auch Leute, die nicht wissen, daß es Fuchsschamanen gibt.

Ja.

Aber wenn es nichts Besonderes ist, dann würde doch jeder darüber Bescheid wissen, oder?

Es … ach Gott, wie erkläre ich das denn? Es gibt Leute, die einfach ihr normales Leben leben. Sie haben ihren Bauernhof, ihre Tiere, und sie haben mit diesen Dingen nichts zu tun. Und es gibt aber auch genug Leute, die … phhh … auf irgendeine Art und Weise dazu gekommen sind. Meistens ohne es vorgehabt zu haben.

Das ist wie … ah, du hast Bücher gelesen, die heißen „Wächter der Nacht“. Und da gibt es Normale und Andere. Und die Anderen sind Leute, die mit Magie arbeiten, aber diese Normalen, die wissen davon nichts. Aber unter den Anderen ist es eine normale Sache, anders zu sein. So ungefähr kannst du dir das da auch vorstellen. (lacht) Ja?

Ich dachte immer, wenn es sowas gibt, dann ist es auch im Volksglauben verbreitet. Also in unseren Märchen kommt das dann vor. Zum Beispiel daß es da Leute gibt, die wußten … die wußten, daß es so eine Magie gibt. Auch normale Leute. Oder die immer ein Milchschälchen für die weiße Schlange rausgestellt haben, weil die das Haus gesegnet hat und so.

Ja, es gibt Leute, die wissen, und es gibt Leute, die nicht wissen. Und das ist hier genauso, wie es bei euch auch ist – nur daß wir bestimmte Dinge einfach normaler finden, die für euch schon nicht mehr normal sind. Wenn man das mal so (lacht) beschreiben will. Weil ihr seid das Produkt einer langen, langen Entwicklung, wo euch diese Fähigkeiten ausgetrieben worden sind. Ausgetrieben, ausgeredet, ausmanipuliert, ausgefoltert und auf jegliche Weise abtrainiert. Ja? Und deswegen existiert in der Welt, die ihr für normal haltet, kein allgemein verbreitetes Wissen mehr über bestimmte Dinge, die aber eigentlich ganz normal sind, von uns aus gesehen. Die sind normal! Ist keine große Sache.

Wenn es keine große Sache ist, wieso kann es dann nicht jeder bei euch?

Wie gesagt – wie mit deinen Büchern, mit den Anderen. Die merken an irgendeinem Vorkommnis, daß sie anders sind. Und dann gucken sie sich nach anderen Leuten um, die auch so sind. Und dann stellen sie erstmal fest, daß es davon eine ganze Menge gibt, was sie vorher auch nicht dachten. Während ein normaler Mensch, der geht durch sein Leben, er fährt U-Bahn, er geht zur Arbeit, er ist von Anderen umgeben, aber er weiß nicht, daß es Andere sind, weil sie aussehen wie jeder. Und ein Fuchsschamane in seiner Fuchsgestalt sieht einfach nur wie ein Fuchs aus. Und in Japan gibt es noch Überreste des Wissens über diese Dinge. Aber die Japaner sind im großen und ganzen die einzigen, die da noch was von bewahrt haben. In China gibt es noch Geschichten über Menschen, die Drachen sind. Im Westen ist das alles vollkommen verlorengegangen, bzw. hat eure Kirche große Anstrengungen unternommen, diese Dinge den Leuten auszutreiben. Also es ging nicht einfach so verloren, sondern es wurde nachgeholfen.

Nja.

Aber auch heute in China und heute in Japan gehen die Leute nicht hin und sagen: „Oh, ich werde Fuchsschamane!“ Es ist einfach nur noch eine Geschichte, die erzählt wird, verstehst du? Es ist nicht etwas, was Leute praktisch anwenden. Aber es existiert noch ein Wissen darüber, und das ist der Unterschied zu Europa, zu Nordamerika und auch Australien – also den Teilen von Australien, wo keine Aborigines wohnen. Die Aborigines wissen noch solche Dinge. Aber auch sie sind durch die Zustände, die durch die Weißen dort verankert worden sind, nicht mehr in einem Zustand, wo sie diese Dinge noch aktivieren können oder glauben, daß es noch gehen würde.

Nja. Konnte ich dir damit weiterhelfen?

Oh ja! Das ist interessant. Ich weiß zwar nicht, ob ich das jetzt anwenden kann oder sollte …

das ist die Sache. Wenn du es wirklich machen willst, dann muß dein Wunsch vollkommen dein Bewußtsein beherrschen. Du solltest keinerlei andere Zielsetzungen dann haben als das. Dann kannst du es machen.

Du darfst nie vergessen, wer du wirklich bist

Und wie ist es … wo du das zum ersten Mal gemacht hast, ja, und dann hast du gemerkt, auf einmal warst du ein Fuchs – wie bist du wieder zurückgekommen in deine Menschgestalt? Hast du nicht Angst gekriegt, daß du dort drin jetzt bleibst?

(lacht) Das habe ich dir schon gesagt. Du mußt darauf achten, daß du nicht in dem Fuchsbewußtsein untergehst, daß du immer dein Menschbewußtsein behältst. Ich entnehme deinem Geist, du kennst Geschichten, wo jemand, der die Form wechseln konnte, sich in einen Ochsen oder einen Stier verwandelt hat und dann der Person, die ihn [zum Markt] brachte, gesagt hat: „Paß auf dieses Halsband auf, das ich trage, und diese Leine, und gib sie nicht aus der Hand, denn sonst muß ich in dieser Gestalt bleiben!“ Das heißt, er hatte eine Sicherheitsvorkehrung getroffen, daß er in seine normale Gestalt zurückkehren kann. Und er mußte dieser Person, der er das anvertraut hat, 100% vertrauen können, daß die nicht wird dieses Halsband aus der Hand geben. Sonst wäre er – nicht, dann hätte er seine restlichen Tage als Ochse verbracht.

Das ist das Wichtige. Du mußt dein Bewußtsein immer bewahren. Du darfst dich nicht da überwältigen lassen. Sonst bist du drin. Dann bleibst du drin. Wenn nicht irgendwas passiert, was dich wieder erinnert, wer du eigentlich bist.

Das mag vorkommen, ja – daß du in deiner Fuchsgestalt, oder was auch immer deine Gestalt ist, vollständig versunken warst, und auf einmal hörst du ein Lied oder riechst einen Geruch, und das erinnert dich, daß du mal ein Mensch warst, und daß du eigentlich auch immer noch ein Mensch bist. Darauf mußt du wirklich achten, wenn du zurück willst, daß dein Bewußtsein klar bleibt. Daß du weißt: Dieser Fuchs ist nur eine Form. Das bist – nicht – du. Okay?

Und jetzt ist es teilweise mit der Menschform auch nicht anders. Denn die Menschform ist ja auch nur eine Form für dein Bewußtsein. Und wenn du immer wissen kannst, wer dein Bewußtsein wirklich ist, wer du bist, dann ist die Menschform nur eine Form. Wenn du dich aber mit der Form identifizierst, bist du drin gefangen, immer. Du mußt dich immer mit deinem Geist identifizieren und wissen, daß die Form etwas ist, was wechseln kann. Daß diese Form nicht ist, wer du bist. Und das muß dir immer, immer klar sein, selbst wenn du schläfst. Selbst wenn du als Fuchs eingeschlafen bist, mußt du immer noch wissen, du bist eigentlich ein Mensch. Du bist eigentlich ein Wesen, das seine Gestalt gewechselt hat. Kannst trotzdem immer noch hören, wenn jemand draußen einen Fuchs jagt oder so, ja, und deine Instinkte für dich arbeiten lassen, ja. Aber du mußt trotzdem wissen: Du bist nicht der Fuchs. Ganz, ganz wichtig. Und wenn du das immer im Kopf behältst, dann kommst du auch zurück. Dann erzeugst du in dir einen starken Wunsch, daß du jetzt diese Menschgestalt zurückhaben willst. Und dann passiert’s. Ganz einfach.

(lacht) Ja, ganz einfach, klar.

Ja. Es ist im Grunde so einfach. Nur ihr habt euch sehr, sehr viele Hindernisse erschaffen zu diesem einfachen Prozeß. Aber das Prinzip ist einfach: Nichts anderes darf dich interessieren, und du mußt immer dich erinnern, wer du eigentlich wirklich bist. Das ist alles.

Oh hey. Und in was du dich verwandelst, kriegst du erst raus, wenn’s passiert, hm?

Nee. Du hast ne Resonanz zu etwas, du wünschst es dir sehr stark, und dann kommt’s. Das ist immer das, wozu du deine Resonanz hast.

Also es ist nicht so, daß ich sage: „Oh, ich möchte mich in einen Drachen verwandeln“, und dann werde ich ne Maus oder so?

Nein, nein. (lacht)

Weil das eigentlich ist, womit mein Bewußtsein wirklich in Resonanz ist?

Nein. Nein, nein, nein. So ist das nicht.

Ja, weiß ich ja nicht, Mann. Ich hab’s noch nie gemacht.

Du bist nicht die Form

In diesem deinem jetzigen Leben hast du es noch nicht gemacht. Aber ich bin das ja, und ich bin du! Das hast du auch noch nicht verstanden. Du hast gebeten um Kontakt mit einer Inkarnation von dir, die diese Erfahrung gemacht hat oder noch macht. Und ich bin einer Inkarnation von dir! Natürlich nicht von deinem jetzigen Mensch-Selbst, sondern von dem, was du eigentlich wirklich bist. Und darum geht’s ja: zu wissen, was du – wirklich – bist. Und dann hast du diese unterschiedlichen Formen. Dann hast du einen Schamanen, so wie mich. Dann hast du ein Wesen, das im 21. Jahrhundert lebt, so wie du. Dann hast du irgendwelche Leute im 17. Jahrhundert, oder in Atlantis, oder auf Orion irgendwo. Das bist aber alles du! Alles du! Die machen die unterschiedlichsten Erfahrungen dort. Das ist nicht linear. Verstehst du? Das bist alles du! Du bist das, was diese Formen annimmt, um diese Erfahrungen machen zu können. Du bist nicht die Form.

Wenn du einmal weißt, daß du nicht die Form bist, egal wo dein Bewußtsein sich aufhält, dann kannst du Formen wechseln, dann kannst du halt eben auch darüber hinausgehen, ja? Dann kannst du wirklich mit jedem Bewußtseinspartikel Kontakt aufnehmen. Weil du bist ja an diese Form nicht gebunden. Dein Geist ist nicht daran gebunden. Noch nicht mal an deine jetzige, sage ich mal, Persönlichkeit bist du dann gebunden. Denn die Persönlichkeit ist ja nur ein Ergebnis deines Heranwachsens in einer bestimmten Umgebung. Unter bestimmten Einflüssen hat sich diese Persönlichkeit gebildet. Das bist aber nicht du! – Ich sehe, daß du Probleme hast, das zu begreifen. Warum?

Weil ich immer dachte, daß ich das bin, natürlich! (lacht)

Nein! Dein Bewußtsein ist unabhängig von Zeit und Raum, okay? Das geht in bestimmte Formen in bestimmtem Umgebungen in bestimmten Umständen, oder wie auch immer du das nennen willst, um bestimmte Erfahrungen machen zu können. Dein Bewußtsein, das ist, was du bist. Die Form ist nur etwas, was für dich wie ein Werkzeug ist, um diese Erfahrung zu erschaffen. Ja? Wenn ich mich in eine Fuchsgestalt begebe, kann ich bestimmte Erfahrungen machen, die ich in meiner Menschgestalt nicht machen kann. Kann zum Beispiel auch mich mit einer Füchsin paaren, ja? (lacht) Das kann manchmal ganz angenehm sein.

Ah, wirklich?

Jaja. Wichtig ist, auch währenddessen immer noch zu wissen, daß ich kein Fuchs bin – auch während dieses Liebesspiels mit einer Füchsin muß ich immer noch wissen, daß ich eigentlich kein Fuchs bin, sondern nur eine Fuchserfahrung mach.

Ah! (lacht) Ne Fuchserfahrung!

Ja. Du machst ne Menscherfahrung. Okay? Du bist Bewußtsein, das ne Menscherfahrung macht. Ich bin ein Fuchsschamane, der manchmal Fuchserfahrungen macht, ja. Und in meiner eigentlichen Form bin ich genau das, was auch du bist – nämlich ich bin dieses Bewußtsein, das die Erfahrung macht, ein Schamane zu sein, der eine Fuchserfahrung machen kann. (lacht) Ich könnte jetzt zum Beispiel keine Bär-Erfahrung machen, ja? Weil ich mit Füchsen einfach mehr in Resonanz bin. Macht aber nichts – weil es gibt ja unendlich viele Möglichkeiten, wie man diese Bär-Erfahrung noch irgendwann machen kann, in einem anderen Leben, wenn ich das möchte.

Ah, du könntest also zurückgehen in das Bewußtsein, das du eigentlich bist, und eine Person erschaffen, die mehr ein Bär-Bewußtsein hat? Oder hast du in diesem Bewußtsein, das die Menscherfahrung macht, einfach generell mehr Resonanz zu Füchsen?

In meinem ursprünglichen Bewußtsein habe ich schon bestimmte Resonanzen, aber ich kann auch wählen, was ich für eine Erfahrung erschaffen will in einer bestimmten Inkarnation, ja.

Der große Inkarnationszyklus

[fängt Gedanken von mir auf, daß ich das vor meiner jetzigen Inkarnation nicht wählen konnte]

Ja, jetzt ist es natürlich noch mal so: Wenn du einen gewissen Zyklus durchläufst, dann gibt es Erfahrungen entlang des Weges, die du irgendwann machen mußt, auch wenn sie nicht zu deinen bevorzugten gehören, okay? Einfach um diesen Zyklus ganz durchlaufen zu können. Das ist wie, sagen wir mal, du machst ein Studium, und für das Studium mußt du auch Statistik machen, aber Statistik findest du eigentlich irgendwie doof. Und natürlich hast du andere Kurse, die dir mehr Spaß machen, ja? Und du machst halt alle deine Erfahrungen innerhalb dieses Ausbildungszyklus‘, und vielleicht machst du das, was dir am wenigsten Spaß macht, zuletzt. Das ist deine momentane Situation. Du hast dir das aufgehoben, zum Schluß zu machen, weil du immer gesagt hast: „Ach, das mache ich irgendwann mal – später, nicht jetzt.“ (lacht) Und dann kam mal der Punkt, wo es drum ging, zu sagen: „Okay, ich muß es jetzt machen, weil alles andere habe ich durch! Ja? Da ist nur noch dieses eine – das muß jetzt noch gemacht werden, ja. Dann habe ich das Ganze durchlaufen, so.” Aber auch das entscheidest ja du, nicht. Du entscheidest, daß du diesen kompletten Zyklus mitmachst und daß der bestimmte Erfahrungen beinhaltet. Und dann stehen auf dem Curriculum halt auch einige Dinge, die nicht so deine Lieblingssachen sind, ja.

Ah! Okay, ja, danke. Ich dachte nämlich gerade, da hätte ich ja jetzt mir eine Inkarnation aussuchen können, wo ich ne Bär-Erfahrung machen kann. (lacht)

Nee, das ging halt eben nicht an dem Punkt, weil es was gab, was eben an diesem Punkt gemacht werden mußte. Was du natürlich auch schon hättest früher erledigen können, aber du das immer vor dir hergeschoben hast. Du könntest es längst hinter dir haben! Dann würde deine jetzige Inkarnation etwas anders sich gestalten.

Ah, okay.

Ja. Aber weil du immer gesagt hast: „Ach naja, mach ich mal irgendwann“ – deswegen war es halt jetzt nötig, das im jetzigen Leben zu machen.

Okay. Also du bist eine Inkarnation von mir, die schamanische Fähigkeiten hat, die weit über das hinausgehen, was ich im Moment machen kann.

Ja, genau. Und du hast Dinge, die weit über das hinausgehen, was ich im Moment machen kann. Du kannst mit Computern umgehen. Für dich ist das ganz normal. Für mich ist das Magie. Ja? Ich weiß nicht, wie diese Dinge funktionieren. Du weißt es! Du könntest mir das jetzt zeigen. Nur daß ich keine Verwendung dafür hätte, weil es diese Technologie da, wo ich bin, nicht gibt.

Die Technologie mag es nicht geben, aber so manche Sachen funktionieren recht ähnlich wie das Bewußtsein und die multidimensionale Realität funktioniert, so mit Hologrammen und dergleichen.

Ja, das kannst du mir ja mal gelegentlich erzählen, was du da für Dinge gelernt hast – so wie ich dir meins auch erzählt habe.

Können wir machen, ja. (lacht) Bist du denn da dran interessiert?

Ja, schon.

Ah, gut. Dann können wir das ja mal machen. – Ah, ich habe das Gefühl, er zieht sich bis aus meinem Gehirn irgendwie. Hallo! Nicht meine Energie ziehen!

Nein, nein. Nur die Information. Das erspart dir nämlich, mir das alles erzählen zu müssen. Ich finde es interessant, ja. Wobei es eben Dinge gibt, die für euch jetzt spannende neue Dinge sind, die wir immer gewußt haben. Ihr habt sie nur vergessen. Wie zum Beispiel halt eben, daß du nicht die Form bist. Ja? Das ist was, was für uns völlig normal ist. Wobei es natürlich schon vorkommt, daß manche Leute im Banne ihrer anderen Gestalt das tatsächlich vergessen. Aber an sich gehört es zum Grundwissen. Und das sind Dinge, die lernt ihr erst wieder, wenn ich das richtig hier sehe. Für euch ist das wie neues Wissen. Aber für mich ist es interessant zu sehen, was für euch neu ist, was für uns ganz normal ist. Ist für mich auch interessant.

Mhm. Ja, wenn’s dich interessiert – viel Spaß damit, ja.

(lacht) Ich denke, ich hab mehr Spaß als die meisten Leute in deiner Zeit da.

Das kann ich nicht beurteilen, wie viel Spaß andere Leute so haben.

Was ich sehe durch deine Augen, ist, daß viele Leute große Sorgen haben, auch nur das Nötigste zum Überleben zu finden. Daß sie viel arbeiten und Dinge tun, die sie eigentlich nicht tun wollen. Und das scheint mir nicht sehr großen Spaß zu machen.

Ja gut, wenn du so lebst, dann macht das auch kein Spaß, das ist richtig.

Ja, deswegen sage ich, haben wir vielleicht hier mehr Spaß als ihr.

Ja gut, dann wünsche ich dir weiterhin viel Spaß. Oder wolltest du mir noch mehr erzählen?

Wir können gerne wieder sprechen. Aber du kannst ja erstmal gucken, wie weit du kommst mit den Dingen. Alleine schon mit dem Bewußtsein, daß du weder deine Persönlichkeit noch deine Form bist.

Oh! Ich glaube, es bewegt sich schon was in meinem Gehirn!

Ja, gut! Wunderbar! Wer weiß, wenn wir das nächste Mal sprechen, vielleicht sagst du dann zu mir: „Wie konnte ich das nur all diese ganzen Jahrzehnte lang glauben, wo ich doch jetzt seh, wie offensichtlich das eigentlich ist?”

(lacht) Ja, das könnte sein.

Ja, weil, wenn du es erst mal sehen kannst, dann kapierst du eigentlich nicht mehr, wie du das die ganze Zeit nicht sehen konntest. Das ist wirklich so.

Oh, mein Gehirn!

Ja, laß dein Gehirn ruhig diese Dinge erfassen. Denn das wird auf jeden Fall dazu führen, daß du eine andere Sichtweise hast und mehr Möglichkeiten, als was du jetzt glaubst, was möglich ist.

Die Christen sind schon wieder am Läuten, also gehe ich davon aus, daß es gleich 7 ist. Dann haben wir fast eine Stunde gesprochen.

Ja. Wollen wir hoffen, daß es die erwünschten Ergebnisse zeitigt, oder das, was du damit erreichen willst.

Okay, ja. Dann danke ich dir vielmals für deine wertvollen Informationen, und dann gucken wir mal, wie es weitergeht. Bis irgendwann, ja.

Ja. Du kannst immer dich verbinden, weil ich bin ja im Grunde du. Ich bin du. Du bist ich. Wir sind ein Bewußtsein. Und das muß dir einfach nur noch richtig klar werden, daß das tatsächlich so ist. Und dann sind andere Dinge möglich, als jetzt nur zu sprechen. Dann kann man einfach einen direkten Informationsaustausch machen. Das geht zack-zack. Dann brauchst du nicht mehr groß irgendwas zu channeln.

Ach, ich channele eigentlich ganz gerne.

Ja, aber es gibt andere Möglichkeiten. Aber belassen wir es erstmal dabei. Bis später.

Ja, bis später. Danke dir.

Gerne.

Text © Zarah Zyankali 2020. Foto © Zarah Zyankali 2017. Bitte diesen Text nur verlinken oder rebloggen, nicht irgendwo reinkopieren! Danke.

Die holographische Natur des Bewußtseins

Weiter geht’s mit den Unterhaltungen von 2007. Jetzt, da ich die ganzen alten Texte noch mal Revue passieren lasse, wird mir erst klar, wie viel darin schon enthalten war, was ich damals noch gar nicht so richtig würdigen konnte. Inzwischen habe ich so viele Erfahrungen gemacht und so viel dazugelernt, daß ich die alten Texte in einem ganz neuen Licht sehen kann.

Das folgende ist eine Unterhaltung mit meinem Selbst, das ich bis zu diesem Gespräch als mein „Höheres“ Selbst betrachtet hatte. Dann hatte ich beim NET gelesen, das Höhere Selbst sei eigentlich nur so eine selbstgeschaffene automatisierte Einrichtung, die dafür sorgt, daß man „auf Kurs“ bleibt und seinem Lebensplan folgt. Daraufhin beschloß ich dann, den Guten mal zu fragen, wie sich diese Dinge eigentlich verhalten – wer er ist und in welcher Beziehung wir zueinander stehen. Er erklärte mir sehr schön den Unterschied zwischen der Inkarnationspersönlichkeit, der Seele und dem großen Hologramm, das wir alle sind.

Im Lauf des Gesprächs kamen wir dann auch noch auf den Erinnerungsprozeß zu sprechen, und welche Haltung man einnehmen muß, wenn man sich an sein ganzes Selbst und seine anderen Existenzen erinnern will.

Die Übertragung war bei diesem Gespräch teilweise etwas durch Geräuscheinwirkungen gestört, so daß ich in der Wohnung von einem Zimmer ins andere wechseln mußte … dadurch ging mir dann manchmal etwas die Konzentration verloren, wie man merkt. Ich denke aber mal trotzdem, daß in weiten Teilen ein gut nachvollziehbarer Text dabei rausgekommen ist.

Viel Spaß beim Lesen!

rosa-bluete

Das Bewußtsein ist wie ein Hologramm

Okay. (lacht) Du bist mich schon am Verarschen hier, also es wird bestimmt eine sehr lustige Sit­zung.

(lacht)

Ja. Und zwar hast du ja letzens mal irgendwann gesagt, daß, wenn ich mir mein Höheres Selbst vorstelle wie etwas, das halt dafür sorgt, daß ich meinem Lebensplan treu bleibe und so, so wie das NET das halt beschreibt, dann bist du das NICHT. […] Ja. Also meine Frage ist so: In welcher Beziehung stehst du jetzt eigentlich überhaupt zu mir? Ja. Und was bist du eigentlich genau? Also wer oder was?

Also, wenn du willst, dann erzähl mal.

(lacht) Ja. (lacht leise) Hmmm … wie beschreibe ich das denn? Also erstmal ist dir ja wohl klar, daß ich nicht irgendwie so eine mechanistische Einrichtung bin, die nur drauf achtet, daß du dei­nem Lebensplan folgst. Ich bin eine eigenständige Wesenheit, und ich denke, das ist hinlänglich klar, daß das so ist. (lacht leise) Und als diese solche eigenständige Wesenheit habe ich diverse In­karnationen von mir auf diesem Planeten und auch noch auf einigen anderen Planeten erschaffen.

Der Erschaffungsprozeß geht halt so, daß du einen Teil deines Bewußtseins nimmst und ihn in eine Form gießt sozusagen. Und diese Form ist dann aber lebendig. Das ist nicht, wie wenn du eine Skulptur oder sowas erschaffst, sondern das lebt dann. Im Prinzip nichts anderes, als wenn ihr hier Kinder kriegt oder so. Nicht, dann erzeugt ihr … ja … nehmt ihr einen Teil eurer selbst und er­zeugt damit was, was aber ein eigenständiges Wesen ist. Insofern könnte man vielleicht sagen (lacht), daß ich sowas wie Eltern bin für dich oder so, ja? Das wäre vielleicht die einfachste Analo­gie.

O mein Gott – Inzest!!!

(prustet los) Laß uns dieses Wort aus unserem Vokabular streichen, okay? Das kommt hier nicht zur Anwendung. Weil du bist zwar eine eigenständige Wesenheit, aber du bist und bleibst ein Teil von mir. Ein Teil von meinem Bewußtsein.

Ja, jetzt ist es aber doch noch so, daß (seufzt) – also wie formuliere ich das jetzt? Also ich bin ja noch mal eine größere Wesenheit. Also ist das das, was du bist? Oder bin ich eine größere Wesen­heit, die auch noch mal ein Teil von dir ist? Weil … ich blick nicht ganz durch … es hieß ja, daß ich das war, die die ganze Zeit die – oder was heißt: die ganze Zeit? -, also die halt diese Sachen ge­macht hat, von denen du behauptet hast, du hättest sie getan. Also war ich das, oder warst du das, oder warst du das, wo ich mit dir sozusagen noch verbunden war, oder bin ich eine eigenstän­dige Wesenheit, die das getan hat, oder … ja, also ich bin etwas durcheinander.

Okay. Du, in dieser Form, wie du jetzt so da bist, weißt du ja, daß du erst auf der Welt bist seit November 1961. Du kannst also diese Dinge nicht getan haben. (lacht)

Ja, gut, aber ich meine, ich hab ja schon ewig viele Leben und so Zeug gehabt. Ich hab mich ja teilweise auch an Sachen erinnert. Und was ist das, was sich dann erinnert? Also das, was erst seit 1961 existiert, kann es ja nicht sein, nicht?

Das ist richtig. Das ist der Teil von dir, den du immer mitnimmst durch deine ganzen Inkarnationen hinweg, der sozusagen das alles verbindet. Und das ist natürlich der Teil von dir, der auch ein Teil von mir ist, durch den du mit mir verbunden bist.

Hm. Ja. Und dieser Teil, ist das noch mal als solches ein eigenständiges Wesen? Oder ist das ein­fach ein Teil vom Bewußtsein, den man irgendwie braucht, damit man sich an seine ganzen Existenzen erinnert? Oder ist das dieser Beobachter? Oder was ist das?

Also du mußt dir das Bewußtsein vorstellen wie ein Hologramm, nicht? Das große Eine Bewußt­sein ist ein riesiges Hologramm, und egal, welche Teile du rausnimmst, sind die alles auch wieder­um die gleichen Hologramme, nur vielleicht ein bißchen unschärfer. Das heißt, wenn du halt einen kleinen Teil rausnimmst, dann erinnert der sich weniger, oder er hat eine weniger starke oder we­niger scharfe, klare Bewußtheit davon, was er eigentlich ist, aber er bleibt es. Verstehst du? Er bleibt das immer. Egal, wie weit er von dem Bewußtsein dessen sich entfernt. Das heißt, das, was bei dir die ganzen einzelnen Bewußtseinsabenteuer (lacht) sozusagen verbindet, das ist dein Teil vom Hologramm. Und es gibt Leute, die würden das Seele nennen. (lacht) Ja?

Also meine Seele macht diese ganzen Inkarnationen?

Ja. Korrekt.

Und die kann sich dann hinterher auch erinnern?

Ja. Wenn du schon längst also diese Identifikation, die du für ein Leben dir erschaffen hast, abge­legt hast, dann kann sich deine Seele immer noch erinnern, was sie da erlebt hat. Die ganzen Er­fahrungen, die gehen dann sozusagen als Information in dein Hologramm mit ein. Das verändert sich ja, nicht. Es bleibt gleich, und es verändert sich. Also es ist ein bißchen schwer zu beschrei­ben. Einerseits ist das was, was ewig ist und was sich im Grunde nicht verändert, weil es immer ein Teil vom großen Hologramm bleibt. Aber es ist erweiterbar. Und durch die Erfahrungen, durch die du gehst, wird es halt erweitert. Es bleibt immer gleich, aber es … wächst, könnte man sagen.

So, wenn du jetzt dein kleines Hologramm nimmst, und du kommst zu mir – ich bin ein größerer Teil vom gleichen Hologramm – und wir das verbinden, dann hast du sozusagen aus deiner Per­spektive einen größeren Teil deines Selbst wieder gewonnen. Dann hast du mehr von deinen Erin­nerungen. Dann hast du mehr von deinem Selbst, mehr von deiner Energie, mehr von deinem Be­wußtsein. Das steht dir dann zur Verfügung.

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Du kannst mit allen deinen Anteilen kommunizieren

Also wenn du dir ein Bewußtsein von Getrenntheit er­schaffst – du bist ein kleines Menschenwesen, das über diesen Planeten wandelt und nicht wirklich weiß, was es hier eigentlich macht und das Gefühl hat, es macht hier irgendwelche Dinge, zum Beispiel Karriere, oder Bücher schreiben, oder Kinder erziehen, oder sonstwas, ja, und nicht weiß, daß es in Wirklichkeit was Größeres ist, und daß dieses Größere existiert, und daß man dazu Kon­takt aufnehmen kann – wenn jetzt ein Mensch wirklich ganz nur auf dieses eine Leben ausgerich­tet ist, dann hat er praktisch keine Verbindung zu dem Größeren, das er ist. Er kann das nicht an­zapfen. Er kann das nicht für sich nutzen auch. Er hat auch keine weitere Bewußtheit, daß er im Grunde viel, viel mehr ist und daß es nicht wirklich drum geht, ob er Karriere macht (lacht), oder ob er sein Haus verliert, oder … ja, daß es darum gar nicht wirklich geht. Das weiß der dann halt nicht.

Und wenn du dich dafür öffnest, für diese Verbindung, dann fängst du an, dich zu erinnern, wie­viel du über die Zeiten gewesen bist, sowohl halt in menschlichen als auch in sonstigen Verkörpe­rungen und auch außerhalb von Verkörperungen. Das fängst du dich dann an zu erinnern, daß du das alles gewesen bist und auch immer noch bist. Denn die Zeit als solche existiert nicht. Du bist das immer noch. Jetzt. Alles, was du je warst, existiert im ewigen Jetzt. Und da kannst du hin kommunizieren zum Beispiel auch, zu deinen ganzen anderen Selbsten, die du überall hast. Und die können im Grunde auch mit dir Kontakt aufnehmen, wenn sie wissen, daß sie es können.

Das ist zum Beispiel ein großer Vorteil, den du jetzt hast gegenüber anderen Inkarnationen: daß du weißt, daß du dich verbinden kannst. Daß du weißt, daß du kommunizieren kannst. Weil in dem Moment, wo du das nicht weißt, dann wird es dir halt eben auch nicht möglich sein. Dann steht dir diese Möglichkeit einfach nicht zur Verfügung. Dann läufst du da rum, betrachtest dich als was Ab­getrenntes und bist vollkommen in dieser Zeit auch, in der du lebst, verhaftet und denkst, das ist es jetzt. Das ist alles. Und das ist natürlich bei weitem nicht alles, nicht (lacht), wie du ja ge­merkt hast. Und da kann man noch ganz, ganz andere Erfahrungen machen, wenn man weiß, daß das halt geht. Und das ist das Geniale für dich, jetzt hier in dieser Zeit zu sein, wo du weißt, daß du das machen kannst. Wo das sogar ganz leicht geht, wo das nicht jahrzehntelanger Exerzitien be­darf, bis du überhaupt mal in der Lage bist, Kontakt aufzunehmen. Ja? Das ist eigentlich ziem­lich genial. (lacht)

So. Also wenn man es jetzt mal mathematisch sagen will, dann bist du eigentlich eine Teilmenge von mir. Du bist ein kleinerer Teil von meinem Hologramm, und ich als Hologramm bin noch mal ein kleinerer Teil von was, was noch viel größer ist.

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Tat tvam asi – Das bist du

Mir kommt das irgendwie so ein bißchen mechanistisch vor. Ich meine, grade letztens haben deine Leute sich bei mir beschwert, unsere Sprache wäre so mechanistisch. Und jetzt fängst du selber an mit Hologrammen und Zeug, und nicht mit lebendigen Wesenheiten.

Das Hologramm, das war ein Beispiel, um klarzumachen, wie ein kleiner Teil im Grunde immer noch das gleiche ist wie das ganz, ganz Große, das es gibt, das alles enthält. Ich wollte das jetzt nicht irgendwie (lacht) technisieren oder so, sondern ich wollte einfach klarstellen, wie die Verbin­dung ist. Du bist das. Ich bin das. Alles, was ist, ist auch das. Die Erde ist das. Alles, was du dir überhaupt vorstellen kannst, ist das gleiche im Grunde. Auch wenn du Unterschiede wahrnimmst.

Oh, das ist mir jetzt ja ein bißchen groß. (lacht) Mach’s mal ne Nummer kleiner, okay?

Ich mach dir das so klein du willst. Atome sind auch das! (lacht) Elektronen. Mikroben. Was immer du willst – es ist das gleiche. Egal auf welcher Ebene. Egal, wie groß. Egal, wie klein. Und das ist eigentlich ganz praktisch zu wissen. Denn wenn du das weißt, daß egal, auf was du im Außen triffst, in deinem vermeintlichen Außen, das du wahrnimmst – daß das alles das gleiche ist: die U-Bahn, die da vorbeifährt, ist das. Die Leute, die da drin sitzen – jeder von denen ist auch das. Je­des ein­zelne Atom, das da irgendwo rumschwirrt, ist dieses Hologramm. Ja? Und dann ist es näm­lich nicht mehr schwer, dahin Kontakt aufzunehmen, wenn du in dir mit dem, was du da bist, wirklich Verbindung hast.

Wenn du dich nicht mit irgendwelchen äußeren Effekten identifizierst wie, was weiß ich, Geburtsdatum und irgendeinem Namen, den du in diesem Leben trägst, oder dei­nem Aussehen oder so – wenn du dich damit nicht identifizierst, sondern mit dem Hologramm, das du eigentl­ich bist, dann kannst du von dort aus mit allem auf der Ebene dieses Hologramms kom­munizieren. Weil du mußt ja nur wissen, daß dieses andere Wesen das auch in sich drin hat. Das ist auch das. Das ist genau das gleiche. Das ist dieses „Tat tvam asi“, das es im Sanskrit gibt. Du bist das. Aber nicht nur du bist das, sondern ALLES ist das. Alles, was du triffst, ist im Grunde ge­nommen das.

Und wenn du das erreichen kannst, oder wenn du wissen kannst, daß das dort ist, ge­nauso wie es in dir ist, dann brauchst du mit keinem anderen Wesen zum Beispiel mehr Konflikte zu manifestier­en, weil du brauchst dich nur auf dieser Ebene zu verbinden. Konflikte entstehen, wenn man sich mit Äußerlichkeiten identifiziert, und so stark identifiziert, daß man denkt, man ist das und man muß das jetzt verteidigen gegen andere Leute, die sich mit was anderem identifizie­ren, nicht. Und in dem Moment, wo du dich identifizierst mit dem, was du wahrhaft bist, mit dem, was deine wah­re Identität, dein wahres Selbst ist, dann fallen alle diese Dinge von dir ab. Dann kannst du die zwar noch manifestieren, du kannst die ausdrücken. Aber das ist dann mehr wie eine Art künstleri­scher Aktivität oder ein Spiel oder sowas, nicht? Du sagst halt: „Ja, ich möchte gerne die­se Form ausdrücken.“ Aber du sagst nicht: „Ich hab recht, und das muß ich jetzt verteidigen.“ Oder „Ich bin das, und der greift das an“ oder so. Weil das, was du wirklich bist, kann niemand angreifen. Weil ihr seid alle genau das gleiche, und ich auch, nicht?

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Verschiedene Wahrnehmungen

Also eigentlich sind wir gar nichts anderes, du und ich, oder wie?

Nicht im … im Kern. Im Kern sind wir alle gleich. Der einzige Unterschied ist, daß ich mir mehr dessen bewußt bin. Ich weiß, was ich alles war. Ich weiß, daß ich das alles immer noch bin. Ich weiß, daß, wenn ich um mich rum auf was treffe, daß das auch ich bin. Daß das alles dasselbe ist. Ich bin mit all dem verbunden, was ich je war. Das bist du nicht auf dieser Ebene. Noch nicht. Wir arbeiten dran. (lacht)

Das ist halt der Unterschied, nicht. Der Unterschied ist, daß ich mir mehr dessen bewußt bin, was ich bin, all der ganzen unterschiedlichen Sachen. Und ein weiterer Unterschied ist halt der, daß du durch die körperliche Form, die du jetzt halt trägst, halt eben dich auf bestimmte kleine Erfahrun­gen sehr stark konzentrieren kannst, besser als ich das kann. So, wie ich jetzt bin, kann ich nicht da hingehen und mir da so einen Stein angucken, so wie du das kannst. Ich kann mich da reinver­setzen, in die Essenz von dem. Das kann ich machen. Aber ich kann nicht da sitzen und mein Auge irgendwie auf so einen Punkt richten. Das ist das, was du kannst, weil du dir diese Begren­zung er­schaffen hast.

Oder du kannst halt auch solche Sachen wahrnehmen wie Gewicht, nicht. Daß, wenn du was hebst, dann spürst du deine Muskeln. Und solche Sachen, die du halt nur wahr­nehmen kannst dadurch, daß du halt einen Körper hast. Sonne auf deiner Haut. Wasser auf deiner Haut. Wind auf deiner Haut. All diese Sachen kannst du nur wahrnehmen, weil du in der Begren­zung bist. Ich nehm das nicht mehr wahr. Ich nehme andere Sachen wahr. Ich kann Galaxien zum Beispiel wahrnehmen, Sterne und andere Wesenheiten, die, von euch aus gesehen, sich am anderen Ende des Universums (lacht) befinden, kann ich wahrnehmen. Das ist für mich über­haupt kein Problem.

Nicht – also das ist nicht Angeberei, sondern das ist einfach kein Problem, wenn du eine gewisse Ausdehnung hast. Das ist so. Genau wie es für dich normal ist … was weiß ich … wenn du duschst oder so, ja, daß sich das Wasser auf deiner Haut so und so anfühlt, das ist für dich nor­mal. Eine normale Empfindung. Und genauso normal ist es für mich, diese ganzen Sachen wahrzu­nehmen. Das ist nichts, was auf einer bestimmten Ebene was großartig Besonderes wäre, nicht. Son­dern das ist einfach dann, wie du lebst. Wie du bist. Es ist ein Teil deines Wesens, deiner Da­seinsform. Ja.

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Wenn du mit allem verbunden bist, brauchst du gegen nichts mehr einen Widerstand zu haben

Ja, danke für die ganzen Erläuterungen.

Ja, bitte. Kein Problem. Wir wollen ja, daß du was lernst, nicht? (lacht herzlich) Nein, wir wollen nicht, daß du was lernst. Wir wollen, daß du dich erinnerst! Weil du weißt das alles. Du weißt das alles. Weil du bist ich. Und da kommen wir zu dem Punkt, nach dem du gefragt hast: Hast du die Dinge getan, die ich getan habe? Du bist das alles. Du bist das. Ich bin das.

Äh … du verwirrst mich gerade, Entschuldigung. Bin ich jetzt mit dir identisch und habe es nur vergessen oder …? Ich meine, erst sagst du, wir sind alle das gleiche. Und dann sagst du, für mich ist das normal, was du erlebst, nur ich habe das irgendwie vergessen.

Ja, und? Wo ist der Widerspruch, den du da wahrnimmst?

Ja, es ist ein bißchen schwer zu formulieren. Na, wenn ich das gleiche bin wie du, dann kannst du ja irgendwie nicht mein Höheres Selbst sein, oder? Äh … oder ich bin mein eigenes Höheres Selbst, oder …?

Ach, du hängst noch an diesem Begriff fest? Ja, den mußt du natürlich schreddern! (lacht herz­lich) Vergiß das.

Wie jetzt? Warum soll ich das jetzt vergessen? Man hat doch ein Höheres Selbst, oder? Oder bin ich da völlig falsch?

(macht schnurrende Geräusche) Man hat. Mhm. (lacht)

Ja, dachte ich immer. (lacht) Wie – habe ich keins, oder wie? Von allen Leuten, die da rumschwir­ren?

Nein. Ich würde sagen, drück mal diesen Pausenknopf, mach fünf Minuten Pause und krieg mal deinen Kopf frei. Und dann erklär ich dir das, okay?

(halbe Stunde Pause)

So. Jetzt habe ich das nochmal angehört. Irgendwie hat mich das irritiert, das bei C. im Zimmer aufzuneh­men. Jetzt bin ich hier wieder bei mir, hab meinen Baum vor der Nase und meine Steinlein, habe beim nochmaligen Anhören festgestellt, daß du mir das mit dem Höheren Selbst jetzt gar nicht er­klärt hast,, weil wir auf andere Themen gekommen sind. Mea maxima culpa – aber wollen wir das doch grade mal noch nachholen. Wenn du möchtest.

Mir ist das egal, ob du glaubst, daß du ein Höheres Selbst hast. Aber ich erklär dir das gern.

Na wieso? Das kann dir ja nicht egal sein, wenn du sagst, ich soll das schreddern.

Ob du das schredderst oder nicht – solange du mit mir verbunden bist, spielt es keine Rolle, wie du es nennst.

Ja, also was mir noch mal auffiel beim Hören, war: Einmal sagst du, wir sind identisch, und ein an­dermal sagst du, ich bin ein Teil von dir. Und für mich bedeutet das soviel – ein Teil ist wie, daß ich kleiner bin als du. Aber dann können wir ja nicht identisch sein. Also so ganz peile ich das immer noch nicht.

Und was möchtest du jetzt zuerst wissen?

Das ist mir scheißegal, welche Reihenfolge du nimmst. (lacht) Mach einfach, so wie du das am besten erklären kannst.

Okay. (lacht leise) Ja, du bist kleiner als ich, und ja, du bist identisch mit mir. Je nachdem, von wo man guckt.

Mann! Komm, ey.

Ja, Mann, ich kann es doch auch nicht für dich anders machen als es ist, nur damit du es besser begreifst. Es ist beides richtig.

Ich kann nicht gleichzeitig gleich und kleiner sein!

Doch, du kannst. Weil genau das ist die Natur eines Hologramms. Wenn du dich mit dem Teil vom Hologramm in dir verbindest, der ein Teil von mir ist, dann bist du mit meinem ganzen, was ich bin, verbunden. Und dann bist du das. Und gleichzeitig bist du aber auch ein Bewußtsein, das zur Zeit eine gewisse Begrenzung manifestiert, das sich aber in das Große, was ich bin, ausdehnen und sich damit verbinden kann. Und dann bist du nichts anderes, als was ich bin, weil – aaah, warte mal, wie kann ich dir das am besten veranschaulichen? Wenn du dein Bewußtsein, das du bist, von dem Mittelpunkt, den ich dir gezeigt habe, so weit machen kannst, daß es mein ganzes Bewußtsein umfaßt, dann bist du for all intents and purposes nichts anderes, als was ich bin. Und du kannst von da – also du mußt da auch nicht aufhören. Du kannst da auch noch weitergehen und kannst dich noch weiter ausdehnen, und dann bist du das ganze Weltall. Alles du.

Und spätestens ab dem Punkt (lacht) spielt es keine Rolle mehr, womit du dich idenfizierst, weil egal, was du auch immer sein kannst, findet alles IN DIR statt. IN DIR. Alles, was sich manifes­tiert, das ist dann ein Teil von dir, von deinem Bewußtsein. Und du kannst dann nicht mehr hinge­hen und sagen: Ich bin ein Reptil, aber ich bin kein Mensch. Ich bin dies, aber ich bin nicht das. Sondern du bist das dann ALLES. Und du hast auch gegen nichts davon irgendwelche Widerstän­de, weil du weißt doch, daß du es alles selbst erschaffen hast, genau aus dem Grund: weil du das da sehen wolltest, weil du es erfahren wolltest, weil du wissen wolltest, wie es ist. Genau deswe­gen hast du das ja erschaffen. Also warum solltest du jetzt hingehen und sagen: Also diese von meinen Schöpfungen da, die lehne ich jetzt aber ab? Warum solltest du sowas tun? Das sind alles Teile von dir.

Du kannst die natürlich auch wieder zerstören, genau wie du sie erschaffen hast. Aber du brauchst gegen nichts davon einen speziellen Widerstand zu entwickeln, wie das ja viele Leute tun, nicht. Die erschaffen sich was in ihrem Leben, und dann sagen sie: „Iiiih, das gefällt mir aber nicht!“ Und das ist großer Schwachsinn, mit Verlaub gesagt. Weil in dem Moment, wo du deine eigenen Schöpfungen ablehnst, dann trennst du dich ja davon. Und in dem Moment, wo du dich davon trennst, kannst du nichts mehr damit machen.

Wenn du weißt, du hast das erschaffen, dann kannst du es verändern. Wenn du sagst: „Also das habe ich aber nicht erschaffen! Das gehört nicht zu mir. Das ist was anderes. Das ist ein Feind“, zum Beispiel. Oder: „Das ist ein katastropha­les Ereignis, und das passiert mir, aber nicht ich habe es erzeugt“ – ja, was ist denn dann? Dann bist du ein kleines Opferwesen, das nix machen kann. Dann bist du jemand, der einem Feind ge­genübersteht, den er nicht versteht. Und dabei bist das alles du! Das sind alles Emanationen dei­nes eigenen Geistes!

Und deswegen hab ich gesagt: Verbinde dich wieder mit deiner Schöpfer­kraft! Weil in dem Moment, wo du das machst, weißt du, daß das alles deine eigenen Schöpfungen sind. Und in dem Moment, wo du das weißt, kannst du alles machen. Kannst du deine Schöpfun­gen auch verändern. Kannst du neue Dinge schaffen, wenn dir die alten da nicht mehr behagen. Das kannst du dann alles tun. Aber du kannst es halt nur dann, wenn du deine Schöpfungen als solche so annimmst, wie sie sind, und anerkennst, daß du sie geschaffen hast.

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Wie man die Erinnerungen zuläßt

Okay. Ich hab mir jetzt eine Wahrnehmung erschaffen, erstens mal, mich an mein wahres Selbst nicht wirklich zu erinnern, und zweitens, jetzt mit irgendwelchen Wesen konfrontiert zu sein, die behaupten, mich zu kennen (lacht) und sehr beleidigt sind, daß ich mich nicht sofort erin­nert habe oder auch jetzt noch nicht genau weiß, mit wem ich das da zu tun habe. Oder glaube, es nicht zu wissen. Also diese Wahrnehmung habe ich hier erschaffen.

Das ist sehr gut. Das ist Schritt eins. Und in dem Moment, wo du weißt, du hast diese Wahrneh­mung erschaffen, dann kannst du sie verändern. Und die einzige Voraussetzung, die du brauchst dafür, ist zu wissen, wie du sie verändern willst.

Hmmm, naja. Ich will die dahingehend verändern, daß ich meine Erinnerungen wieder zu mir neh­me, so daß ich weiß, wer das da ist, wer du bist, was wir zusammen gemacht haben, und wie die Dinge jetzt aussehen.

Ja. Und da du ein Schöpfer bist, und da das alles deine Erinnerungen sind – das ist alles dein Zeug. In dem Moment, wo du gesagt hast: „Ich möchte das vergessen, um diese Erfahrung ma­chen zu können, ganz abgeschnitten zu sein“, dann hast du dir dieses Vergessen erschaffen. Du konntest das. Du konntest dieses Vergessen erschaffen. Und jetzt erfährst du die Manifestation dessen – nämlich, daß du dich nicht erinnern kannst. (lacht)

So. Und wenn du aber weißt, du hast das Vergessen selbst erschaffen, dann kannst du das auch wieder aufheben. Dann kannst du sagen: „So, ich habe das erschaffen. Ich hab die Erfahrung ge­macht. Und jetzt möchte ich eine andere Erfahrung machen. Und jetzt mach ich mein Bewußtsein so weit, daß da all diese Erinnerungen wieder reinfließen können und da drin Platz haben.“ Und was dann passieren wird, das kann ich dir schon gleich sagen. Weil das ist nämlich das, warum du an dem Vergessen festhältst. Nicht – das ist nämlich noch nicht ganz da. Du sagst zwar: „Ja, ich habe das Vergessen erschaffen“, aber daß du es weiterhin erschaffst, indem du daran festhältst, dich nicht zu erinnern, das ist dir noch nicht ganz bewußt. Und das hat den Grund, daß es Dinge gibt, an die du dich nicht gern erinnern willst, oder wo du Angst hast, daß die schrecklich sein könnten, wenn du dich daran erinnerst. Das ist das, was das Vergessen in der Manifestation hält. Also diese Angst, und dieser Widerstand dagegen, die Erinnerungen in das Bewußtsein ein­fließen zu lassen.

Und da ist es genau wie mit dem Channeln: Wenn du irgendeine Angst hast, das, was du zu hören kriegst, könnte dir nicht gefallen, dann kannst du diese Information nicht bekommen. Auch wenn die Information vielleicht gar nicht das ist, wovor du Angst hast. Vielleicht ist es was ganz ande­res. Aber solange du eine Angst hast und du sagst: „Mmhmm, eigentlich möchte ich das lieber nicht hören“ und so, nicht – oder: „Ich will, daß es so und so ist“, also halt eben eine Fixierung auf ein bestimmtes Ergebnis hast oder so, dann trennst du dich ab von dem, was es sein kann, weil dann trennst du dich sozusagen von der gesamten Wahrnehmung ab. Weil, was du im Prinzip dei­nem Bewußtsein mitteilst, ist: „Bitte laß nichts durch, damit nicht das durchkommt, was ich nicht hören will.“ Und dann kann gar nichts durchkommen, auch nicht das, was du hören möchtest. Und schon gar nicht das, was es eigentlich ist, nicht. Also NICHTS halt. Dann hast du da eine Blo­ckade hingestellt – die ist dann da. Deine Schöpfung. (lacht) Ja?

So. Und mit den Erinnerungen ist es das gleiche. Wenn du Angst hast: „Ogott, wenn ich die Erin­nerungen zulasse, dann könnte das und das kommen, und das möchte ich lieber nicht sehen, das möchte ich lieber nicht wissen, da möchte ich mich lieber gar nicht dran erinnern“ – du kannst nur das ganze Paket kriegen. Du kannst nicht sagen: „Okay, die und die Erinnerungen möchte ich gerne wiederhaben, aber bitte nicht das, das, das und das, weil das wäre mir zu schmerzhaft. Oder davor habe ich Angst, rauszufinden, daß das so sein könnte.“ Ja? Das geht nicht. Du mußt das ganze Paket in Empfang nehmen wollen. Also dazu einfach bereit sein, zu sagen: „Ja, ich bin bereit, meine ganzen Erinnerungen zuzulassen, alle.“ Nur wenn diese Bereitschaft im Innern vor­handen ist, dann kann dieser Prozeß einsetzen. Dann kannst du das wieder an dich nehmen. So­lange das nicht der Fall ist – ja, dann geht’s halt nicht, nicht? Dann kannst du dich auch nicht an die Dinge erinnern, an die du dich gern erinnern würdest.

Naja, aber auf dieser Ebene hier ist eigentlich der Erinnerungsprozeß doch selektiv. Also du kannst manche Dinge vergessen und an andere dich erinnern. Und das geht doch. Also ich hab viel ver­gessen von Sachen, die mir passiert sind, wo vielleicht Leute nach Jahren sagen: „Ja, du hast da­mals das zu mir gesagt.“ Und ich sag: „Hä? Was soll ich gesagt haben? Ich kann mich nicht erin­nern!“ Und andererseits kann ich viele, viele Dinge mich noch genau dran erinnern. Also wieso ist das hier so, daß das geht, und wenn ich aber jetzt meine anderen Erinnerungen wiederhaben will, dann muß ich sie alle gleichzeitig nehmen?

Aahaaah. Da ist ein kleiner Unterschied. Du mußt sie nicht alle gleichzeitig nehmen, sondern du mußt sie alle haben wollen. Du mußt zulassen können, daß, was immer da auch sich zeigt, daß das dann auch kommen kann in dein Bewußtsein. Das heißt nicht, daß du jetzt dich in einer Se­kunde all deiner Manifestationen erinnerst, oder all deiner ganzen Erfahrungen, die du je gemacht hast. Aber es muß die grundsätzliche Bereitschaft vorhanden sein, daß alles kommen kann. Die hast du ja hier auch in diesem Leben. Du bist bereit, dich an bestimmte Dinge zu erinnern, und dann funktioniert auch dein Gedächtnis.

Ja, aber ich hab ja auch andere Sachen verdrängt.

Ja, und alles, was damit zusammenhängt, mit dem, was du verdrängt hast, das kannst du auch nicht dann wieder abrufen. Ja? Aber es ist halt so, nicht: also wenn du irgendeinen Widerstand hast – es muß einfach die Bereitschaft einfach nur da sein, sich zu erinnern. Es darf da nicht dieser Widerstand sein. Und Bereitschaft heißt ja nicht, wie wenn du jetzt deine Psychoanalyse da machst, und dann gehst du (in pathetischem Tonfall) graben nach den Kindheitstraumata und nach den verdrängten Dingen und so, ja? (wieder normal) Das brauchst du gar nicht zu tun. Son­dern du brauchst einfach nur zu beabsichtigen, du mögest dich erinnern, wer du wirklich bist, was du gemacht hast und so weiter, und dann das fließen lassen, was da kommt.

Wenn du jetzt eine Absicht bekräftigst, daß du dich erinnern willst, und dann fangen die Erinne­rungen an zu fließen, und dann sagst du: „Stop! Das will ich aber nicht wissen!“ – zack! Dann hört es wieder auf. Ist genau wie mit dem Geld. Du bekräftigst vielleicht, du möchtest Fülle erschaffen. Sobald die Fülle anfängt zu fließen und das will zu dir kommen, dann sagst du: „Nä! Das ist zuviel!“ Ja? (lacht) „Das kann ich nicht annehmen!“ oder so. Oder : „Es kommt von der falschen Stelle.“ Ja? Dann hältst du diesen Fluß wieder an. Das muß dir klar sein. Du mußt das dann ganz loslassen können. Wenn du gesagt hast, du möchtest, daß das kommt, dann mußt du es kommen lassen. Sonst passiert nichts.

(seufzt) Ich mach mal Pause. Moment.

(Pause)

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Das Höhere Selbst ist gar nicht „höher“

Ja – also hast du das jetzt eigentlich schon gesagt, warum du meinst, daß ich das mit dem Hohen Selbst schreddern soll?

Weil es ein begrenzendes Konzept ist. Erstens mal, du sagst, daß irgendwas höher ist als du. Das ist Blödsinn. Weil, wie schon bereits ausgeführt, sind wir im Kern alle das gleiche. Es gibt nichts Höheres und Tieferes. Das ist schon mal das eine. (Pause) Und das andere ist halt, wie ja im Grunde das NET auch sagt – guck, ich stehe hier neben dir. Ich bin nicht „höher“, ich bin nicht ir­gendwo da draußen oder so. Ich bin IN dir auch, wenn du das zulassen kannst, mich da zu spü­ren. Ich bin jetzt in dir. Ich bin mit dir verbunden. Ich bin du. Du bist ich. Und es gibt in diesem Sinne keine Trennung zwischen uns mehr.

Und wenn du jetzt irgendwas von deiner eigenen Größe aus dir raus projizierst und sagst: „Das ist jetzt mein Höheres Selbst, und ich bin ja nur das kleine Wesen“ oder so, ja? – was machst du denn dann? Dann begrenzt du dich doch wieder. Dann baust du wieder irgendsowas auf, zu dem du auf­blickst, was größer ist als du, was geiler ist als du, was weiser ist als du. Und erstens ist es Blöd­sinn – weil guck: […] Nur weil du eine weiter ausge­dehnte Wesenheit bist als Bewußtsein, heißt das doch noch lange nicht, daß du jetzt irgendwie perfekt bist. Ich hab so … solche Megascheiße gebaut schon in meiner langen, langen Existenz. Und ich kann viel größere Scheiße bauen als was du kannst hier auf deiner Ebene. Sozusagen noch eine ganz andere Dimension des Scheißebauens existiert, wenn du viel, viel größere Macht hast, Dinge zu bewirken. Ja?

So. Und wenn du jetzt hingehst und sagst: „Höheres Selbst“, dann erschaffst du eine Wahrneh­mung von irgendwas, erstens mal, was da draußen irgendwo rumschwebt, wo du nicht bist, und zweitens, was halt eben so perfekt ist, wie du nie sein kannst, oder glaubst, nie sein zu können. Und damit trennst du uns. Aber wir sind nicht getrennt. Ich hab mehr Wirkungsmöglichkeiten, ich hab mehr Macht, und ich hab ein größeres Bewußtsein von dem, was ich eigentlich bin, als du es hast. Das ist der einzige Unterschied zwischen uns! Ich bin nicht unfehlbar. Ich habe Megascheiße gebaut, von einem bestimmten Blickwinkel aus betrachtet. Ich habe Dinge getan, die anderen We­sen wehgetan haben, nur weil ich Bock drauf hatte. Ich bin nicht irgendwie was Abgehobenes, golden Glänzendes oder so, ja? Das kannst du schreddern!

Und das weißt du doch eigentlich auch. Ich meine, wir kennen uns jetzt schon … ich meine, wir kennen uns sowieso. Aber jetzt hier, in dieser deiner Inkarnation, hast du mich inzwischen gut ge­nug kennengelernt, ja, um zu wissen, daß ich nicht (lacht herzlich) irgendein heiliges, spirituelles Wesen bin. Ich kann ein richtiges Arsch sein. Ich kann dich an der Nase rumführen, wenn ich Bock drauf hab, ja? Ich kann richtig schön vulgär sein. […] Du weißt, wie ich drauf bin. Du weißt auch, daß ich ein Trickster bin. Du weißt auch, daß ich Dinger drauf hab, die von einem begrenzenden Begriff von Heiligkeit sehr, sehr weit entfernt sind. Und dennoch bin ich dein größeres und weite­res Selbst. Und ich bin sehr dankbar und froh, daß du mich trotz all dem, was du inzwischen über mich weißt, vollständig als das angenommen hast. Daß du nicht gesagt hast: „Oh, welch gräßliche Wesenheit – damit will ich nichts zu tun haben! Weiche von mir, Dämon!“ Ja? Bin ich sehr froh! Früher, wie gesagt, wär das nicht gegangen. [in Inkarnationen, die sehr stark von kirchlich/christli­chem Denken und Glauben geprägt waren]

Und die Sache ist auch die: Wenn du das in mir annehmen kannst, dann kannst du es auch in dir, weil es ist im Grunde kein Unterschied. Und je mehr du auch die, sage ich mal, von einem ge­wissen Standpunkt aus nicht so schönen Eigenschaften in dir selber drin annehmen kannst, desto mehr kannst du wirklich das werden, was du eigentlich bist. Weil mit jedem bißchen, was du in dir drin annimmst, hebst du ein Stück von der Trennung auf, und du nimmst es wieder zu dir. Weil du dann nämlich sagst: „Ja, ich will ganz sein. Ich will ganz sein, mit allem, was ich bin. Auch mit dem Schrott, auch mit den vielleicht nicht so vorzeigbaren Eigenschaften. Auch mit der ganzen Scheiße, die ich gebaut habe. Ich steh dazu – zu dem, was ich bin, zu dem, was ich gewesen bin, zu allem, was ich getan habe.“ Dann bist du ganz, wenn du das kannst. Und mit jedem kleinen Stückchen, das du wieder zu dir nimmst, kommst du mehr wieder in deine Ganzheit – in eine Be­wußtheit von deiner Ganzheit. Weil deine Ganzheit als solche, die ist immer vorhanden, und die kann nicht aufgehoben werden. Aber du kannst dich vom Bewußtsein dessen abtrennen.

Und je mehr du aber die Teile, von denen du dich abgetrennt hast, wieder zu dir nimmst, desto mehr kommst du zu dir selber, zu einem umfassenderen Bewußtsein deiner selbst, zu einer Verbin­dung mit dem, was du bist. Und das ist das, worum’s letztlich hier geht (lacht) in diesem Spiel, ja? Einfach ganz wieder das sein zu können, was du bist, und dann als ein solches halt eben auch die Dinge tun zu können, die du machen willst.

Okay. Ja. Danke. Das war das, was ich wissen wollte.

Na, dann freue ich mich ja (lacht), daß ich dir weiterhelfen konnte. (lacht noch mehr).

Ja, hast du wirklich. Danke.

Okay, dann laß es uns mal jetzt dabei belassen. Bis später.

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Text ©Zarah Zyankali 2007. Foto © Zarah Zyankali 2016. Bitte diesen Text nur verlinken oder rebloggen, NICHT woanders hinkopieren. Vielen Dank!